Nordrhein-Westfalen unterhält ein Treibhausgas-Emissionsinventar, das sich an den Vorgaben des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC 2006) orientiert. Die Treibhausgase (THG) Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas sowie HFC, PFC, SF6 und NF3 werden darin für die IPCC-Sektoren Energie, Industrieprozesse, Landwirtschaft, Abfall und Sonstige detailliert dokumentiert. Der LULUCF-Sektor wird in der IPCC-Systematik nur nachrichtlich dargestellt.
Im Jahr 2024 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 178,6 Mio. t CO2-Äquivalente emittiert. Dies bedeutet eine Emissionsminderung von 5,1 % gegenüber dem Vorjahr 2023. Der Sektor Landnutzung/Landnutzungsänderung/Forstwirtschaft (LULUCF) wird nachrichtlich aufgeführt und fließt nicht in die Gesamtbilanz mit ein. Die Emissionen sinken im Berichtsjahr 2024 um rund 9,6 Mio. t CO2-Äquivalente. Gegenüber dem Emissionsniveau von 1990 bedeutet dies eine Minderung von ca. 51 %.
Mit 36,2 % entstehen im Jahr 2024 etwas mehr als ein Drittel der THG-Emissionen im Sektor Energiewirtschaft (Abbildung 1). Weitere bedeutende Emissionssektoren sind die Industrie (28,3 %), der Verkehr (17,4 %) sowie Haushalte und Kleinverbraucher (12,2 %). Die Bereiche Landwirtschaft und Abfall verursachen 3,8 % bzw. 0,4 % der nordrhein-westfälischen Treibhausgasemissionen. Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen, z. B. aus den Anlagen des Bergbaus und der Öl- und Gaswirtschaft, machen etwa 0,3 % der Emissionen aus. Durch Produktanwendungen wie beispielsweise Pkw-
Klimaanlagen und Gebäudekälte entstehen 1,4 % der THG-Emissionen.

Die Zeitreihe ab 1990 (Tabelle 1 und Abbildungen 2/3 und 5) zeigt folgende Entwicklung:
Zwischen den Jahren 1990 und 2005 sind erhebliche Minderungen der THG-Emissionen um rund 40 Mio. t CO2-eq zu verzeichnen, die im Wesentlichen in den Sektoren Industrie (technische Maßnahmen/Strukturwandel), Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen (Grubengas aus Steinkohlezechen) und Abfall (Reduzierung/Erfassung von Deponiegasen) stattfinden. Im weiteren Verlauf zeigt sich im Jahr 2009 ein deutlicher, durch die Wirtschaftskrise verursachter Rückgang der Emissionen. Die folgenden Jahre bis 2013 bringen insgesamt einen Anstieg auf Grund der konjunkturellen Erholung. Im Jahre 2014 folgt eine deutliche Reduzierung, die zu einem großen Teil auf die milde Witterung zurückzuführen ist. Es ist aber in NRW auch eine Reduzierung der Emissionen im Sektor Energiewirtschaft festzustellen, deren Ursache in einer Reduktion der Verstromung fossiler Brennstoffe liegt. Im Jahr 2015 setzt sich diese Tendenz noch fort. Dies gilt allerdings nicht mehr für das Jahr 2016, in dem nur wenige Kraftwerksblöcke abgeschaltet werden und auch neue Gaskraftwerke in Betrieb gehen. In den Jahren 2017 und 2018 sinken die Emissionen in der Energiewirtschaft weiter. Auch im Jahr 2019 ist eine fortschreitende Emissionsminderung im Sektor Energiewirtschaft festzustellen, deren Ursache in einer insgesamt geringeren Auslastung der Kraftwerke und der Stilllegung einzelner Kraftwerksblöcke liegt. Im Jahr 2020 setzt sich der deutliche Emissionsrückgang der Vorjahre fort. Große Emissionsrückgänge sind aus der sinkenden Verstromung von Braun- und Steinkohle zu verzeichnen, trotz der Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4. Emissionsmindernd wirken sich zudem der gestiegene CO2-Preis sowie die Corona-Pandemie aus. Im Jahr 2021 entfällt auf Grund der witterungsbedingt niedrigen Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien ein erhöhter Anteil im Energiemix auf Braun- und Steinkohle. Dies hat einen Anstieg der Emissionen zur Folge. Der Energiemix und somit die Emissionsentwicklung des Sektors Energiewirtschaft wird im Jahr 2022 in hohem Maße durch die Folgen der Invasion Russlands in die Ukraine, den Stopp russischer Gaslieferungen nach Deutschland, einer damit verbundenen Steigerung der Energiepreise sowie den Vorbereitungen zur Bekämpfung einer drohenden Energiekrise geprägt. Der Rückgang der Stromerzeugung aus Kernenergie sowie krisenbedingt aus Erdgas hat in der Öffentlichen Strom- und Wärmeversorgung einen vermehrten Einsatz von Stein- und Braunkohle und somit steigende Emissionen zur Folge. Im Berichtsjahr 2023 geht der Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung deutlich zurück. In der Folge sinken die Emissionen in der Energiewirtschaft.
Im Jahr 2024 belaufen sich die Treibhausgasemissionen der Energiewirtschaft in Nordrhein-Westfalen auf 64,7 Mio. t CO2-eq. Sie liegen damit 7,4 Mio. t CO2-eq, bzw. rund 10,2 % unter dem Emissionsniveau des Jahres 2023. Wie bereits im Vorjahr zeigt dieser Sektor auf Landes- wie auf Bundesebene den stärksten Emissionsrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Im Bundesdurchschnitt sinken die Emissionen des Sektors Energiewirtschaft gemäß dem Umweltbundesamt (2026) zwischen den Jahren 2023 und 2024 mit rund 14,9 Mio. t CO2-eq um rund 7,4 %. Hintergrund ist erneut die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkene Kohleverstromung (Information und Technik Nordrhein-Westfalen 2025a). Im Rahmen des Kohleausstiegs wurden Ende März 2024 weitere konventionelle Kraftwerke abgeschaltet, deren Laufzeit vorübergehend verlängert worden war, um die Stromversorgung in der Energiekrise abzusichern (Bundesnetzagentur 2025). Erdgaskraftwerke produzierten gemäß der AG Energiebilanzen (2025) im Jahr 2024 mehr Strom als im Vorjahr. Laut dem Umweltbundesamt (2026) spielt zudem der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle bei der Emissionsminderung in Deutschland. Diese hatten mit einem Anteil von 57 % an der Bruttostromerzeugung im Jahr 2024 den größten Anteil an der deutschen Stromerzeugung. Zudem wurde im Berichtsjahr 2024 erneut mehr Strom als im Vorjahr importiert als exportiert (AG Energiebilanzen 2025). Im Bereich der Heizkraftwerke dürfte sich zudem die im Vergleich zum Vorjahr mildere Witterung emissionsmindernd ausgewirkt haben (Umweltbundesamt 2026).
Dem Kraftwerkskataster Nordrhein-Westfalen zur Folge sinken die Emissionen aus der Kohleverstromung deutlich von 52,7 Mio. t CO2-eq im Jahr 2023 um rund 15 % auf 45,0 Mio. t CO2-eq im Jahr 2024. Im Hinblick auf die dort erfassten emissionshandelspflichtigen Anlagen sinken die Emissionen aus der Nutzung von Braunkohle dabei um 9,0 %, die Emissionen aus der Nutzung von Steinkohle in Kraftwerken der Energiewirtschaft vermindern sich um 36,4 %. Die Brennstoff-Emissionen aus der Verstromung von Erdgas sind in der nordrhein-westfälischen Energiewirtschaft im Jahr 2024 um 9,9 % auf 7,4 Mio. t CO2-eq gestiegen.
Die Emissionen im Sektor Industrie sinken im Jahr 2024 geringfügig um 1,3 %, bzw. 0,7 Mio. t CO2-eq von 51,1 Mio. t CO2-eq auf 50,5 Mio. t CO2-eq. Auf Bundesebene verbleiben die industriebedingten Emissionen im gleichen Zeitraum nahezu unverändert mit einem Plus von 0,2 %. Gemäß des Kraftwerkskatasters Nordrhein-Westfalen sinken die Emissionen der dort verzeichneten Industriekraftwerke mit dem Einsatz von Steinkohle um 21,0 %, die Emissionen aus der Nutzung von Erdgas hingegen steigen um 5,2 % an. Bis auf die Nahrungsmittelindustrie (Sektor 1A2e) mit einem Plus von 5,2 % sind die Emissionen in allen Wirtschaftszweigen rückläufig. Stärkere Emissionsrückgänge verzeichnen die Eisen- und Stahlindustrie (Sektor 1A2a) mit 2,9 % und die Papierindustrie (Sektor 1A2d) mit 3,9 %. In der Verarbeitung von Nichteisen-Metallen (Sektor 1A2b), der Chemischen Industrie (Sektor 1A2c) und der Verarbeitung Nichtmetallischer Minerale (Sektor 1A2f) belaufen sich die Emissionsrückgänge auf unter 1 %. Auch auf Bundesebene ist die Emissionsentwicklung laut dem Umweltbundesamt (2026) in den verschiedenen Industriebranchen sehr unterschiedlich: Emissionssteigerungen zeigen sich durch eine wirtschaftliche Erholung – im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen – in der chemischen Industrie und der Eisen-Stahl-Industrie, während in der Baustoffindustrie, insbesondere durch eine geringere Zementklinker-herstellung, Emissionsrückgänge zu verzeichnen sind. Die hohen Energiepreise setzen insbesondere die energieintensiven Wirtschaftszweige auch im Jahr 2024 weiter unter Druck. Die AG Energiebilanzen (2025) geht wie im Vorjahr grundsätzlich von einer sinkenden Produktion im produzierenden sowie verarbeitenden Gewerbe aus, welche tendenziell verbrauchssenkend auf den Energieverbrauch und somit emissionsmindernd wirkt. Mit Ausnahme der „Herstellung chemischer Erzeugnisse“ sinken die Produktionen der energie- bzw. stromintensiven Wirtschaftszweige im Jahr 2024 auf Bundesebene weiterhin. Darunter fallen die „Herstellung von Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden“, die „Metallerzeugung und -bearbeitung“ und die „Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus“, die bereits im Vorjahr deutliche Produktionsrückgänge erfuhren (AG Energiebilanzen 2025). Die Produktionsindices der nordrhein-westfälischen Industrie zeigen für das Jahr 2024 einen ähnlichen Trend: Während die Chemische Industrie im Vorjahresvergleich eine steigende Produktion verzeichnet, ist die Entwicklung in den übrigen Wirtschaftszweigen rückläufig (Statistische Bibliothek 2026, 2026a). Insgesamt geht der Landesbetrieb IT.NRW von einem Rückgang der Produktion in den energieintensiven Wirtschaftszweigen aus. Der Absatzwert der NRW-Industrieproduktion sinkt im Jahr 2024 um über fünf Prozent (Information und Technik Nordrhein-Westfalen 2025). Die AG Energiebilanzen (2025) geht davon aus, dass die hohen Energiepreise in allen Wirtschaftszweigen zusätzliche Anreize zur Nutzung bislang ungenutzter Effizienzpotenziale entfalten könnten. Die anhaltend erhöhten Energiepreise setzen weiterhin Anreize zur Erschließung zusätzlicher Effizienzpotenziale in der Industrie. Gleichzeitig dürfte die Erwartung, dass das frühere Preisniveau in absehbarer Zeit nicht wieder erreicht wird, Investitionen in energieeffiziente Technologien sowie in alternative Verfahren zur Verringerung des Energieeinsatzes, etwa durch den verstärkten Einsatz von Sekundärrohstoffen, begünstigen. Nach Einschätzung der AG Energiebilanzen (2025) sind deshalb über die strukturellen Veränderungen innerhalb der Industrie hinaus weitere Fortschritte bei der Energieproduktivität zu erwarten.
Im Verkehrssektor sind die Emissionen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Die Emissionsminderung liegt bei 1,9 %. Auf Bundesebene fällt laut Umweltbundesamt (2025, 2026) die Emissionsminderung mit 0,2 % deutlich geringer aus. Das Umweltbundesamt (2026) begründet diese Minderung hauptsächlich durch einen konjunkturbedingt geringeren Dieselverbrauch im Güterverkehr. Die Emissionen im Inlandsflugverkehr und in der Binnenschifffahrt sind auf Bundesebene leicht angestiegen. Auch Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und motorisierte Zweiräder verursachen laut Umweltbundesamt (2026) im Berichtsjahr 2024 geringfügig mehr Emissionen. Der Kraftstoff- und Energieverbrauch im Verkehrssektor ist der AG Energiebilanzen (2025) zu Folge im Jahr 2024 leicht gesunken. Die Arbeitsgemeinschaft geht davon aus, dass im Jahr 2024, zur Befriedigung von Mobilitätsbedürfnissen, rund 1,2 % weniger Kraftstoff verbraucht wurde als im Jahr zuvor. Der bundesweite Verbrauch von Dieselkraftstoff verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 2,4 %. Trotz dieses Rückgangs lag der Dieselabsatz weiterhin deutlich über dem Niveau der Ottokraftstoffe, deren Nachfrage im Jahr 2024 um 4,6 % zunahm. Im Verkehrssektor wurden insgesamt, unter anderem aufgrund einer Änderung der 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung, etwa 12 % weniger Biokraftstoffe eingesetzt als im Vorjahr (AG Energiebilanzen 2025).
Mit einer Minderung der Emissionen im Bereich der Lastkraftwagen sowie Last- und Sattelzüge von jeweils -4,3 % lässt sich die Aussage des Umweltbundesamtes gemäß des Emissionskatasters Straßenverkehr NRW auf Nordrhein-Westfalen übertragen. Auch die Emissionen der leichten Nutzfahrzeuge sind im Berichtsjahr 2024 um 0,7 % gesunken. Die AG Energiebilanzen (2025) führt den Rückgang des gewerblichen Pkw- und Lkw-Verkehrs auf die weiterhin hohen Kraftstoffpreise sowie eine konjunkturelle Abschwächung der Wirtschaft zurück. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Kraftstoffpreise im Jahr 2024 zurück. Der durchschnittliche Preis für Dieselkraftstoff lag um 4,2 % unter dem Vorjahresniveau, während die Preise für Ottokraftstoffe um 3 % sanken. Trotz dieser Entwicklung lagen die Kraftstoffpreise weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Energiepreiskrise. Nach Angaben der AG Energiebilanzen (2025) war 2024 nach 2022 und 2023 dennoch das bislang drittteuerste Tankjahr. Verglichen mit dem Jahr 2023 zeigen die Emissionen aus dem Pkw-Verkehr, trotz der nach wie vor hohen Kraftstoffpreise, in Nordrhein-Westfalen einen weitgehend konstanten Verlauf. Die Emissionen im Bereich Pkw steigen im Berichtsjahr 2024 leicht um 0,1 % und halten sich damit auf einem Niveau von 18,7 Mio. t CO2-eq. Die im vergangenen Jahr neu zugelassenen Elektrofahrzeuge im Pkw-Bestand wirken zusätzlich emissionsmindernd. Auf Landesebene hat sich der Bestand an Elektrofahrzeugen zwischen dem 01.01.2024 und dem 01.01.2025 um 20 % erhöht (Kraftfahrzeugbundesamt 2024, 2025). Die Emissionen der nordrhein-westfälischen Busflotte nehmen im Berichtsjahr 2024 um 2,3 % ab. Insgesamt ermittelt das landesweite Emissionskataster Straßenverkehr NRW für den Straßenverkehr in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 Emissionen in Höhe von 27,8 Mio. t CO2-eq. Dies entspricht einer Minderung von 1,1 % gegenüber dem Vorjahr 2023.
Im Schienenverkehr gehen die Emissionen im Berichtsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 % zurück. Dieser Rückgang wird von der AG Energiebilanzen (2025) ebenfalls mit einem geringeren Verbrauch an Dieselkraftstoff begründet. Auch im Sonstigen Verkehr (Offroad, Baumaschinen, land- und forstwirtschaftliche Maschinen) sind die Emissionen mit einem Minus von 16,4 % deutlich rückläufig. In der Binnenschifffahrt sind die Emissionen mit 2,2 % moderat gestiegen. Im Bereich des Flugverkehrsin Nordrhein-Westfalen sind im Jahr 2024 weitere Steigerungen der Passagierzahlen sowie des Frachtaufkommens zu beobachten. Gemäß Destatis (2025) haben sich die Passagierzahlen an den Hauptverkehrs-flughäfen in Nordrhein-Westfalen um rund 6 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Deutschlandweit nimmt der Verbrauch von Flugkraftstoffen im Berichtsjahr 2024 um 3,8 % ab (AG Energiebilanzen 2025). An den Hauptverkehrsflughäfen in Nordrhein-Westfalen steigen die Kraftstoff-verbräuche in der LTO-Phase im Berichtsjahr 2024 dagegen leicht um 0,7 % an (ifeu 2026). In Folge ist in Nordrhein-Westfalen auch eine leichte Erhöhung der Emissionen im Bereich des Flugverkehrs um 0,8 % Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Diese Emissionssteigerung deckt sich mit der vom Umweltbundesamt (2025, 2026) herausgegebenen Emissionserhöhung von 1,0 % für den nationalen Luftverkehr auf Bundesebene. Damit erreicht der Treibhausgas-Ausstoß des Flugverkehrs in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 ein Niveau von gut 378 Tsd. t. (Zum Vergleich: Im Jahr 2019 betragen die Emissionen in diesem Sektor 489 Tsd. t, im Corona-Krisenjahr 2020 203 Tsd. t.)
Im Sektor Haushalte und Kleinverbrauch sinken die Emissionen im aktuellen Bilanzjahr 2024 um 0,5 Mio. t CO2-eq, bzw. 2,1 % auf 21,9 Mio. t CO2-eq. Auf Bundesebene ist der Emissionsrückgang mit 2,3 % vergleichbar(Umweltbundesamt 2025, 2026). Im Jahr 2024 liegt die Zahl der Gradtage erneut unter dem Niveau des langjährigen Mittels. Dies weist grundsätzlich auf ein höheres durchschnittliches Temperaturniveau im Berichtsjahr und eine damit verbundene Reduzierung des Energiebedarfs zur Erzeugung von Raumwärme hin (AG Energiebilanzen 2025). Die milde Witterung sowie die anhaltenden Einspar- und Substitutionsbemühungen der Verbraucher infolge der hohen Energiepreise führt zu einer Verringerung der Emissionen in diesem Sektor. Der Zubau von Wärmepumpen war laut dem Umweltbundesamt (2026) im Jahr 2024 im Vergleich zum Rekordjahr 2023 leicht rückläufig. Trotzdem stieg der Bestand durch die erfolgten Neuinstallationen im Vorjahresvergleich um etwa 10 % an. Der Erdgasverbrauch ist im Jahr 2024 im Wesentlichen gekennzeichnet durch ein immer noch vergleichsweise hohes Preisniveau und anhaltende Einsparmaßnahmen der Verbraucher. Die AG Energiebilanzen (2025) gibt an, dass auch der Absatz von leichtem Heizöl in Folge der milden Witterung, jedoch auch auf Grund der Substitution ölbefeuerter Heizungsanlagen, laufender Effizienzverbesserungen sowie verhaltensbedingter Einsparungen der Verbraucher rückläufig sei. Die AG Energiebilanzen (2025) geht weiterhin davon aus, dass die demografische Entwicklung sowie der anhaltende Trend zu kleineren Haushalten, aber steigender durchschnittlicher Wohnfläche, einen verbrauchssteigernden Einfluss auf die Entwicklung des Energieverbrauchs und somit die Emissionsentwicklung haben.
Im Bereich Produktanwendung/Sonstige ist im Jahr 2024 eine Emissionsminderung um 5,4 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Die Emissionen dieses Sektors belaufen sich im Jahr 2024 auf 2,5 Mio. t CO2-eq. Emissionen dieses Sektors entstehen u. a. in Pkw- und Gebäudeklimaanlagen. Die Entwicklung der Emissionen in diesem Bereich unterliegt in Abhängigkeit von der Einführung neuer Technologien jährlichen Schwankungen. In diesem Sektor wirken sich vor allem die Vorgaben der F-Gas-Verordnung emissionsmindernd aus (Umweltbundesamt 2025b). Die Verordnung (EU) Nr. 517/2014 über fluorierte Treibhausgase wurde im Jahr 2024 durch die Verordnung (EU) 2024/573 abgelöst. Sowohl die frühere als auch die neue Verordnung zielen darauf ab, die Emissionen fluorierter Treibhausgase durch eine Beschränkung der am Markt verfügbaren Mengen sowie durch die Förderung klimafreundlicherer Alternativen zu reduzieren.
Auch im Sektor Landwirtschaft sind die Emissionen im Berichtsjahr 2024 mit einer Emissionsminderung von 4,8 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Sie belaufen sich auf 6,7 Mio. t CO2-eq. Rund 73 % der Emissionen sind auf die Tierhaltung, weitere 27 % auf die Nutzung landwirtschaftlicher Böden zurückzuführen. Der Emissionsrückgang resultiert in erster Linie aus einer Reduktion der Emissionen aus landwirtschaftlichen Böden. Auch die Methan-Emissionen aus der Darmgärung sind infolge der weiterhin abnehmenden Tierbeständen rückläufig. Im Hinblick auf die vergangenen zehn Jahre ist der Rinderbestand in Nordrhein-Westfalen um 16,7 %, im Vorjahresvergleich um 2,0 %, gesunken. Im nordrhein-westfälischen Milchkuhbestand ist in der Langfristentwicklung seit dem Jahr 2014 eine Minderung von 14,6 % zu verzeichnen (Information und Technik Nordrhein-Westfalen 2024).
Die Emissionen im Sektor Abfall sind im Berichtsjahr 2024 leicht um 5,1 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und belaufen sich auf 0,8 Mio. t CO2-eq. Dieser leichte Anstieg ist in erster Linie methodisch bedingt durch die Anpassungen der Global Warming Potentials von CH4 und N2O auf den sechsten Sachstandsbericht des IPCC zu erklären.
Auch im Jahr 2024 sind die Emissionen des Landnutzungssektors (LULUCF) großen Schwankungen unterworfen. In diesem Sektor werden die Auswirkungen der Landnutzung, der Landnutzungsänderungen sowie der Forstwirtschaft auf die Treibhausgasemissionen zusammengefasst. Die Kategorie Wald umfasst Laub-, Nadel- und Mischwaldflächen, in der Kategorie Ackerland werden Emissionen aus Ackerlandkulturen, Hopfen-, Wein- sowie Obstanbauflächen betrachtet. Emissionen aus der klassischen Grünlandnutzung (Wiesen, Weiden und Nassgrünland) sowie Gehölze werden in der Kategorie Grünland dargestellt. In der Kategorie Feuchtgebiete werden Emissionen aus terrestrischen Feuchtgebieten, Gewässern und dem Torfabbau summiert. Flächen zu Wohn-, Produktions- und Verkehrszwecken sowie innerstädtische Grünflächen sind in der Kategorie Siedlungen zusammengefasst. Die Daten werden dem LANUK jährlich vom Thünen-Institut zur Verfügung gestellt.
Seit der Einbeziehung der Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur, die weitreichende Kalamitäten durch Dürre und Borkenkäferbefall feststellte, sowie weiterer methodischer Anpassungen, z. B. bei der Berechnung von Emissionen aus Mineralböden, ist der Sektor zu einer Netto-Quelle von CO2-Emissionen geworden. Nach einem Emissionshöchststand im Jahr 2023 sind die Emissionen nun wieder rückläufig (s. Abbildung 4). Dies ist insbesondere auf die Landnutzungsarten Wald und Ackerland zurückzuführen. Hervorzuheben ist, dass die Emissionen in Nordrhein-Westfalen deutlich stärker rückläufig sind als im Bund. Dies ist auf den Umstand zurückzuführen, dass in Gesamtdeutschland die Emissionen aus organischen Böden, hier vor allem trockengelegte Moore, den größten Anteil der Emissionen des LULUCF-Sektors ausmachen (Thünen-Institut 2026). Da Nordrhein-Westfalen nur über vergleichsweise wenige Moorflächen verfügt, fällt dieser Emissionsbeitrag hier entsprechend deutlich geringer aus.
Im Berichtsjahr 2024 belaufen sich die Emissionen des LULUCF-Sektors insgesamt auf 2,7 Mio. t CO₂-Äquivalente, die aber in der Gesamtbilanzierung entsprechend unberücksichtigt bleiben.
Insgesamt ergeben sich (ohne den LULUCF-Sektor) im Jahr 2024 Gesamtemissionen in Höhe von 178,6 Mio. t CO2-eq. Sie liegen damit um 5,1 % unter dem Emissionsniveau des Vorjahres. Im Vergleich zum Basisjahr 1990 sind die Emissionen im Jahr 2024 um 51 % gesunken.
Aus den bisher vorliegenden Daten, insbesondere den Emissionsberichten des Emissionshandels, ergibt sich folgendes Bild für die Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Jahr 2025:
Der Energieverbrauch sowie der Energiemix des Jahres 2025 sind weiterhin durch die Energiepreise, die konjunkturelle Entwicklung sowie den Einfluss der Witterung geprägt.
Die Emissionen in der Energiewirtschaft nehmen im Jahr 2025 weiterhin ab. Die Emissionen in diesem Sektor sinken in Nordrhein-Westfalen voraussichtlich um 3,6 Mio. t CO2-eq auf 61,1 Mio. t CO2-eq. Dies entspricht einer Emissionsminderung von rund 6 % gegenüber dem Jahr 2024. Im Bundesdurchschnitt sind die Emissionen des Sektors Energiewirtschaft laut Umweltbundesamt (2026A, B) im gleichen Zeitraum um nur 0,3 % gesunken. In Bund und Land bleibt der Sektor Energiewirtschaft weiterhin mit einem Anteil von 29 % bzw. 27 % der dominierende Sektor.
Trotz kalter Wintermonate und in Folge dessen erhöhter Wärmenachfrage, stellt das Umweltbundesamt den leicht gestiegenen Energieeinsätzen einen veränderten, emissionsärmeren Energieträgermix gegenüber. Für die Strom- und Wärmeerzeugung wird im Berichtsjahr 2025 bundesweit mehr Erdgas und Steinkohle eingesetzt, während der Einsatz von Braunkohlen und Mineralölen in der Energiewirtschaft rückläufig ist (Umweltbundesamt 2026A, B). Emissionsmindernd wirkte zudem die gestiegene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, insbesondere der Photovoltaik aus (Umweltbundesamt 2026A)
Dem Kraftwerkskataster Nordrhein-Westfalen zur Folge sinken die Emissionen aus der Kohleverstromung deutlich von 45,0 Mio. t CO2-eq im Jahr 2024 um rund 9 % auf 41,1 Mio. t CO2-eq im Jahr 2025. Die Emissionen aus der Nutzung von Braunkohle sinken dabei um 11,4 %; die Emissionen aus der Nutzung von Steinkohle in Kraftwerken der Energiewirtschaft nehmen leicht um 6,7 % zu. Die Brennstoff-Emissionen aus der Verstromung von Erdgas sind dem Kraftwerkskataster Nordrhein-Westfalen zur Folge in der nordrhein-westfälischen Energiewirtschaft im Jahr 2025 um 12,2 % auf 8,3 Mio. t CO2-eq gestiegen.
Weiterhin sind für das Jahr 2025 folgende Tendenzen erkennbar:
Insgesamt ergeben sich daraus für Nordrhein-Westfalen vorläufige Emissionen für das Jahr 2025 von 171,5 Mio. t CO2-eq. Dies bedeutet eine Emissionsminderung um 7,1 Mio. t CO2-eq bzw. 4,0 % im Vergleich zum Vorjahr 2024. Gegenüber dem Basisjahr 1990 sinken die Emissionen im Berichtsjahr 2025 voraussichtlich um rund 53 %.
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