Im Jahr 2024 startete am LANUK die Kommunalberatung Klimafolgenanpassung NRW. Der Auftrag: Kommunen durch Beratung, Vernetzung und Orientierung in Förderfragen auf ihrem Weg zur Klimaanpassung unterstützen. Nach zwei Jahren zeigen sich Erfolge: Das LANUK ist gefragt als wichtiges Scharnier zwischen der Landesregierung sowie den Kommunen und Kreisen.
Auf bislang 157 Beratungen bis Ende 2025 kommt die am LANUK-Fachzentrum Klima angesiedelte Beratungsstelle, die von Dr. Nicole Kauke koordiniert wird. Typische Anfragen kommen beispielsweise von Klimaanpassungsmanagerinnen und -managern, die häufig direkt vom Studium in die Kommunalverwaltung kommen. „Ihnen bieten wir zum einen eine thematische Einstiegs- und Orientierungsberatung an, zum anderen aber auch wichtige Einblicke in Verwaltungsabläufe“, sagt Nicole Kauke. Andere Anfragen kreisen um Förderprogramme, angefangen von der Frage zur Finanzierung eines Sonnensegels für eine Kita bis hin zur Finanzierung der Anpassung der kommunalen Kläranlage an die Folgen des Klimawandels. In solchen Fällen kann das Team gut weiterhelfen, etwa mit Verweis auf das digitale Förder-Navi zu Förderprogrammen für Kommunen. Das Beratungsteam will im Jahr 2026 genauer analysieren, ob die Anfragen bisher eher von Kommunen kommen, die noch am Anfang des Klimaanpassungsprozesses stehen, oder von jenen, die bereits ins Handeln gekommen sind und dieses optimieren wollen. Das Team will im Jahr 2026 zudem Regionalforen in jenen vorwiegend ländlichen Gebieten veranstalten, in denen die Kommunen in Sachen Klimaanpassung bislang noch wenig unternommen haben.
Auch den Austausch mit anderen, auf dem Gebiet der Klimaanpassung handelnden Institutionen hat das Beratungsteam intensiviert. So arbeitet es beispielsweise regelmäßig mit dem Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA) zusammen oder unterstützt andere Institutionen wie etwa den Verein KlimaDiskurs.NRW in Form von Vorträgen und Beratung. Etabliert hat sich auch das von der Kommunalberatung ins Leben gerufene Klimaanpassungs-Café NRW. Über dieses Online-Format lädt sie einmal pro Quartal jene Personen aus den Kommunen ein, die für Klimaanpassung zuständig sind. Die Devise lautet: „Austausch als Hilfe zur Selbsthilfe“. Als Inputvorträge standen 2025 zum Beispiel die Arbeitshilfen des LfGA zur kommunalen Hitzeaktionsplanung in NRW oder ein Vortrag zu Retentionsgründächern auf der Agenda. Gestartet hat die Beratungsstelle in diesem Jahr zudem ein ähnliches Format mit Vertreterinnen und Vertretern der Kreise. Dieses fand 2025 zwei Mal online und ein Mal in Präsenz statt. „Die Kreise wollen genauer wissen, was ihre Rolle bei der Klimaanpassung ist und wie sie sich darauf konkret vorbereiten können“, sagt Nicole Kauke. Insbesondere das Treffen Ende November im LANUK in Duisburg kam bei den Teilnehmenden als intensives Austauschformat sehr gut an.
Weiter ausgebaut hat das Fachzentrum Klima die Projektlandkarte „Klimaanpassung“, die sich auf den Seiten des Klimaatlas NRW befindet. Dort stellt es nachahmungswürdige und modellhafte Projekte von Städten, Gemeinden und Kreisen zur Klimaanpassung vor, die bereits umgesetzt wurden. So hat etwa Bad Münstereifel als erste Kommune im Einzugsgebiet der Erft ein flächendeckendes Hochwasserfrühwarnsystem eingeführt, die Stadt Köln hat ein Hitze-Portal veröffentlicht und die Stadt Siegen hat mit der Offenlegung der Sieg ein zentrales Projekt der Stadtentwicklung umgesetzt, das zugleich der Klimaanpassung zu Gute kommt. „Wichtig war uns dabei auch, dass zu jedem Projekt Ansprechpersonen genannt sind, die Interessierte kontaktieren können“, sagt sie. Die Angebote der Kommunalberatung erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit und sollen künftig, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kapazitäten, weiterentwickelt und ausgebaut werden.
Titelbild: AdobeStock/Ajax9
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