„Wir wollen die Menschen begeistern“

Interview Bildungsarbeit im Nationalpark Eifel

Was ist Ziel der Bildungsarbeit im Nationalpark Eifel?

Anne Derks: Im Rahmen unserer vielfältigen Bildungsarbeit vermitteln wir die Bedeutung von Wildnis und intakter Natur und wollen gleichzeitig für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Naturschätzen und der Umwelt sensibilisieren. Wichtigstes Ziel ist aber, die Menschen für den Nationalpark und das Thema Wildnis zu begeistern.

Anne Derks leitet das Fachgebiet „Bildung“
in der Nationalparkverwaltung Eifel der Abteilung „Nationalpark und Naturerbe“. Foto: Nationalparkverwaltung
Eifel

Auf welche Maßnahmen setzen Sie? 

Wir bieten je nach Zielgruppe und individuellen Wünschen unterschiedliche Programme an: Von der ein­jährigen Ausbildung zum Junior Ranger über spezielle Familienführungen oder abwechslungsreiche Kinder-­Ferienprogramme bis hin zu offenen Rangertouren oder individuellen Gruppenführungen mit Nationalpark-­Waldführerinnen und -führern. In der Wildniswerkstatt Düttling verbringen beispielsweise (Vor-)Schulkinder einen spannenden Outdoor-Tag mit Entdecken, Forschen und Spielen. Wer als Schulklasse eine Woche im Nationalpark verbringen möchte, ist im Jugendwaldheim Urft genau richtig, mit viel garantierter Draußenzeit. Und in der Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ können Gäste mit allen Sinnen erforschen und begreifen, was Natur und Wildnis bedeutet – entweder im Rahmen einer offenen Rangerführung, eines gebuchten Programms oder auf eigene Faust.

Was ist das Besondere an dieser Erlebnisausstellung?

Mit der Erlebnisausstellung haben wir einen Ort geschaffen, an dem der Nationalpark wetterunabhängig und für Alle erlebbar ist. Dabei liegt ein Fokus auf Barrierefreiheit und interaktiven Elementen. Bei einem Besuch können die Gäste den Nationalpark zu allen Jahreszeiten kennenlernen, heimische Tiere aus direkter Nähe betrachten und anfassen, einen weiten Pano­ramablick genießen oder Naturschätze bewundern, die sonst im Verborgenen bleiben: Zum Beispiel einen Blick in eine Biberburg werfen, überdimensionale Baumkronenbewohner ertasten oder das beeindruckende Wurzelwerk einer Buche bestaunen.  

Die Erlebnisausstellung wurde im Jahr 2025 aktua­li­siert. Was gibt es Neues? 

Im Themenraum „Wasserwelten“ haben wir Projektionen zur Visualisierung von Bachläufen integriert, neue Ton- und Bildsequenzen eingebaut und die farbliche Gestaltung angepasst, damit die Gäste noch bes­ser in die Wasserwelt „abtauchen“ können. Die Technik des Kinoraums wurde erneuert und im Obergeschoss ist ein Raum speziell für die jüngere Zielgruppe mit einem überdimensionierten Nationalpark-Wimmelbild und interaktiven Stationen gestaltet worden. Während der Wolf bei Eröffnung der Erlebnisausstellung vor zehn Jahren noch nicht thematisiert wurde, hat er nun einen festen Platz gefunden. Ein stattlicher Wolfsrüde komplettiert die kleine ausgestellte Wolfsfamilie. 

Titelbild: A. Simantke

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