Natürlicher Klimaschutz

Deutschland und auch Nordrhein-Westfalen haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss nicht nur der Ausstoß von Treibhausgasen aus Energiewirtschaft, Industrie und Verkehr gesenkt werden. Auch die genutzte und ungenutzte Landschaft spielt eine wichtige Rolle. Denn Wälder, Auen, Feuchtgebiete, humusreiche Böden, Gewässer, Gehölze sowie naturnahe Lebensräume in der Stadt können Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre aufnehmen sowie Kohlenstoff in ihrer Biomasse und im Böden speichern. „Degradierte“ Lebensräume wie zum Beispiel trockengelegte Moore oder abgestorbene Wälder geben hingegen den gespeicherten Kohlenstoff wieder an die Atmosphäre ab und wirken dadurch als Treibhausgas-Quelle.

Der Natürliche Klimaschutz setzt an dieser Stelle an: Durch naturbasierte Maßnahmen sollen Ökosysteme geschützt, gestärkt und wiederhergestellt werden, damit sie Kohlenstoff speichern können. Und noch ein positiver Effekt stellt sich ein: Die Naturnahen Ökosysteme helfen auch, die biologische Vielfalt zu erhalten.

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK)

Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK)  ist das zentrale Instrument des Bundesumweltministeriums, um die Klimaschutzziele im Bereich der genutzten und ungenutzten Landschaft zu erreichen. Das ANK sieht hierfür 69 Maßnahmen in insgesamt zehn Handlungsfeldern vor. Für die Umsetzung stellt der Bund bis 2028 Fördermittel in Höhe von insgesamt 3,5 Milliarden Euro bereit.

Ein Baustein des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz sind die ANK-Regionalbüros der Länder. Sie sind die zentrale Anlaufstelle für Natürlichen Klimaschutz auf lokaler und regionaler Ebene. In Nordrhein-Westfalen ist das ANK-Regionalbüro im Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) angesiedelt.

Mögliche Maßnahmen im ANK

  • Vergrößerung der Waldfläche (Erstaufforstung)
  • Steigerung der Klimaresilienz der Wälder (Wasserspeicherung, Waldumbau, Bodenschutz)
  • Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung (klimaangepasstes Waldmanagement, alte Laubwälder)
  • kleinere Flächen (ab 25 ha) mit eigendynamischer Entwicklung dauerhaft sichern

  • Unterstützung durch Einsatz von KlimaWildnis-Botschafter:innen

  • Umsetzung über Förderrichtlinie KlimaWildnis und Verstetigung der Unterstützungsstrukturen (z.B. KlimaWildnisZentrale)
  • Ausbau einer strukturreiche Agrarlandschaft durch Hecken, Knicks, Agroforstsysteme und Feldgehölze
  • Förderung des ökologischen Landbaus
  • Stärkung der natürlichen Bodenfunktionen durch Entsiegelungsmaßnahmen
  • Wiedervernässung von land- und forstwirtschaftlich genutzten sowie ungenutzten Moorböden
  • Unterstützung bei der Nutzungsumstellung und Etablierung von nasser Bewirtschaftung (Paludikultur)
  • Einsatz von Moorbodenschutzmanagerinnen und -managern zur Konzeptionierung von Transformationsprozessen und Moorschutzprojekten
  • Renaturierung von Gewässerläufen, Uferbereichen und Auen
  • Wiederherstellung eines naturnahen Landschaftswasserhaushalts
  • Nachhaltige Gewässerentwicklung zur Verbesserung der Klimaresilienz
  • Ausbau von naturnahen Grünflächen, Schwammstädten und Solargründächern
  • Förderung von Baumpflanzungen und Optimierung des Standorts von Bestandsbäumen
  • Entsiegelungsmaßnahmen und Schaffung von Querungshilfen
  • Gezielte Unterstützung sowohl von Kommunen im ländlichen Raum als auch von Unternehmen durch spezifische Förderrichtlinien

Das ANK-Regionalbüro für NRW

Das Regionalbüro NRW ist die zentrale Anlaufstelle für Natürlichen Klimaschutz in NRW. Unser Ziel ist es, bereits Bestehendes und Neues miteinander zu verbinden und Aktive im Klima- und Naturschutz zur Zusammenarbeit zu ermutigen. Wir wollen so den Zustand der Ökosysteme und ihre Widerstandfähigkeit gegen die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels verbessern.

Unsere Angebote:

  • Wir beraten zu den Möglichkeiten für
    Natürlichen Klimaschutz in NRW.
  • Wir informieren zum Aktionsprogramm
    Natürlicher Klimaschutz.
  • Wir stellen Fachinformationen bereit.
  • Wir bringen Handelnde aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Unternehmen zusammen – regional und überregional.
  • Wir unterstützen bei der Umsetzung Ihrer Ideen.

Unsere Angebote richten sich zum Beispiel an:

  • Kommunen
  • Verbände, Stiftungen und öffentliche Einrichtungen
  • Flächeneigentümerinnen und -eigentümer
  • Unternehmen, inklusive land- und forstwirtschaftlicher Betriebe

Wir freuen uns auf Ihre Fragen, Ideen, Anregungen und den Austausch mit Ihnen!

Michael Elmer

Leitung und Ansprechpartner für die Handlungsfelder Wald und Holznutzung sowie Wildnis

Dr. Malte Conrady

Regional- und Klimamanager für die Handlungsfelder mineralische Böden sowie Forschung

Franziska Günther

Regional- und Klimamanagerin für die Handlungsfelder Siedlung und Verkehr sowie mineralische Böden

Carla Welpelo

Regional- und Klimamanagerin für die Handlungsfelder Moorschutz sowie Landschaftswasserhaushalt

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