Bodenversiegelung

Der Boden mit seinen wertvollen und vielfältigen Funktionen ist durch den zunehmenden Flächenverbrauch für Siedlungsflächen und Verkehrswege und der damit verbundenen Bodenversiegelung besonders betroffen. Auf Basis der Flächenstatistik durch die UGRDL sind im Mittel 46 % der Siedlungs- und Verkehrsflächen in NRW versiegelt. Bei der Versiegelung werden der Oberboden und die oberen Schichten des Unterbodens entfernt und durch mineralische Baustoffe ersetzt sowie mit einer Versiegelungsschicht aus Pflaster, Asphalt oder verdichteten Baustoffen versehen. Die Folge sind der Verlust und die Zerstörung der natürlichen Bodenfunktionen. Dies äußert sich z.B. durch ein gesteigertes Hochwasserrisiko, höhere Hitzebelastung und  Biodiversitätsverlust in stark versiegelten Gebieten (siehe auch “Boden und Klima”).

Zur Dokumentation der Entwicklung der Bodenversiegelung erhebt das LANUK seit 2024 regelmäßig die tatsächliche Bodenversiegelung in NRW. Dafür werden die eigens erhobenen Daten aus dem Projekt EBOVE (Methodik siehe unten) genutzt.  

► Bodenversiegelungsgrad in NRW 2024: 12,4 % 

Landesweite Erfassung der Bodenversiegelung (EBOVE)

Im Rahmen des Projekts EBOVE (Erfassung der landesweit versiegelten Fläche und Ermittlung des Indikators Bodenversiegelung) entwickelte die Ruhr-Universität Bochum (RUB) im Auftrag des LANUK ein automatisiertes Verfahren zur direkten und hochaufgelösten Messung der Bodenversiegelung. Die Datengrundlage bilden verzerrungsfreie Digitale Orthophotos (TrueDOP) des Landes NRW, deren originale Auflösung von 10 cm auf 50 cm aus Gründen der Datensparsamkeit vergröbert wurde. Die Erfassung versiegelter Flächen erfolgt mithilfe des UNetFormer Segmentierungsmodells, das zwei leistungsstarke Ansätze des Deep Learnings (Convolutional Neural Networks (CNNs) und Transformer-Architekturen) vereint. Der EBOVE Berechnungsdienst ist in die Copernicus Dateninfrastruktur des Landesbetriebs Information und Technik NRW (cdi@itnrw) integriert und lässt eine eigenständige Berechnung durch IT.NRW zu. Das Aktualisierungsintervall der Bodenversiegelungskarten richtet sich nach dem Befliegungsprogramm bzw. der TrueDOP-Aktualisierung und beträgt derzeit zwei Jahre.

Die Bodenversiegelungskarte und der Bodenversiegelungsgrad pro Gemeinde können unter folgenden Adressen abgerufen oder heruntergeladen werden:

Klimaatlas NRW des LANUK

https://www.wms.nrw.de/wms/bodenversiegelung_luftbildbasiert (Diese URL lässt sich in GIS-Projekte einladen und nutzen.)

OpenGeodata.NRW

Erfassung von Entsiegelungspotenzialen

Die Entsiegelung von Böden stellt eine wesentliche Maßnahme zur Kompensation von Eingriffen in den Bodenhaushalt dar. Ziel ist die Wiederherstellung der durch die Versieglung verloren gegangenen natürlichen Bodenfunktionen durch den Aufbau von standorttypischen Böden. Bei der Entsiegelung werden Sperr- und Deckschichten sowie Verdichtungen im Untergrund und Fremdmaterialien entfernt. Im Anschluss sollte durch einen Profilaufbau die Verbindung zum natürlichen Untergrund wiederhergestellt werden. Für eine effiziente Planung und Durchführung von Entsiegelungsmaßnahmen sind Informationen zu Flächen mit Entsiegelungspotenzialen notwendig. Zur Beschreibung der notwendigen Datengrundlagen und des Vorgehens zur Erfassung von Entsiegelungspotenzialen wurde das LANUV-Arbeitsblatt 34 angefertigt.

Die Erfassung von Entsiegelungspotenzialen wird über das Förderprogramm der Altlasten- und Bodenschutzförderrichtlinie mit einem Fördersatz von 80 % vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV) gefördert. Interessierte Kreise, kreisfreie Städte und Gemeinden können die Zuwendungen bei den regional zuständigen Bezirksregierungen jeweils im Dezernat 52 beantragen.

Infoblatt

Info 48 | Boden

Regenwasser versickern statt Flächen versiegeln

Regenwasser ist nicht nur für die Tonne - es ist ein zentraler Bestandteil des Wasserkreislaufs. Natürlicherweise versickert das Regenwasser im Boden, wird von Pflanzen aufgenommen und verdunstet oder trägt zur Grundwasserneubildung bei. Die…

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