Trinkwasserressourcen

Herkunft des Trinkwassers

Für die öffentliche Wasserversorgung werden in NRW jährlich rund 1,04 Mrd. mWasser benötigt. Das Rohwasser für die Trinkwassergewinnung wird zu unterschiedlichen Anteilen folgenden Ressourcen entnommen (Quelle: Landesdatenbank NRW, Stand 2022).

Grundwasser und Quellwasser

Rd. 48 % des Trinkwassers werden in NRW aus Grundwasser und 2 % aus Quellwasser gewonnen.  

Reine Grundwasserwerke finden sich insbesondere in der Niederrheinischen Bucht, im Münsterland und Ostwestfalen.

Quellwasser (natürlich zutage tretendes Grundwasser) wird in Nordrhein-Westfalen überwiegend in den Festgesteinsgebieten des Weserberglandes, des Sieger- und Sauerlandes und der Eifel für die Trinkwassergewinnung genutzt.

Oberflächenwasser - Talsperren und Flusswasser

In NRW werden rd. 17 % aus Talsperren und rd. 1 % aus Flusswasser für die Trinkwassergewinnung bereitgestellt.

Insgesamt 30 Talsperren und Vorsperren des Landes werden für die unmittelbare Trinkwasserversorgung genutzt. Diese besonders geschützten Trinkwassertalsperren befinden sich überwiegend in den Mittelgebirgsregionen Eifel, Bergisches Land, Sauerland und Siegerland.

Uferfiltrat

Uferfiltrat wird vielfach von Wassergewinnungsanlagen am Rhein gewonnen.

Bei der Uferfiltration wird durch in Flussnähe gebaute Brunnen ein Mischwasser aus Oberflächenwasser, zusammen mit landseitig zutretendem Grundwasser gewonnen. Während der Untergrundpassage des Oberflächenwassers zwischen Flussufer und Brunnen, erfolgt durch physikalische, biologische und chemische Prozesse - wie Filtration, Fällung, Sorption, Ionenaustausch und Abbau – eine Vorreinigung des Oberflächenwassers. Aufgrund der Untergrundpassage und der dort erfolgenden vorgenannten Prozesse, wird dann nicht mehr von Oberflächenwasser, sondern von Uferfiltrat gesprochen. In Abhängigkeit von der Lage und der Förderleistung des Brunnens, der Untergrundbeschaffenheit und dem Wasserstand des Flusses, ergeben sich unterschiedliche Mischungsverhältnisse zwischen Uferfiltrat und Grundwasser.

Grundwasseranreicherung

Das Verfahren der Grundwasseranreicherung wird insbesondere entlang der Ruhr angewendet.

Dabei wird Wasser aus der Ruhr über Versickerungsbecken (sogenannte Langsamsandfilterbecken) infiltriert und nach der Untergrundpassage durch Sammelbrunnen wieder entnommen. Den Sammelbrunnen strömt neben diesem Wasser bei einigen Anlagen zusätzlich landseitiges Grundwasser oder / und Uferfiltrat aus der Ruhr zu. Bei Gewinnungsanlagen mit gekapselter Fassung wird ausschließlich versickertes Oberflächenwasser gewonnen, teilweise ergänzt durch Niederschlagswasser. Während der Untergrundpassage erfolgt infolge physikalischer, biologischer und chemischer Prozesse – wie Sedimentation, Fällung, Filtration, Sorption, Ionenaustausch und mikrobieller Abbau - eine Vorreinigung des Oberflächenwassers. Je nach Beschaffenheit des Flusswassers und /oder der räumlichen und hydrologischen Standortbedingungen werden unterschiedliche Vor- und Nachreinigungsschritte eingesetzt.

Teilen Sie diese Seite auf