„Wald, Wasser, Wildnis“ – unter diesem Leitspruch hat das Land NRW im Jahr 2004 den 110 Quadratkilometer großen Nationalpark Eifel eingerichtet. Um die Belange des Großschutzgebiets kümmert sich die Nationalparkverwaltung. Sie widmet sich dem Biotop- und Wildtiermanagement, dem Besuchermanagement, der Forschung im Nationalpark, der Bildung – und auch der Prävention von Waldbränden. Zum 1. April 2025 ist die Nationalparkverwaltung unter das Dach des LANUK gerückt.
Laubmischwälder auf bodensauren und atlantisch geprägten Standorten, Quellgebiete, Bachtäler und Felskomplexe mit ökologisch wertvollen Bereichen, Offenland von außergewöhnlicher Schönheit auf der Dreiborner Hochfläche – dies alles sind Besonderheiten, die in Deutschland in dieser Gemengelage nur im Nationalpark Eifel zu finden sind. „Zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten wie Wildkatze, Schwarzstorch, Mauereidechse und seltene Fledermausarten fühlen sich hier genauso wohl wie die Gelbe Wildnarzisse, die neben der Eifel in Deutschland nur noch im Hunsrück ein größeres natürliches Vorkommen hat", sagt Michael Lammertz, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel.
Noch bis zum Jahr 2034 ist der Nationalpark ein Entwicklungsnationalpark. Das bedeutet, der Mensch unterstützt die Natur darin, einen naturnahen Zustand zu entwickeln. Im LANUK, wo die Nationalparkverwaltung seit dem Jahr 2025 Kern der neuen Abteilung „Nationalpark und Naturerbe“ ist, kümmert sich der Fachbereich „Nationalparkverwaltung Eifel“ um die Weiterentwicklung des Schutzgebiets. Neben den Fachgebieten „Fachübergreifende Angelegenheiten“, „Bildung“ (siehe S. 29) und „Besuchermanagement und Kommunikation“ übernehmen im Fachgebiet „Hoheit“ Ranger, die beispielsweise Führungen im Nationalpark anbieten, hoheitliche Aufgaben (siehe S. 8 ff). Sie setzen in der Gebietskontrolle Schutzvorschriften durch und kontrollieren Regeln wie das Wegegebot. Das Fachgebiet ahndet auch Verstöße durch Verwarnungen und Bußgelder.
Schwerpunkte des Fachgebiets „Forschung und Dokumentation“ sind Monitoring und Forschungsprojekte. Beim Monitoring werden durch standardisierte Methoden langjährig Artenbestände, Lebensräume und deren Veränderungen sowie dynamische Prozesse erfasst, dokumentiert und analysiert. Bei Forschungsvorhaben, die oft in Zusammenarbeit mit anderen Nationalparken oder dem Dachverband Nationale Naturlandschaften durchgeführt werden, stehen spezielle Fragestellungen im Fokus. Dazu zählt zum Beispiel das aktuelle Projekt „KI-Nationalpark“, in dem neue, KI-gestützte Monitoringsysteme erprobt werden.
Das Fachgebiet „Biotop- und Wildtiermanagement“ kümmert sich nicht nur um die Verkehrssicherheit von Straßen und Wegen im Nationalpark, sondern zum Beispiel auch um die vom Menschen eingeführten Fichtenbestände. „Ziel unseres Waldmanagements ist, die Buche als natürlichen Hauptbaum mit Begleitbaumarten wie etwa der Esche zu etablieren“, sagt Florian Krumpen, Leiter des Fachgebiets. So konnten mittlerweile auf mehr als 1.000 Hektar Buchenwald gepflanzt und Fichten entnommen werden – vor allem in den Randbereichen, weil so der Borkenkäferbefall auf außerhalb des Schutzgebiets gelegene Fichten- Wirtschaftswälder verhindert werden soll. Auch andere nicht-einheimische Nadelbaumarten wie Hemlocktanne, Küstentanne oder Douglasie werden kontinuierlich entfernt.
Im Nationalpark ruht normalerweise die Jagd, aber es gibt Ausnahmen. Sind beispielsweise Ziele des Nationalparks wie die Waldentwicklung hin zu artenreichen Laubwäldern aus gebietsheimischen Arten gefährdet, wird die Wildbestandsregulierung erforderlich. Dies gilt auch für den Fall der Wildseuchenbekämpfung wie die Afrikanische Schweinepest und des Schutzes angrenzender Agrarflächen, sollten dort erhöhte Schäden durch Wildschweine und Rothirsche zu verzeichnen sein.
Eine wichtige Aufgabe der Nationalparkverwaltung ist die Prävention von Waldbränden. „Nach den Waldbränden in den Nationalparken Harz und Sächsische Schweiz waren die Sorgen in der Politik und der Bevölkerung groß, dass diese auch in der Eifel auftreten könnten“, sagt Florian Krumpen. Der Nationalpark Eifel sei in großen Teilen nicht mehr gefährdet als die normale Waldlandschaft in NRW. „Das im Nationalpark liegende Totholz sorgt zwar für eine große Intensität des Feuers, die Geschwindigkeit der Brandausbreitung nimmt aber nicht zu“, sagt er. Die Nationalparkverwaltung sieht er im Brandfall bestens vorbereitet. So hat sie in Kooperation mit den lokalen Feuerwehren eine Waldbrandkarte erstellt. Diese zeigt, wie das für Löschfahrzeuge nutzbare Wegenetz im Nationalpark verläuft und wo Wasserentnahmestellen liegen, sodass Brände schnell gelöscht werden können. Zudem gibt es regelmäßige gemeinsame Rettungs- und Löschübungen sowie Befahrungen der Rettungswege mit den örtlichen Feuerwehren. Die Nationalparkverwaltung hat außerdem Löschrucksäcke sowie Werkzeug zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung gekauft und deren Anwendung trainiert. „Grundsätzlich gilt: Der örtliche Leiter der Feuerwehr entscheidet, wo und wie gelöscht wird. Wir sind der Ratgeber in Waldfragen“, sagt Florian Krumpen. Die Nationalparkverwaltung hat mit Ignatz Berens auch einen Waldbrandbeauftragten ernannt, der regelmäßig an Schulungen des Instituts der Feuerwehr NRW teilnimmt und das Wissen in die Nationalverwaltung trägt.
Dass die Kooperation zwischen Feuerwehren und Nationalparkverwaltung gut funktioniert, hat sich im Sommer 2025 gezeigt. Zwei Mal brannte es im Bereich des Hetzinger Waldes, beide Brände konnten schnell gelöscht werden. „Wir sind gewappnet in der Hoffnung, dass es nicht noch mal so schnell passiert“, sagt Florian Krumpen.
Titelbild: M. Menninghaus
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