Hitze- und Dürrestress
Die Rotbuche reagiert empfindlich auf Hitze und starke Sonneneinstrahlung, da sie im Vergleich zu anderen Baumarten sehr viel Blattmasse aufweist und Blätter wie Rinde eher dünn sind. Dies führt zu einer hohen Verdunstung und begünstigt Schäden an den Baumorganen. Sie zeigte bereits während der Hitzewelle in der zweiten Junihälfte 2026 typische Anpassungssymptome zur Reduktion der Verdunstung wie Blattrollen oder Blatthängen. Überdies schließen sich die Spaltöffnungen (Stomata) der Blätter – die Verdunstung, aber auch die Photosynthese geht zurück. Ein langanhaltender Stomataschluss kann dazu führen, dass die Bäume trotz ausreichendem Bodenwasser kein Wasser aufnehmen und auch überhitzen können. Ab der zweiten Julihälfte kam es zu wiederholten und ausgedehnten Hitzephasen, die zusätzlich von einer zunehmenden Abtrocknung der Waldböden begleitet wurden. Dies führte zu einer verfrühten Blattverfärbung sowie zum Abwurf von braunem und sogar grünem Laub. Der Blattabwurf ist eine drastische Reaktion der Bäume, um die Verdunstungsoberfläche weiter zu reduzieren. Bereits Anfang August zeigte sich vielerorts ein herbstlicher Anblick mit einer frischen Laubschicht am Waldboden und kahlen Buchen insbesondere in südexponierten Lagen sowie in aufgelichteten Buchenbeständen. Viele Buchen wiesen in diesem Jahr außerdem eine ausgeprägte Fruchtbildung auf (Mastjahr). Vor allem Buchen mit zahlreichen Früchten waren vom frühen Blattabwurf betroffen. Zum einen erfordert die Fruchtbildung sehr viel Energie und zum anderen haben die Buchen vermutlich in die Früchte statt in die Blätter investiert. Der Blattabwurf ist für das aktuelle Jahr irreversibel. Der Baum kann durch die fehlende Photosynthese keine Energie produzieren und nicht mehr wachsen - in 2026 fehlt ihm somit fast die Hälfte der Vegetationszeit. Die Kühlfunktion kann ebenfalls eingeschränkt sein, so dass bei den folgenden Hitzewellen Überhitzungsschäden entstanden sein können. Die mittel- bis langfristigen Folgen für den Einzelbaum sind nicht absehbar. Letztendlich können die Bäume „verhungern und verdursten“ und absterben. Neben den sichtbaren Schäden wie Laubabwurf oder Sonnenbrand an der empfindlichen Buchenrinde, ist es möglich, dass Schäden im Wurzel- und Leitungssystem entstanden sind.









