Natur in NRW Nr. 3/2026

Themen dieser Ausgabe:

  • Moore: Digitales Infosystem für den Moorschutz in NRW
  • Windenergie: Neues Tool für die Artenschutzprüfung
  • Vegetation: Monitoringkonzept für das Ruhrgebiet
  • Feldhase: Bestandsentwicklung in NRW
  • Artenerfassung: Naturbasiertes Hochwasserrückhaltebecken an der Emscher
Titelseite der Ausgabe 3/2026 mit Foto von Rundblättrigem Sonnentau

Fachbeiträge

Das Große Torfmoor im Kreis Minden-Lübbecke, eines der größten Moorgebiete in Nordrhein-Westfalen.
Foto: Dirk Esplör

MoorAtlas.NRW: Living Data für lebende Moore

Ziele und Inhalte des neuen Fachinformationssystems zum Moorschutz in Nordrhein-Westfalen

Kristin Gilhaus, Christian Beckmann, Karin Tara, Almuth McLeod, Ingo Hetzel

Moore und organische Böden stehen aktuell verstärkt im Fokus, da sie eine wichtige Rolle für den Klima- und Biodiversitätsschutz sowie den Landschaftswasserhaushalt spielen. Die letzten intakten Moorrefugien müssen erhalten und optimiert, Moorlebensräume wiederhergestellt und Moorböden wiedervernässt werden. Der neue MoorAtlas.NRW wurde vom LANUK in Kooperation mit dem Geologischen Dienst NRW erarbeitet und bündelt erstmals landesweit aufbereitete Informationen zu Mooren und organischen Böden in Nordrhein-Westfalen in Karten, Statistiken und Texten. Damit stellt er eine zentrale Grundlage für die Beurteilung von Mooren sowie für die Planung und Förderung konkreter Moorschutz- und Wiedervernässungsprojekte dar.

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Ein fliegender Rotmilan, im Hintergrund Windrädern
Foto: Adobe Stock /David_Steinbrede

Artenschutzprüfung neu aufgestellt

Wie Nordrhein-Westfalen mit digitalen Tools die gesetzlichen Vorgaben für Windenergie- Beschleunigungsgebiete umsetzt

Matthias Kaiser, Ernst-Friedrich Kiel, Kai Zaschel, Monika Agatz, Alexander Meyer, Eric Mentzschel, Carolin Dierkes

Mit der Novellierung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) wurde der Ausbau der Windkraft an Land rechtlich grundlegend beschleunigt. Zur Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgaben in sogenannten Windenergie-Beschleunigungsgebieten hat das Land Nordrhein-Westfalen das zweiteilige digitale Artenschutzfachbeitrags-Tool eingeführt: ein Modul für die Planebene (AFB-Tool I) sowie eines für die Genehmigungsebene (AFB-Tool II). Der vorliegende Artikel erläutert die rechtlichen Grundlagen, die methodische Funktionsweise sowie die Ergebnisse dieser Tools.

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Eine Vegetationsaufnahmefläche von Pioniervegetation auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zeche Zollverein in Essen.
Foto: Corinne Buch

Vegetationsmonitoring im Ruhrgebiet

Ein Konzept zur Sicherung, Zusammenführung und Auswertung von Vegetationsaufnahmen im Rahmen der Regionalen Biodiversitätsstrategie Ruhrgebiet

Corinne Buch, Michael Wachsmann, Peter Keil, Eveline Düker, Frank Bothmann

Im Ruhrgebiet liegen zahlreiche Vegetationsaufnahmen aus Forschung, Naturschutzpraxis und Planung vor. Bislang werden diese Daten jedoch meist dezentral verwaltet und nur selten übergreifend ausgewertet. Ein im Rahmen der Regionalen Biodiversitätsstrategie Ruhrgebiet entwickeltes Konzept der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet soll die langfristige Sicherung, Zusammenführung und Auswertung dieser Daten ermöglichen. So können Veränderungen der Vegetation erkannt, Naturschutzmaßnahmen bewertet und Datenlücken gezielt geschlossen werden.

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Junghase im Scheinwerferlicht.
Foto: Claudia Schmied / LAVE

Feldhasen in Nordrhein-Westfalen

Lebensraum, Monitoring und Myxomatose im Fokus

Nina Meister, Claudia Schmied, Luisa Fischer

Der Feldhase prägt die offene Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalens, hat jedoch durch die Intensivierung der Landwirtschaft zunehmend strukturreichen Lebensraum verloren. Nach deutlichen Rückgängen scheinen sich die Bestände seit einigen Jahren zu stabilisieren. Seit 2024 beeinflusst jedoch die in Deutschland erstmals in Nordrhein-Westfalen aufgetretene Viruserkrankung Myxomatose regional das Populationsgeschehen des Feldhasen. Monitoringprojekte und Befragungen liefern wichtige Grundlagen, um diese Entwicklungen einzuordnen.

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Das naturbasierte Hochwasserrückhaltebecken „Emscher-Auen“ aus der Vogelperspektive..
Foto: EGLV / Björn Hickmann

Naturbasierte Hochwasserrückhaltebecken an der Emscher

Ergebnisse einer 24-stündigen Artenerfassung unterstreichen die Lebensraumfunktion für eine auentypische Flora und Fauna

Carla Große-Kreul, Maren Deuster, Corinne Buch, Andrea Burfeid-Castellanos, Fabian Büttgen, Tom Eberhard, Bernhard Jacobi, Kathrin Januschke, Alexander Koreneef, Ingo Koslowski, Klaus-Bernhard Kühnapfel, Armin Lorenz, Sylvia Mählmann, Svenja Storm

Der ökologische Emscher-Umbau umfasst die Entwicklung multifunktionaler „Ökologischer Schwerpunkte“. Wo es die Standortbedingungen erlauben, werden Sekundärauen für Hochwasserretention, Biodiversität und Naherholung geschaffen. Im Juni 2025 wurde die biologische Vielfalt eines dieser ökologischen Schwerpunkte, ein Hochwasserrückhaltebecken in Dortmund-Mengede, durch ein regionales Netzwerk aus Expertinnen und Experten erfasst. Der vorliegende Beitrag stellt die wichtigsten Erkenntnisse aus der Artenerfassung zur Bedeutung solcher Entwicklungsräume für eine auentypische Flora und Fauna vor.

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Titelseite der Ausgabe 3/2026 mit Foto von Rundblättrigem Sonnentau

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