Fachinformationssystem zu den Einbaubedingungen gemäß Ersatzbaustoffverordnung

Das LANUK entwickelt aktuell in Kooperation mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, dem Landesbetrieb Information und Technik NRW und dem Geologischen Dienst NRW unter dem Titel Einbaucheck NRW ein neues Fachinformationssystem zur Auswertung und Darstellung der Einbaumöglichkeiten von mineralischen Ersatzbaustoffen und Bodenmaterial gemäß Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) in NRW.

Das System ist als Kartenanwendung angelegt und liefert Einbaukarten zu Übersichtszwecken, sowie detaillierte Auskünfte für einen Standort über einen Klick in die Karte.

Bündelung von Daten

Um eine für Grundwasser und Boden schadlose Verwertung von mineralischen Ersatzbaustoffen und Bodenmaterialien zu gewährleisten, formuliert die ErsatzbaustoffV Anforderungen an den Einbauort. Diese in § 19 und Anlage 2 der ErsatzbaustoffV festgesetzten Standorteigenschaften setzen sich aus Grundwasserflurabstand, Angaben zu Wasserschutzgebieten sowie der Beschaffenheit der Deckschichten zusammen. Der Grundwasserflurabstand ist anhand des höchsten zu erwartenden Grundwasserstands nach ErsatzbaustoffV § 2 Nr. 35 zu ermitteln. Die Deckschichtenbeschaffenheit wird entweder nach der Systematik der Bodenkundlichen Kartieranleitung (5. Auflage) oder nach DIN 18196:2011-05 festgestellt.

Informationen zu diesen Daten liegen in der Regel nicht gebündelt vor, sondern müssen von verschiedenen Quellen beschafft, ausgewertet und zusammengeführt werden. Der Einbaucheck NRW übernimmt diesen Prozess. Er bereitet Datengrundlagen aus den Bereichen Grundwasser und Wasserversorgung sowie Bodenkunde und Geologie thematisch auf und bündelt diese im Sinne einer praxisgerechten und öffentlich zugänglichen Online-Anwendung. Es wird ein schneller und aussagekräftiger Überblick zur Information und Orientierung über örtliche Standortbedingungen bereitgestellt.  Für die wichtigsten Ersatzbaustoffarten können die Einbaumöglichkeiten so vorab gecheckt werden.

Praxisgerechte Aufbereitung nach ErsatzbaustoffV §19

Datenaufbereitung und Auswertemöglichkeiten des Einbaucheck NRW sind von den Landesfachbehörden für die Anwendung der ErsatzbaustoffV konzipiert. Folgende Anforderungen aus der ErsatzbaustoffV werden berücksichtigt:

  • Die Ermittlung eines Informationswertes zum höchsten zu erwartenden Grundwasserstands nach ErsatzbaustoffV § 2 Nr. 35,
  • Berücksichtigung der Wasser- und Heilquellenschutzgebiete in NRW mit Auswertung und Darstellung nach ErsatzbaustoffV §19 (6),
  • Informationen über die Beschaffenheit der Deckschichten nach ErsatzbaustoffV § 19 (8),
  • Ermittlung der Deckschichtenkonfiguration nach § 19 (8) und Anlage 2, und Auswertung der in Anlage 2 festgesetzten Einbautabellen,
  • Zusammenstellung weiterer Anforderungen rund um die Verwendung mineralischer Ersatzbaustoffe aus der ErsatzbaustoffV.

Die Informationen und Ergebnisse werden den Nutzenden auf verständliche und leicht zugängliche Art und Weise präsentiert. Eine optionale Anzeige von zusätzlichen Auswertungen und weiterführenden Hintergrundinformationen spricht Fachpublikum und interessiere Anwendende gleichermaßen an.

Der Einbaucheck NRW befindet sich derzeit in Entwicklung. Der Projektfortschritt ist im Zeitstrahl abgebildet. Eine kostenfreie, öffentliche Bereitstellung ist für Ende 2027 geplant.

Michael Gopon

Grundwasser, Wasserversorgung, Trinkwasser, Lagerstättenabbau

Fachbereich 52

Grundwasser, Wasserversorgung, Trinkwasser, Lagerstättenabbau

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