Treibhausgasemissionen

Treibhausgas-Emissionsinventar Nordrhein-Westfalen 2023/2024

Nordrhein-Westfalen unterhält ein Treibhausgas-Emissionsinventar, das sich an den Vorgaben des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC 2006) orientiert. Die Treibhausgase (THG) Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas sowie HFC, PFC, SF6 und NF3 werden darin für die IPCC-Sektoren Energie, Industrieprozesse, Landwirtschaft, Abfall und Sonstige detailliert dokumentiert.

 

Im Jahr 2022 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 218,0 Mio. t CO2-Äquivalente emittiert. Dies bedeutet eine weitgehend konstante Emissionsentwicklung gegenüber dem Vorjahr 2021. Die Emissionen sind im Berichtsjahr 2022 leicht um rund 0,8 Mio. t CO2-Äquivalente, bzw. 0,4 % gestiegen. Gegenüber dem Emissionsniveau von 1990 bedeutet dies eine Minderung von ca. 41 %.

Mit 44,5 % entstanden im Jahr 2022 etwas weniger als die Hälfte der THG-Emissionen im Sektor Energiewirtschaft (Abbildung 1). Weitere bedeutende Emissionssektoren sind die Emissionen der Industrie (24,8 %), der Verkehr (14,6 %) sowie Haushalte und Kleinverbraucher (11,0 %). Die Bereiche Land­wirtschaft und Abfall verursachen 3,0 % bzw. 0,3 % der nordrhein-westfälischen Treibhausgas-Emissionen. Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen, z. B. aus Steinkohlezechen und der Öl- und Gaswirtschaft, machen etwa 0,4 % der Emissionen aus. Durch Produktanwendungen wie bei­spielsweise Pkw-Klimaanlagen und Gebäudekälte entstehen ebenfalls etwa 1,5 % der THG-Emissionen.

Die Zeitreihe ab 1990 (Tabelle 1 und Abbildungen 2/3 und 4) zeigt folgende Entwicklung:

Zwischen den Jahren 1990 und 2005 sind erhebliche Minderungen der THG-Emissionen um rund 40 Mio. t CO2eq zu verzeichnen, die im Wesentlichen in den Sektoren Industrie (technische Maßnahmen/Strukturwandel), Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen (Grubengas aus Steinkohlezechen) und Abfall (Reduzierung/Erfassung von Deponiegasen) stattfinden. Im weiteren Verlauf zeigt sich im Jahr 2009 ein deutlicher, durch die Wirtschaftskrise verursachter Rückgang der Emissionen. Die folgenden Jahre bis 2013 bringen insgesamt einen Anstieg auf Grund der konjunkturellen Erholung. Im Jahre 2014 folgt eine deutliche Reduzierung, die zu einem großen Teil auf die milde Witterung zurückzuführen ist. Es ist aber in NRW auch eine Reduzierung der Emissionen im Sektor Energiewirtschaft festzustellen, deren Ursache in einer Reduktion der Verstromung fossiler Brennstoffe liegt. Im Jahr 2015 setzt sich diese Tendenz noch fort. Dies gilt allerdings nicht mehr für das Jahr 2016, in dem nur wenige Kraftwerksblöcke abgeschaltet wurden und auch neue Gaskraftwerke in Betrieb gegangen sind. In den Jahren 2017 und 2018 sind die Emissionen in der Energiewirtschaft weiter gesunken. Auch im Jahr 2019 ist eine fortschreitende Emissionsminderung im Sektor Energiewirtschaft festzustellen, deren Ursache in einer insgesamt geringeren Auslastung der Kraftwerke und der Stilllegung einzelner Kraftwerksblöcke liegt. Im Jahr 2020 setzt sich der deutliche Emissionsrückgang der Vorjahre fort. Große Emissionsrückgänge sind aus der sinkenden Verstromung von Braun- und Steinkohle zu verzeichnen, trotz der Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4. Emissionsmindernd wirken sich zudem der gestiegene CO2-Preis sowie die Corona-Pandemie aus. Im Jahr 2021 entfällt auf Grund der witterungsbedingt niedrigen Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien ein erhöhter Anteil im Energiemix auf Braun- und Steinkohle. Dies hat einen Anstieg der Emissionen zur Folge. Im Jahr 2022 belaufen sich die Treibhausgas-Emissionen der Energiewirtschaft auf 97,1 Mio. t CO2eq. Sie liegen damit 6,1 Mio. t CO2eq, bzw. rund 7 % über dem Emissionsniveau des Jahres 2021. Wie bereits im Jahr 2021 sind die Stein- und Braunkohleeinsätze zur Gewinnung von Strom und Wärme weiter angestiegen. Der Arbeitskreis Energiebilanzen (AGEB 2023) erklärt den vermehrten Einsatz dieser Energieträger mit der Substitution einer verminderten Stromerzeugung aus Kernkraft und Erdgas. Gemäß AGEB (2023) wurden im Jahr 2022 der Energieverbrauch sowie der Energiemix in hohem Maße durch die Folgen der Invasion Russlands in die Ukraine, den Stopp russischer Gaslieferungen nach Deutschland, einer damit verbundenen Steigerung der Energiepreise sowie den Vorbereitungen zur Bekämpfung einer drohenden Energiekrise geprägt. Der Rückgang der Stromerzeugung aus Kernenergie sowie krisenbedingt aus Erdgas hatte in der Öffentlichen Strom- und Wärmeversorgung einen vermehrten Einsatz von Stein- und Braunkohle zur Folge. Emissionssteigernd wirkte sich laut UBA (2023) zudem eine insgesamt vermehrte Stromproduktion als Beitrag zur Sicherung der Versorgungssicherheit im europäischen Ausland aus. In Nordrhein-Westfalen stiegen die Emissionen aus der Kohleverstromung von 70,1 Mio. t CO2eq im Jahr 2021 um rund 9 % auf 76,7 Mio. t CO2eq im Jahr 2022. Die Emissionen aus der Nutzung von Braunkohle stiegen dabei um rund 6 % an, die Emissionen aus der Nutzung von Steinkohle in Kraftwerken der Energiewirtschaft erhöhten sich um 22 %. Insgesamt ist der Energiemix 2022 in Deutschland der AGEB (2023) zur Folge aufgrund gezielter Maßnahmen zur Bekämpfung der Energiekrise kohlenstoffintensiver geworden. Auf Bundesebene sind die Emissionen der Energiewirtschaft zwischen den Jahren 2021 und 2022 um 4,4 % gestiegen (UBA 2023). Auch ein Anstieg der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien konnte diese negative Entwicklungsentwicklung nicht ausgleichen. Gegenüber dem windschwachen Vorjahr 2021 nahm die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2022 zu. Deutschlandweit stellen die erneuerbaren Energien im Jahr 2022 die wichtigste heimische Energiequelle dar (AGEB 2023).

Im Berichtsjahr 2022 sind die Industrie-Emissionen in Nordrhein-Westfalen um ca. 4,2 Mio. t CO2eq gesunken. Dies entspricht einer Emissionsminderung von 7,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch auf Bundesebene sind die Emissionen der Industrie zwischen den Jahren 2021 und 2022 um 10,4 % zurückgegangen (UBA 2023).

Die Produktionsindices der betrachteten Sektoren spiegeln in vielen Branchen die negativen Auswirkungen der Ukraine-Krise wider (IT.NRW 2023). Gemäß AGEB (2023) sank die Produktion im produzierenden sowie verarbeitenden Gewerbe im Jahr 2022 infolge der hohen Energiepreise sowie infolge von Material- bzw. Lieferengpässen. Von den Energiepreissteigerungen waren insbesondere energieintensive Wirtschaftszweige betroffen. Mit Ausnahme der Nahrungsmittelindustrie sind die Emissionen aller nordrhein-westfälischen Industriesektoren im Berichtsjahr 2022 gesunken. Mit einer Minderung von 14,8 % sind im Sektor 1A2d (Zellstoff, Papier, Druck) die höchsten Emissionsminderungen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Analog zu den gesunkenen Produktionsindices sind in der Eisen- und Stahlindustrie (Sektor 1A2a) ein Rückgang von 6,5 %, in der chemischen Industrie (Sektor 1A2c) eine Minderung von 8,3 % und bei der Verarbeitung von Nichteisen-Metallen (Sektor 1A2b) ein Emissionsrückgang von 5,5 % zu beobachten. Auch der Sektor 1A2f (Nichtmetallische Minerale) hat trotz positiver Konjunktureffekte leichte Emissionsminderungen zu verzeichnen. Diese Entwicklung entspricht den Tendenzen auf Bundesebene, wo energieintensive Wirtschaftszweige wie die „Herstellung von chemischen Erzeugnissen“, die „Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus“ oder die „Metallerzeugung und -bearbeitung“ erhebliche Produktionsrückgange zu verzeichnen hatten, nachdem sie im vergangenen Jahr 2021 ihre Produktion noch ausweiten konnten (AGEB 2023). Die AGEB postuliert, dass die hohen Energiepreise in Kombination mit der Sorge vor Unterbrechungen in der Energieversorgung bei den Unternehmen Anreize zur Hebung ungenutzter Effizienzpotenziale sowie zur Investition in Energiespartechnologien gesetzt haben könnten. Dies könnte zur Folge haben, dass trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage in der Industrie entsprechende Einspar- und Substitutionsbemühungen zu Emissionsminderungen führen können.

Die Emissionen im Verkehrssektor sind im Jahr 2022 angestiegen. Die Emissionsveränderung liegt insgesamt bei 5,2 %. Bundesweit ist eine vergleichbare Emissionsentwicklung zu verzeichnen. Auf Bundesebene stiegen die Emissionen des Verkehrs gegenüber 2021 um 2,3 % (UBA 2023).

Im Bereich des Flugverkehrs ist in Nordrhein-Westfalen im Berichtsjahr 2022 eine deutliche Erholung der Passagierzahlen sowie des Frachtaufkommens zu beobachten. Die Passagierzahlen sowie das Frachtaufkommen an den NRW-Flughäfen haben sich im Jahr 2022 um fast 60 % im Vergleich zum Vorjahr gesteigert (Destatis 2023). Diese Entwicklung spiegelt die Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen und damit verbundene Nachholeffekte wider. Die Emissionen dieses Subsektors stiegen um rund 48,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegenzug weisen die Subsektoren Schiene und Schiff leichte Emissionsminderungen von 5,3 %, bzw. 7,0 % im Vergleich zum Vorjahr auf. Die Emissionen des Straßenverkehrs steigen dem Bundestrend folgend zwischen den Jahren 2021 und 2022 um 4,3 % an. Diese Entwicklung lässt sich differenziert nach Fahrzeugklassen darlegen: die Emissionen im Bereich von Pkw, leichten Nutzfahrzeugen, Bussen, Krafträdern sowie Last- und Sattelzügen stiegen im Berichtsjahr 2022 trotz gestiegener Kraftstoffpreise an. Die Emissionssteigerung rangierte dabei zwischen 0,8 % bei Last- und Sattelzügen und 10,8 % bei Krafträdern. Pkw-Emissionen stiegen zwischen den Jahren 2021 und 2022 um 5,7 % an. Die hohen Kraftstoffpreise trugen gemäß AGEB (2023) nicht dazu bei, dass auf Fahrten mit dem eigenen Pkw verzichtet wurde. Auch die temporäre Einführung des „9-Euro-Tickets“ konnte der steigenden Emissionsentwicklung nicht entgegenwirken (UBA 2023). Emissionssteigernd hat sich zudem der „Tankrabatt“ der Bundesregierung, d. h. die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe, ausgewirkt. Auch ein deutlicher Anstieg der Neuzulassungen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen im Jahr 2022 in Nordrhein-Westfalen konnte diese Emissionsentwicklung nicht ausgleichen.

Im Sektor 1A4-5 Haushalte und Kleinverbrauch sind die Emissionen im ak­tuellen Bilanzjahr 2022 um 2,1 Mio. t CO2eq, bzw. 8,0 % auf 24,0 Mio. t CO2eq gesunken. Im Bundesdurchschnitt sind die Emissionen dieses Sektors im gleichen Zeitraum um 5,3 % gesunken (UBA 2023). Die Emissionen der privaten Haushalte verringerten sich gemäß AGEB 2023 im Jahr 2022 aufgrund des Witterungseffektes und der Einspar- sowie Substitutionsbemühungen der Verbraucher. Letztere sind vornehmlich auf die gestiegenen Energiepreise zurückzuführen (UBA 2023). Die milde Witterung des Jahres 2022 unterstützte die Einsparmaßnahmen in diesem Sektor. Gegenläufig haben sich mutmaßlich die gestiegenen Heizölkäufe ausgewirkt. In Erwartung einer möglichen Energiekrise sind die Absätze von leichtem Heizöl im Jahr 2022, nach den verminderten Heizölkäufen des Vorjahres, erneut angestiegen (UBA 2023).

Im Bereich Produktanwendung/Sonstige ist im Jahr 2022 eine Emissionsminderung um 3,8 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Emissionen dieses Sektors entstehen u. a. in Pkw- und Gebäudeklima­anlagen. Die Entwicklung der Emissionen in diesem Bereich unterliegt in Abhängigkeit von der Einführung neuer Technologien jährlichen Schwankun­gen. Für die aufgezeigte Minderung im Berichtsjahr 2022 ist dem Umweltbundesamt (2023) zu Folge überwiegend ein verringerter Ausstoß von Fluorierten Gasen verant­wortlich.

Im Sektor Landwirtschaft sind die Emissionen im Berichtsjahr 2022 um 8,3 % auf 6,4 Mio. t CO2eq gesunken. Gründe hierfür sind vor allem in den weiter abnehmenden Tierbeständen zu finden. Im Sektor Abfall ist eine erhebliche Emissionssteigerung um 64,6 % zu verzeichnen. Mit Emissionen in Höhe von 0,7 Mio. t CO2eq macht der Sektor Abfall jedoch weiterhin nur einen Anteil von 0,3 % der Gesamtemissionen Nordrhein-Westfalens aus.

Insgesamt ergeben sich im Jahr 2022 Gesamtemissionen in Höhe von 218,0 Mio. t CO2eq. Sie liegen damit um 0,4 % über dem Emissionsniveau des Vorjahres. Im Vergleich zum Basisjahr 1990 sind die Emissionen im Jahr 2022 um ca. 41 % gesunken.

Nordrhein-Westfalen unterhält ein Treibhausgas-Emissionsinventar, das sich an den Vorgaben des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC 2006) orientiert. Die Treibhausgase (THG) Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas sowie HFC, PFC, SF6 und NF3 werden darin für die IPCC-Sektoren Energie, Industrieprozesse, Landwirtschaft, Abfall und Sonstige detailliert dokumentiert.

 

Treibhausgasemissionen für das Jahr 2023

Im Jahr 2023 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 187,9 Mio. t CO2-Äquivalente emittiert. Dies bedeutet eine Emissionsminderung von 14,0 % gegenüber dem Vorjahr 2022. Die Emissionen sinken im Berichtsjahr 2023 um rund 30,5 Mio. t CO2-Äquivalente. Gegenüber dem Emissionsniveau von 1990 bedeutet dies eine Minderung von ca. 49 %.

Aus den bisher vorliegenden Daten, insbesondere den Emissionsberichten des Emissionshandels, ergibt sich folgendes Bild für die Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Jahr 2023:

Die Emissionen in der Energiewirtschaft nehmen im Jahr 2023 stark ab. Die Emissio­nen in diesem Sektor sinken in Nordrhein-Westfalen um ca. 25,2 Mio. t CO2eq auf 71,9 Mio. t CO2eq. Dies entspricht einer Emissionsminderung von 26,0 % gegenüber dem Jahr 2022. Im Bundesdurchschnitt sind die Emissionen des Sektors Energiewirtschaft laut UBA 2024 im gleichen Zeitraum mit rund 51,8 Mio. t CO2eq um 20,1 % gesunken. Diese Emissionsminderungen sind laut UBA (2024) im Wesentlichen durch einen Rückgang beim Einsatz von Braun- und Steinkohle sowie bei Erdgas zu erklären. Emissionsmindernd wirkte sich laut UBA (2024) zudem ein Stromimportüberschuss aus dem Ausland aus. Die Erzeugung von Fernwärme (Heizwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen) nahm im Berichtsjahr 2023 vor allem bedingt durch die milderen Außentemperaturen ebenfalls ab (AGEB 2024). Positiven Einfluss auf die Emissionsentwicklung nahmen zudem der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie ein erhöhtes Wind- und Wasserdargebot, so dass die erneuerbaren Energien im Gesamtergebnis 2023 bundesweit die wichtigste heimische Energiequelle darstellten (AGEB 2024).

In Nordrhein-Westfalen sanken die Emissionen aus der Kohleverstromung deutlich von 76,7 Mio. t CO2eq im Jahr 2022 um rund 31 % auf 52,7 Mio. t CO2eq im Jahr 2023. Die Emissionen aus der Nutzung von Braunkohle sanken dabei um 29,0 %, die Emissionen aus der Nutzung von Steinkohle in Kraftwerken der Energiewirtschaft verminderten sich um 38,6 %. Die Brennstoff-Emissionen aus der Verstromung von Erdgas sind in der nordrhein-westfälischen Energiewirtschaft im Jahr 2023 um 1,9 % auf 6,8 Mio. t CO2eq gestiegen.

Weiterhin sind für das Jahr 2023 folgende Tendenzen erkennbar:

  • Das UBA hat für den Sektor Haushalte und Kleinverbraucher eine Emissionsminderung von 7,5 % ermittelt. Auf Nordrhein-Westfalen übertragen entspricht diese Entwicklung einer Emissionsminderung von rund 1,8 Mio. t CO2eq gegenüber dem Jahr 2022 auf 22,2 Mio. t CO2eq. Im Jahr 2023 lag die Zahl der Gradtage unter dem Niveau des langjährigen Mittels. Damit verbunden war eine Reduzierung des Energiebedarfs, insbesondere zur Beheizung von Wohnräumen (AGEB 2024). Die im Vergleich zum Vorjahr mildere Witterung sowie die anhaltenden Einspar- und Substitutionsbemühungen der Verbraucher infolge der hohen Energiepreise führte zu einer Verringerung der Emissionen in diesem Sektor. Auch der Zubau an Wärmepumpen wirkte sich laut UBA (2024) positiv auf die Emissionsentwicklung im Gebäudebereich aus. Gegenläufig haben sich mutmaßlich die gestiegenen Heizölkäufe ausgewirkt, da der Preis für diesen Energieträger gegenüber dem Krisenjahr 2022 wiederum gesunkenen ist (AGEB 2024).
  • Für den Straßenverkehr hat das UBA deutschlandweit eine leichte Emissionsminderung um 1,2 % abgeschätzt. Das UBA (2024) begründet diese Minderung hauptsächlich durch eine verminderte Fahrleistung im Güterverkehr. Mit einer verminderten Fahrleistung im Bereich der Lastkraftwagen sowie Last- und Sattelzüge von -1,5 % lässt sich diese Aussage gemäß des Emissionskatasters Straßenverkehr NRW auf Nordrhein-Westfalen übertragen. Die Emissionen aus dem Betrieb von Lastkraftwagen und Last- und Sattelzügen sanken dementsprechend im Berichtjahr 2023um 1,5 bzw. 1,6 % gegenüber dem Vorjahr. Verglichen mit dem Jahr 2022 zeigen die Emissionen aus dem Pkw-Verkehr, trotz der nach wie vor hohen Kraftstoffpreise, einen weitgehend konstanten Verlauf. Die Emissionen im Bereich Pkw steigen im Berichtsjahr 2023 leicht um 0,4 % auf 18,7 Mio. t CO2eq. Dies geht einher mit einer gestiegenen Fahrleistung von rund 2,1 %. Die im vergangenen Jahr neu zugelassenen Elektrofahrzeuge im Pkw-Bestand wirken hingegen emissionsmindernd. Insgesamt ermittelt das landesweite Emissionskataster Straßenverkehr NRW für den Straßenverkehr in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 Emissionen in Höhe von 28,1 Mio. t CO2eq bei einer leicht gestiegenen Gesamtfahrleistung über alle Fahrzeugklassen von 1,8 %. Dies entspricht einer Emissionsminderung von 0,1 % gegenüber dem Jahr 2022.
  • Im Bereich des Flugverkehrs sind in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 weitere Steigerungen der Passagierzahlen sowie des Frachtaufkommens zu beobachten. Gemäß Destatis (2024) haben sich die Passagierzahlen an den Hauptverkehrsflughäfen um rund 18 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Auch der Verbrauch von Flugkraftstoffen nahm im Berichtsjahr 2023 erneut zu (AGEB 2024). In Nordrhein-Westfalen steigen die Emissionen im Bereich des Flugverkehrs im Jahr 2023 um 7,8 % an. Diese Emissionssteigerung deckt sich mit der vom UBA (2024) herausgegebenen Emissionserhöhung von 8,0 % für den nationalen Luftverkehr auf Bundesebene.
  • Im Bereich des Schienen- und Schiffsverkehrs ist mit einem fortschreitenden Rückgang der Emissionen zu rechnen.
  • Die Emissionen im Sektor Industrie sinken im Jahr 2023 um 5,9 %, bzw. 3,2 Mio. t CO2eq von 54,1 Mio. t CO2eq auf schätzungsweise 51,0 Mio. t CO2eq. Mit Ausnahme der Eisen- und Stahlindustrie (Sektor 1A2a) sind in Nordrhein-Westfalen in allen Industriezweigen rückläufige Emissionswerte zu verzeichnen. Insbesondere bei der Verarbeitung Nichtmetallischer Minerale (Sektor 1A2f) ist ein drastischer Emissionsrückgang von 44 % im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Auch der Produktionsindex dieses Sektors sank im Jahr 2023 durchschnittlich um rund 18 %. Insgesamt zeigen die Produktionsindices der nordrhein-westfälischen Industrie eine rückläufige Tendenz. Gründe hierfür sind laut AGEB (2024) in Produktionsrückgängen aufgrund der hohen Energiepreise und gestiegenen Herstellungskosten sowie der schwachen Konjunktur zu finden. Die stark angestiegenen Energiekosten führten durch entsprechende Einspar- und Substitutionsbemühungen zu einem Rückgang der energiebedingten Emissionen. Der Einsatz fossiler Brennstoffe, insbesondere von Erdgas und Steinkohle, ist entsprechend gesunken (UBA 2024). Dem Kraftwerkskataster Nordrhein-Westfalen zur Folge sind im Sektor Industrie die Emissionen aus dem Einsatz von Steinkohle voraussichtlich um 17,3 % gesunken, die Emissionen aus der Nutzung von Erdgas vermindern sich um 3,1 %.
  • Die Emissionen im Sektor Produktanwendungen/Sonstige sinken auf Bundesebene um durchschnittlich 6,4 % (UBA 2024). Auf Nordrhein-Westfalen übertragen ist im Jahr 2023 ein Emissionsrückgang von 3,2 Mio. t CO2eq auf 3,0 Mio. t CO2eq zu verzeichnen.
  • Im Sektor Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen zeichnen sich keine Veränderungen ab. Die Emissionen aus der Kohleförderung bleiben vo­raussichtlich auf dem Vorjahresniveau.
  • Das UBA ermittelt für den Sektor Landwirtschaft eine Emissionsreduktion von durchschnittlich 1,8 %. Auf Nordrhein-Westfalen übertragen bedeutet dies eine weitgehend konstante Emissionsentwicklung. Die Emissionen verändern sich im Berichtsjahr 2023 leicht von 6,4 Mio. t CO2eq auf 6,3 Mio. t CO2eq.
  • Im Abfallbereich sind im Berichtjahr 2023 keine nennenswerten Veränderungen zu erwarten.

Insgesamt ergeben sich daraus für Nordrhein-Westfalen vorläufige Emissionen für das Jahr 2023 von 187,5 Mio. t CO2eq. Dies bedeutet eine Emissionsminderung um 30,6 Mio. t CO2eq bzw. 14,0 % im Vergleich zum Vorjahr 2022. Gegenüber 1990 sinken die Emissionen im Berichtsjahr 2023 voraussichtlich um rund 49 %.

Tabelle 1: Zeitreihe der Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen nach Sektoren (Quellen: WI 2005 und LANUV NRW 2024)

Im Jahr 2023 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 187,9 Mio. t CO2-Äquivalente emittiert. Dies bedeutet eine Emissionsminderung von 14,0 % gegenüber dem Vorjahr 2022. Die Emissionen sinken im Berichtsjahr 2023 um rund 30,5 Mio. t CO2-Äquivalente. Gegenüber dem Emissionsniveau von 1990 bedeutet dies eine Minderung von ca. 49 %.

Mit 38,4 % entstehen im Jahr 2023 deutlich weniger als die Hälfte der THG-Emissionen im Sektor Energiewirtschaft (Abbildung 1). Weitere bedeutende Emissionssektoren sind die Industrie (27,2 %), der Verkehr (16,8 %) sowie Haushalte und Kleinverbraucher (11,9 %). Die Bereiche Land­wirtschaft und Abfall verursachen 3,6 % bzw. 0,4 % der nordrhein-westfälischen Treibhausgas-Emissionen. Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen, z. B. aus den Anlagen des Bergbaus und der Öl- und Gaswirtschaft, machen etwa 0,4 % der Emissionen aus. Durch Produktanwendungen wie beispielsweise Pkw-Klimaanlagen und Gebäudekälte entstehen etwa 1,4 % der THG-Emissionen.

Die Zeitreihe ab 1990 (Tabelle 1 und Abbildungen 2/3 und 5) zeigt folgende Entwicklung:

Zwischen den Jahren 1990 und 2005 sind erhebliche Minderungen der THG-Emissionen um rund 40 Mio. t CO2-eq zu verzeichnen, die im Wesentlichen in den Sektoren Industrie (technische Maßnahmen/Strukturwandel), Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen (Grubengas aus Steinkohlezechen) und Abfall (Reduzierung/Erfassung von Deponiegasen) stattfinden. Im weiteren Verlauf zeigt sich im Jahr 2009 ein deutlicher, durch die Wirtschaftskrise verursachter Rückgang der Emissionen. Die folgenden Jahre bis 2013 bringen insgesamt einen Anstieg auf Grund der konjunkturellen Erholung. Im Jahre 2014 folgt eine deutliche Reduzierung, die zu einem großen Teil auf die milde Witterung zurückzuführen ist. Es ist aber in NRW auch eine Reduzierung der Emissionen im Sektor Energiewirtschaft festzustellen, deren Ursache in einer Reduktion der Verstromung fossiler Brennstoffe liegt. Im Jahr 2015 setzt sich diese Tendenz noch fort. Dies gilt allerdings nicht mehr für das Jahr 2016, in dem nur wenige Kraftwerksblöcke abgeschaltet werden und auch neue Gaskraftwerke in Betrieb gehen. In den Jahren 2017 und 2018 sinken die Emissionen in der Energiewirtschaft weiter. Auch im Jahr 2019 ist eine fortschreitende Emissionsminderung im Sektor Energiewirtschaft festzustellen, deren Ursache in einer insgesamt geringeren Auslastung der Kraftwerke und der Stilllegung einzelner Kraftwerksblöcke liegt. Im Jahr 2020 setzt sich der deutliche Emissionsrückgang der Vorjahre fort. Große Emissionsrückgänge sind aus der sinkenden Verstromung von Braun- und Steinkohle zu verzeichnen, trotz der Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4. Emissionsmindernd wirken sich zudem der gestiegene CO2-Preis sowie die Corona-Pandemie aus. Im Jahr 2021 entfällt auf Grund der witterungsbedingt niedrigen Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien ein erhöhter Anteil im Energiemix auf Braun- und Steinkohle. Dies hat einen Anstieg der Emissionen zur Folge. Der Energiemix und somit die Emissionsentwicklung des Sektors Energiewirtschaft wird im Jahr 2022 in hohem Maße durch die Folgen der Invasion Russlands in die Ukraine, den Stopp russischer Gaslieferungen nach Deutschland, einer damit verbundenen Steigerung der Energiepreise sowie den Vorbereitungen zur Bekämpfung einer drohenden Energiekrise geprägt. Der Rückgang der Stromerzeugung aus Kernenergie sowie krisenbedingt aus Erdgas hat in der Öffentlichen Strom- und Wärmeversorgung einen vermehrten Einsatz von Stein- und Braunkohle und somit steigende Emissionen zur Folge.

Im Jahr 2023 belaufen sich die Treibhausgas-Emissionen der Energiewirtschaft in Nordrhein-Westfalen auf 72,1 Mio. t CO2-eq. Sie liegen damit 25,0 Mio. t CO2-eq, bzw. rund 26 % unter dem Emissionsniveau des Jahres 2022. Im Bundesdurchschnitt sinken die Emissionen des Sektors Energiewirtschaft gemäß dem Umweltbundesamt (2025) im gleichen Zeitraum mit rund 54,1 Mio. t CO2-eq um rund 21 %. Der Sektor Energiewirtschaft verzeichnet damit auf Bundes- und Landesebene über alle Sektoren den stärksten Emissionsrückgang des Berichtsjahres 2023. Hintergrund ist unter anderem die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkene Kohleverstromung. Laut dem Umweltbundesamt (2025) spielen zudem der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien und der Wechsel von einem Stromexport- zu einem Stromimportüberschuss bei gleichzeitig gesunkener Energienachfrage infolge höherer Verbraucherpreise eine Rolle bei der Emissionsminderung in Deutschland. Die Erzeugung von Fernwärme (Heizwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen) nimmt im Berichtsjahr 2023 vor allem bedingt durch die milderen Außentemperaturen ebenfalls ab (AG Energiebilanzen 2024). Die erneuerbaren Energien stellen im Jahr 2023 bundesweit die wichtigste heimische Energiequelle dar (AG Energiebilanzen 2024).

Dem Kraftwerkskataster Nordrhein-Westfalen zur Folge sinken die Emissionen aus der Kohleverstromung deutlich von 76,7 Mio. t CO2-eq im Jahr 2022 um rund 31 % auf 52,7 Mio. t CO2-eq im Jahr 2023. Im Hinblick auf die dort erfassten emissionshandelspflichtigen Anlagen sinken die Emissionen aus der Nutzung von Braunkohle dabei um 29,0 %, die Emissionen aus der Nutzung von Steinkohle in Kraftwerken der Energiewirtschaft vermindern sich um 38,6 %. Die Brennstoff-Emissionen aus der Verstromung von Erdgas sind in der nordrhein-westfälischen Energiewirtschaft im Jahr 2023 leicht um 1,9 % auf 6,8 Mio. t CO2-eq gestiegen.

Die Emissionen im Sektor Industrie sinken im Jahr 2023 um 5,6 %, bzw. 3,0 Mio. t CO2-eq von 54,1 Mio. t CO2-eq auf 51,1 Mio. t CO2-eq. Auf Bundesebene sinken die industriebedingten Emissionen im gleichen Zeitraum um 7 %. Auch hier wird der Emissionsrückgang durch den gesunkenen Einsatz fossiler Brennstoffe bestimmt. Dem Kraftwerkskataster Nordrhein-Westfalen zur Folge sinken die Emissionen im Sektor Industrie aus dem Einsatz von Steinkohle um 17,3 %, die Emissionen aus der Nutzung von Erdgas vermindern sich um 3,1 %. Die Emissionen der Eisen- und Stahlindustrie (Sektor 1A2a) sowie die Emissionen aus der Verarbeitung von Nichteisen-Metallen (Sektor 1A2b) zeigen zwischen den Jahren 2022 und 2023 in Nordrhein-Westfalen einen konstanten Verlauf. In allen übrigen Industriezweigen sind rückläufige Emissionswerte zu verzeichnen. Die Emissionen der Chemischen Industrie (Sektor 1A2c) sinken im Jahr 2023 um rund 12 % im Vergleich zum Vorjahr. Einen deutlichen Emissionsrückgang von rund 16 % hat ebenfalls die Verarbeitung Nichtmetallischer Minerale (Sektor 1A2f) zu verzeichnen. Die Emissionen der Papierindustrie und der Nahrungsmittelindustrie sinken um 12 %, bzw. 11 % gegenüber dem Vorjahr 2022. Treiber der Emissionsentwicklung sind laut AG Energiebilanzen (2024) und Umweltbundesamt (2025) eine negative konjunkturelle Entwicklung sowie Produktionsrückgänge aufgrund der hohen Energiepreise und gestiegenen Herstellungskosten. In ihrem Jahresbericht gibt die AG Energiebilanzen (2024) an, dass aufgrund von hohen Energiepreisen und Lieferproblemen bei wichtigen Vorleistungen bzw. Vorprodukten die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Jahr 2023 um rund 2 %, im Verarbeitenden Gewerbe um rund 1 % abnahm. Die energieintensiven Wirtschaftszweige sind von den Energiepreissteigerungen dabei besonders betroffen. Auf Bundesebene verzeichnen der AG Energiebilanzen (2024) zur Folge die „Herstellung von Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden“, die „Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus“, die „Gewinnung von Steinen und Erden, sonstiger Bergbau“ sowie die „Herstellung von chemischen Erzeugnissen“ überdurchschnittlich starke Produktionsrückgänge. Auch der Landesbetrieb IT.NRW attestiert der energieintensiven NRW-Industrie überdurchschnittliche Produktionsrückgänge im Jahr 2023. Die Produktionsindices der einzelnen Wirtschaftszweige belegen diesen Trend (IT.NRW 2025). Die AG Energiebilanzen (2024) geht davon aus, dass die hohen Energiepreise in allen Wirtschaftszweigen zusätzliche Anreize zur Nutzung bislang ungenutzter Effizienzpotenziale entfalten könnten. Diese könnten durch entsprechende Einspar- und Substitutionsbemühungen zu einem weiteren Rückgang der energiebedingten Emissionen führen. Allerdings ist auch eine Stilllegung energieintensiver Produktionsprozesse nicht auszuschließen. Der Energieverbrauch in der NRW-Industrie sinkt 2023 um 5,8 % (IT.NRW 2024).

Die Emissionen im Verkehrssektor entsprechen im Jahr 2023 etwa den Emissionen des Vorjahres. Die Emissionsminderung liegt bei 0,5 %. Auf Bundesebene hat das Umweltbundesamt (2025) für den Verkehrssektor eine leichte Emissionsminderung von 1,7 % herausgegeben. Das Umweltbundesamt (2025) begründet diese Minderung hauptsächlich durch einen geringeren Dieselverbrauch durch schwere Nutzfahrzeuge im Straßenverkehr. Die AG Energiebilanzen (2024) postuliert in ihrem Jahresbericht, dass der Verbrauch von Dieselkraftstoff im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 4 % abnahm, gleichwohl der Absatz jedoch immer noch fast doppelt so hoch wie der der Ottokraftstoffe war. Diese verzeichneten jedoch auch einen deutlichen Rückgang.

Mit einer verminderten Fahrleistung im Bereich der Lastkraftwagen sowie Last- und Sattelzüge von -1,5 % lässt sich die Aussage des Umweltbundesamtes gemäß des Emissionskatasters Straßenverkehr NRW auf Nordrhein-Westfalen übertragen. Die AG Energiebilanzen (2024) führt den Rückgang des gewerblichen Pkw- und Lkw-Verkehrs auf die konjunkturelle Abschwächung der Wirtschaft zurück. Auf Landesebene sinken die Emissionen aus dem Betrieb von Lastkraftwagen sowie Last- und Sattelzügen im Berichtsjahr 2023 dementsprechend um 1,5 % bzw. 1,6 % gegenüber dem Vorjahr. Verglichen mit dem Jahr 2022 zeigen die Emissionen aus dem Pkw-Verkehr, trotz der nach wie vor hohen Kraftstoffpreise, einen weitgehend konstanten Verlauf. Die Emissionen im Bereich Pkw steigen im Berichtsjahr 2023 leicht um 0,4 % auf 18,7 Mio. t CO2-eq. Dies geht einher mit einer gestiegenen Fahrleistung von rund 2,1 %. Die im vergangenen Jahr neu zugelassenen Elektrofahrzeuge im Pkw-Bestand wirken hingegen emissionsmindernd. Der Bestand an Elektrofahrzeugen nimmt zwischen dem 01.01.2023 und dem 01.01.2024 in Nordrhein-Westfalen um 38 % zu (Kraftfahrzeugbundesamt 2023, 2024). Die Emissionen aus leichten Nutzfahrzeugen zeigen mit einer Minderung von 0,4 % eine vergleichbare Konstanz der Emissionsentwicklung. Leichte Emissionssteigerungen werden mit 1,2 % für die nordrhein-westfälische Busflotte ausgewiesen. Insgesamt ermittelt das landesweite Emissionskataster Straßenverkehr NRW für den Straßenverkehr in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 Emissionen in Höhe von 28,1 Mio. t CO2-eq bei einer leicht gestiegenen Gesamtfahrleistung über alle Fahrzeugklassen von 1,8 %. Dies entspricht einer Minderung von 0,1 % gegenüber dem Vorjahr 2022.

Im Schienenverkehr gehen die Emissionen im Berichtsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 % zurück. Auch in der Binnenschifffahrt sind die Emissionen mit -6,0 % deutlich rückläufig. Im Gegensatz dazu sind im Bereich des Flugverkehrsin Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 weitere Steigerungen der Passagierzahlen sowie des Frachtaufkommens zu beobachten. Gemäß Destatis (2024) haben sich die Passagierzahlen an den Hauptverkehrsflughäfen um rund 18 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Auch der Verbrauch von Flugkraftstoffen nimmt im Berichtsjahr 2023 erneut zu (AG Energiebilanzen 2024). In Nordrhein-Westfalen steigen die Emissionen im Bereich des Flugverkehrs im Jahr 2023 um 7,8 % an. Diese Emissionssteigerung deckt sich mit der vom Umweltbundesamt (2024) herausgegebenen Emissionserhöhung von 8,0 % für den nationalen Luftverkehr auf Bundesebene. Damit erreicht der Treibhausgas-Ausstoß des Flugverkehrs in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 ein Niveau von gut 375 Tsd. t. (Zum Vergleich: Im Jahr 2019 betragen die Emissionen in diesem Sektor 489 Tsd. t, im Corona-Krisenjahr 2020 203 Tsd. t.)

Im Sektor 1A4-5 Haushalte und Kleinverbrauch sinken die Emissionen im ak­tuellen Bilanzjahr 2023 um 1,7 Mio. t CO2-eq, bzw. wie im Bundesdurchschnitt um 6,9 % auf 22,3 Mio. t CO2-eq(Umweltbundesamt 2024). Im Jahr 2023 liegt die Zahl der Gradtage unter dem Niveau des langjährigen Mittels. Dies weist grundsätzlich auf ein höheres durchschnittliches Temperaturniveau im Berichtsjahr und eine damit verbundene Reduzierung des Energiebedarfs zur Erzeugung von Raumwärme hin (AG Energiebilanzen 2024). Die im Vergleich zum Vorjahr mildere Witterung sowie die anhaltenden Einspar- und Substitutionsbemühungen der Verbraucher infolge der hohen Energiepreise führt zu einer Verringerung der Emissionen in diesem Sektor. Auch der Zubau von Wärmepumpen wirkt sich laut dem Umweltbundesamt (2023) positiv auf die Emissionsentwicklung im Gebäudebereich aus. Gegenläufig wirken sich mutmaßlich die gestiegenen Heizölkäufe aus, da der Preis für diesen Energieträger gegenüber dem Krisenjahr 2022 wiederum gesunken ist (AG Energiebilanzen 2024). Die AG Energiebilanzen geht zudem davon aus, dass die demografische Entwicklung sowie der anhaltende Trend zu kleineren Haushalten, aber steigender durchschnittlicher Wohnfläche, einen verbrauchssteigernden Einfluss auf die Entwicklung des Energieverbrauchs und somit die Emissionsentwicklung hatten.

Im Bereich Produktanwendung/Sonstige ist im Jahr 2023 eine deutliche Emissionsminderung um 17,1 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Emissionen dieses Sektors entstehen u. a. in Pkw- und Gebäudeklimaanlagen. Die Entwicklung der Emissionen in diesem Bereich unterliegt in Abhängigkeit von der Einführung neuer Technologien jährlichen Schwankungen. Wie im übrigen Industriesektor führten auch im Bereich der Produktanwendungen die negative konjunkturelle Entwicklung sowie gestiegene Herstellungskosten zu Produktionsrückgängen und folglich Emissionsminderungen (Umwelt-bundesamt 2025).

Im Sektor Landwirtschaft sind die Emissionen im Berichtsjahr 2023 mit einer Emissionsminderung von 0,6 % nahezu konstant geblieben. Sie belaufen sich auf 6,7 Mio. t CO2-eq. Rund 75 % der Emissionen sind auf die Tierhaltung, weitere 25 % auf die Nutzung landwirtschaftlicher Böden zurückzuführen. Der Emissionsrückgang resultiert in erster Linie aus einer Reduktion der Emissionen aus landwirtschaftlichen Böden und einer verminderten Anwendung von Kalk und Harnstoff. Weitere Gründe sind in den weiter abnehmenden Tierbeständen zu finden. Im Hinblick auf die vergangenen zehn Jahre ist der Rinderbestand in Nordrhein-Westfalen um 17,0 % gesunken. Im nordrhein-westfälischen Milchkuhbestand ist in der Langfristentwicklung seit dem Jahr 2014 eine Minderung von 14,6 % zu verzeichnen (IT.NRW 2024a).

Im Sektor Abfall ist im Berichtsjahr 2023 ebenfalls ein konstanter Emissionsverlauf zu verzeichnen. Mit Emissionen in Höhe von 0,7 Mio. t CO2-eq entsprechen die Emissionen des Sektors dem Niveau des Vorjahres 2022.

Neue Erkenntnisse aus der aktuellen Bundeswaldinventur zeigen für die vergangenen Jahre erheblich höhere Emissionen im Landnutzungssektor. In diesem Sektor werden die Auswirkungen von Landnutzung, der Landnutzungsänderungen sowie der Forstwirtschaft auf die Treibhausgasemissionen zusammengefasst. Die Kategorie Wald umfasst Laub-, Nadel- und Mischwaldflächen, in der Kategorie Ackerland werden Emissionen aus Ackerlandkulturen, Hopfen-, Wein- sowie Obstanbauflächen betrachtet. Emissionen aus der klassischen Grünlandnutzung (Wiesen, Weiden und Nassgrünland) sowie Gehölze werden in der Kategorie Grünland dargestellt. In der Kategorie Feuchtgebiete werden Emissionen aus terrestrischen Feuchtgebieten, Gewässern und dem Torfabbau summiert. Flächen zu Wohn-, Produktions- und Verkehrszwecken sowie innerstädtische Grünflächen sind in der Kategorie Siedlungen zusammengefasst. Die Daten werden dem LANUK jährlich vom Thünen-Institut zur Verfügung gestellt.

In Summe ergibt sich für Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren eine Einbindung insbesondere von Kohlendioxid in Laub-, Nadel- und Mischwaldflächen sowie Grünland. Die aktuellen Emissionswerte des Thünen-Instituts zeigen, dass der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) erstmals mehr Kohlendioxid freisetzt als gebunden wird. Im Berichtsjahr 2023 entstehen aus dem LULUCF-Sektor in Nordrhein-Westfalen Emissionen in Höhe von 4,4 Mio. t CO2-eq. Das Thünen-Institut führt als Emissionsquellen organische Böden aller Landnutzungskategorien sowie Waldbiomasse an. Letztere galt in den vergangenen Jahren als Hauptsenke für Treibhausgasemissionen. Zur Erstellung des aktuellen Inventars wurden durch das Thünen-Institut zahlreiche methodische Verbesserungen umgesetzt, die nach der Neuberechnung der Zeitreihen zu z. T. deutlich höheren Treibhausgas-Emissionen des LULUCF-Sektors führten. In die Berechnung der Emissionen aus ⁠Landnutzung⁠, ⁠Landnutzungsänderung⁠ und Forstwirtschaft gehen für die Berichterstattung des Jahres 2023 erstmalig die Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur ein. Neben der Berücksichtigung der vierten Bundeswaldinventur besteht eine maßgebliche Veränderung in der Datengrundlage in der erstmaligen Bilanzierung von Emissionen aus mineralischen Böden unter Ackerland und Grünland. Die Einführung einer neuen, hochauflösenden Bodenkarte sowie eines stark verbesserten hydrologischen Modells durch das Thünen-Institut führen darüber hinaus zu abweichenden Emissionswerten in der Zeitreihe.

Infolge der geschilderten methodischen Anpassungen wird in Nordrhein-Westfalen – wie auf Bundesebene – ab dem Berichtsjahr 2018 eine Zäsur sichtbar (Abbildung 4).

Die sehr deutliche Zunahme der Treibhausgasemissionen seit dem Dürrejahr 2018 ist laut dem Thünen-Institut im Wesentlichen auf Waldschäden infolge der Trockenheit und den damit zusammenhängenden Kalamitäten zurückzuführen. Die Dürrejahre haben zu einem großflächigen Absterben von produktiven, aber gegen den ⁠Klimawandel⁠ nicht widerstandsfähigen Fichtenmonokulturen geführt. Deshalb konnte der Wald in diesem Zeitraum die Emissionen aus anderen Quellen, wie trockengelegten Moorböden, anders als vor der ⁠Dürre⁠, nicht mehr überwiegend kompensieren und wurde sogar selbst eine CO2-Quelle (Thünen-Institut 2025, Umweltbundesamt 2025). Die Ergebnisse zeigen die hohe Vulnerabilität des Sektors gegenüber Umweltveränderungen und verdeutlichen zugleich die Bedeutung sich stetig verbessernder Datengrundlagen für eine realistische Emissionsbewertung. Die Treibhausgasemissionen des LULUCF-Sektors werden im Treibhausgas-Emissionsinventars NRW nur nachrichtlich aufgeführt, haben somit keinen Einfluss auf die jährlich berichteten Gesamtemissionen.

Insgesamt ergeben sich im Jahr 2023 Gesamtemissionen in Höhe von 187,9 Mio. t CO2-eq. Sie liegen damit um 14,0 % unter dem Emissionsniveau des Vorjahres. Im Vergleich zum Basisjahr 1990 sind die Emissionen im Jahr 2023 um 49 % gesunken.

 

 

Aus den bisher vorliegenden Daten, insbesondere den Emissionsberichten des Emissionshandels, ergibt sich folgendes Bild für die Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Jahr 2024:

 

Der Energieverbrauch sowie der Energiemix des Jahres 2024 sind weiterhin durch die Folgen des Krieges in der Ukraine und den damit verbundenen höheren Energiepreisen, konjunkturellen Entwicklungen sowie dem Einfluss der Witterung geprägt.

Die Emissionen in der Energiewirtschaft nehmen im Jahr 2024 weiterhin ab. Die Emissionen in diesem Sektor sinken in Nordrhein-Westfalen voraussichtlich um 7,2 Mio. t CO2-eq auf 64,9 Mio. t CO2-eq. Dies entspricht einer Emissionsminderung von rund 10 % gegenüber dem Jahr 2023. Im Bundesdurchschnitt sind die Emissionen des Sektors Energiewirtschaft laut Umweltbundesamt (2025a) im gleichen Zeitraum um 8,7 % gesunken. Auf Bundes- sowie Landesebene trägt dieser Sektor damit abermals den größten Anteil zur Emissionsminderung bei.

Das Umweltbundesamt führt die Emissionsminderung der Energiewirtschaft im Wesentlichen auf eine verminderte Strom- und Wärmeerzeugung aus emissionsintensiven Stein- und Braunkohlen zurück. Dem Kraftwerkskataster Nordrhein-Westfalen zur Folge sinken die Emissionen aus der Kohleverstromung deutlich von 52,7 Mio. t CO2-eq im Jahr 2023 um rund 15 % auf 45,0 Mio. t CO2-eq im Jahr 2024. Die Emissionen aus der Nutzung von Braunkohle sanken dabei um 9,0 %, die Emissionen aus der Nutzung von Steinkohle in Kraftwerken der Energiewirtschaft verminderten sich um 36,4 %. Im Rahmen des Kohleausstiegs wurden Ende März 2024 weitere konventionelle Kraftwerke abgeschaltet, deren Laufzeit vorübergehend verlängert worden war, um die Stromversorgung in der Energiekrise abzusichern (Bundesnetzagentur 2025). Erdgaskraftwerke produzierten gemäß der AG Energiebilanzen (2025) im Jahr 2024 geringfügig mehr Strom als im Vorjahr. Die Brennstoff-Emissionen aus der Verstromung von Erdgas sind dem Kraftwerkskataster Nordrhein-Westfalen zur Folge in der nordrhein-westfälischen Energiewirtschaft im Jahr 2024 um 9,9 % auf 7,4 Mio. t CO2-eq gestiegen. Emissionsmindernd wirkt sich nach Aussagen des Umweltbundesamtes (2025a) zudem der Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere im Bereich Photovoltaik, aus. Mit einem Anteil von 57 % an der Bruttostromerzeugung stellen die erneuerbaren Energien im Jahr 2024 bundesweit wiederholt die wichtigste heimische Energiequelle dar (Umweltbundesamt 2025a, AG Energiebilanzen 2025).

 

Weiterhin sind für das Jahr 2024 folgende Tendenzen erkennbar:

  • Die Emissionen im Sektor Industrie bleiben mit einer leichten Abnahme von 1,2 % im Jahr 2024 nahezu konstant. Die Emissionen belaufen sich voraussichtlich auf rund 50,5 Mio. t CO2-eq. Auch auf Bundesebene weist das Umweltbundesamt (2025a) im Berichtsjahr 2024 einen konstanten Emissionsverlauf für die Industrie aus. Hohe Energiepreise setzen insbesondere die energieintensiven Wirtschaftszweige auch im Jahr 2024 unter Druck. Die AG Energiebilanzen (2025) geht wie im Vorjahr grundsätzlich von einer sinkenden Produktion im produzierenden sowie verarbeitenden Gewerbe aus, welche tendenziell verbrauchssenkend auf den Energieverbrauch und somit emissionsmindernd wirkt. Die Produktionsindices der nordrhein-westfälischen Industrie zeigen für das Jahr 2024 keinen einheitlichen Trend. Jedoch geht auch der Landesbetrieb IT.NRW von einem Rückgang der Produktion in den energieintensiven Wirtschaftszweigen aus. Der Absatzwert der NRW-Industrieproduktion sinkt im Jahr 2024 um über fünf Prozent (IT.NRW 2025b). Eine leichte wirtschaftliche Erholung zeichnet sich laut AG Energiebilanzen (2025) für die chemische Industrie ab. In Nordrhein-Westfalen nehmen die Emissionen dieses Sektors (Sektor 1A2c) im Jahr 2024 jedoch leicht um 0,7 % ab,was im Zusammenhang mit der Substitution von Kohle durch den weniger treibhausgasintensiven Brennstoff Erdgas zur Energieerzeugung eines wichtigen Chemiepark-Betreibers steht. Emissionssteigerungen werden für die Nahrungsmittelindustrie (Sektor 1A2e) mit rund 6 %, die Verarbeitung Nichtmetallischer Minerale (Sektor 1A2f) sowie die Bearbeitung von Nichteisen-Metallen (Sektor 1A2b) mit jeweils rund 4 % erwartet. Diese werden durch Emissionsminderungen in der Eisen- und Stahlindustrie (Sektor 1A2a) mit rund 3 % und der Papierbranche (Sektor 1A2d) mit rund 4 % ausgeglichen. Der Einsatz fossiler Brennstoffe ist in der Industrie im Jahr 2024 entsprechend gesunken. Dem Kraftwerkskataster Nordrhein-Westfalen zu Folge sind im Sektor Industrie die Emissionen aus dem Einsatz von Steinkohle im Jahr 2024 voraussichtlich um 21,0 % gesunken, die Emissionen aus der Nutzung von Braunkohle vermindern sich um 2,7 %. Die Emissionen aus der Nutzung von Erdgas erhöhen sich leicht um 5,2 %. Der skizzierte Anstieg des industriellen Erdgasverbrauchs ist laut AG Energiebilanzen (2025) zum einen auf die gesunkenen Erdgaspreise, zum anderen auf das Produktionswachstum in einigen besonders erdgasintensiven Wirtschaftszweigen wie z. B. der Grundstoffchemie zurückzuführen. Grundsätzlich geht die AG Energiebilanzen (2025) davon aus, dass die stark angestiegenen Energiekosten durch entsprechende Einspar- und Substitutionsbemühungen zu einem Rückgang der energiebedingten Emissionen führen könnten.
  • Für den Verkehrssektor hat das Umweltbundesamt deutschlandweit eine leichte Emissionsminderung um 1,4 % abgeschätzt. Diese Minderung ist gemäß Umweltbundesamt (2025a) fast ausschließlich im Straßenverkehr zu verorten. Obwohl von einer weiteren Erhöhung der Fahrleistung im Berichtsjahr 2024 auszugehen ist, schreibt das Umweltbundesamt (2025a) die Emissionsminderungen bestandsübergreifenden Effizienz-verbesserungen sowie einer weiteren Zunahme von Elektro-Pkw zu. Die AG Energiebilanzen (2025) stützt diese These mit der Aussage, dass zur Befriedigung von Mobilitätsbedürfnissen im Jahr 2024 rund 1,2 % weniger Kraftstoff verbraucht wurde als im Jahr zuvor. In Nordrhein-Westfalen hat sich der Bestand an Elektrofahrzeugen zwischen dem 01.01.2024 und dem 01.01.2025 um 20 % erhöht (Kraftfahrzeugbundesamt 2024, 2025). Auf Nordrhein-Westfalen übertragen ist im Jahr 2024 ein Emissionsrückgang um circa eine halbe Million Tonnen auf 27,7 Mio. t CO2-eqzu erwarten.
  • Im Bereich des Flugverkehrs sind in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 weitere Steigerungen der Passagierzahlen sowie des Frachtaufkommens zu beobachten. Gemäß Destatis (2025) erhöhen sich die Passagierzahlen an den Hauptverkehrsflughäfen um rund 6 % gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Starts und Landungen sowie der Verbrauch von Flugkraftstoffen in der LTO-Phase nimmt im Berichtsjahr 2024 an den nordrhein-westfälischen Hauptverkehrsflughäfen um 1,8 %, bzw. 0,7 % leicht zu (ifeu 2025). In Folge steigen in Nordrhein-Westfalen die Emissionen im Bereich des Flugverkehrs im Jahr 2024 leicht um rund 1 % an. Diese Emissionssteigerung deckt sich mit der vom Umweltbundesamt (2025a) herausgegebenen Emissionserhöhung von 1,0 % für den inländischen Luftverkehr auf Bundesebene.
  • Laut dem Landesbetrieb IT.NRW (2025a) liegt der Güterumschlag der Binnenschiffe im Jahr 2024 um 1,8 % über dem Ergebnis des Jahres 2023. Dies hat einen leichten Anstieg der Emissionen des Schiffsverkehrs zur Folge. Im Bereich des Schienenverkehrs ist mit einem fortschreitenden Rückgang der Emissionen zu rechnen. Das Umweltbundesamt (2025a, b) weist für die beiden Sektoren einen vergleichbaren Trend aus.
  • Das Umweltbundesamt ermittelt für den Sektor Haushalte und Kleinverbraucher eine Emissionsminderung von 2,3 %. Auf Nordrhein-Westfalen übertragen entspricht diese Entwicklung einer Emissionsminderung von rund 0,5 Mio. t CO2-eq gegenüber dem Jahr 2023 auf 21,8 Mio. t CO2-eq. Im Jahr 2024 liegt die Zahl der Gradtage unter dem Niveau des langjährigen Mittels. Damit verbunden ist eine Reduzierung des Energiebedarfs, insbesondere zur Beheizung von Wohnräumen (AG Energiebilanzen 2025). Die milde Witterung und der damit verbundene gesunkene Heizbedarf sind damit wesentliche Treiber für den Rückgang der Emissionen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung bleibt gemäß Umweltbundesamt (2025a) im Vergleich zum Vorjahr annähernd identisch. Der Erdgasverbrauch ist auch im Jahr 2024 im Wesentlichen gekennzeichnet durch ein immer noch vergleichsweise hohes Preisniveau und anhaltende Einsparmaßnahmen der Verbraucher. Die AG Energiebilanzen (2025) gibt an, dass auch der Absatz von leichtem Heizöl in Folge der milden Witterung, jedoch auch auf Grund der Substitution ölbefeuerter Heizungsanlagen, laufender Effizienzverbesserungen sowie verhaltensbedingter Einsparungen der Verbraucher rückläufig sei.
  • Die Emissionen im Sektor Produktanwendungen/Sonstige sinken auf Bundesebene um durchschnittlich 3,5 % (Umweltbundesamt 2025b). Das Umweltbundesamt schreibt diese unter anderem der weiterhin stagnierenden, teils rückläufigen Wirtschaftsproduktion zu, die sich auch in den Emissionen aus dem Einsatz von fluorierten Gasen und aus Produktverwendungen widerspiegelt. Auf Nordrhein-Westfalen übertragen ist im Jahr 2024 ein Emissionsrückgang von 2,6 Mio. t CO2-eq auf 2,5 Mio. t CO2-eqzu erwarten.
  • Im Sektor Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen zeichnen sich den Abschätzungen des Umweltbundesamtes zur Folge keine nennenswerten Veränderungen ab. Mit dem Rückgang der Braunkohleförderung im Rheinland sinken die Emissionen aus der Kohleförderung voraussichtlich um rund 9 %.
  • Das Umweltbundesamt ermittelt für den Sektor Landwirtschaft eine Emissionsreduktion von durchschnittlich 1,3 % (Umweltbundes-amt 2025b). Die größten Emissionsminderungen werden mit -6,4 % bzw.
    -8,3 % für Kalk- und Harnstoffanwendungen vorhergesagt. Auf Nordrhein-Westfalen übertragen bedeutet dies eine moderate Emissionsreduktion in diesem Sektor. Die Emissionen verändern sich im Berichtsjahr 2024 leicht von 6,7 Mio. t CO2-eq auf 6,6 Mio. t CO2-eq.
  • Im Abfallbereich sind im Berichtjahr 2024 keine nennenswerten Veränderungen zu erwarten.

 

Insgesamt ergeben sich daraus für Nordrhein-Westfalen vorläufige Emissionen für das Jahr 2024 von 179,0 Mio. t CO2-eq. Dies bedeutet eine Emissionsminderung um 8,9 Mio. t CO2-eq bzw. 4,7 % im Vergleich zum Vorjahr 2023. Gegenüber dem Basisjahr 1990 sinken die Emissionen im Berichtsjahr 2024 voraussichtlich um rund 51 %.

Tabelle 1: Zeitreihe der Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen nach Sektoren
   (Quellen: WI 2005 und LANUK NRW 2025)

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