Ziele und Inhalte des neuen Fachinformationssystems zum Moorschutz in Nordrhein-Westfalen
Kristin Gilhaus, Christian Beckmann, Karin Tara, Almuth McLeod, Ingo Hetzel
Moore und organische Böden stehen aktuell verstärkt im Fokus, da sie eine wichtige Rolle für den Klima- und Biodiversitätsschutz sowie den Landschaftswasserhaushalt spielen. Die letzten intakten Moorrefugien müssen erhalten und optimiert, Moorlebensräume wiederhergestellt und Moorböden wiedervernässt werden. Der neue MoorAtlas.NRW wurde vom LANUK in Kooperation mit dem Geologischen Dienst NRW erarbeitet und bündelt erstmals landesweit aufbereitete Informationen zu Mooren und organischen Böden in Nordrhein-Westfalen in Karten, Statistiken und Texten. Damit stellt er eine zentrale Grundlage für die Beurteilung von Mooren sowie für die Planung und Förderung konkreter Moorschutz- und Wiedervernässungsprojekte dar.
Wie Nordrhein-Westfalen mit digitalen Tools die gesetzlichen Vorgaben für Windenergie- Beschleunigungsgebiete umsetzt
Matthias Kaiser, Ernst-Friedrich Kiel, Kai Zaschel, Monika Agatz, Alexander Meyer, Eric Mentzschel, Carolin Dierkes
Mit der Novellierung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) wurde der Ausbau der Windkraft an Land rechtlich grundlegend beschleunigt. Zur Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgaben in sogenannten Windenergie-Beschleunigungsgebieten hat das Land Nordrhein-Westfalen das zweiteilige digitale Artenschutzfachbeitrags-Tool eingeführt: ein Modul für die Planebene (AFB-Tool I) sowie eines für die Genehmigungsebene (AFB-Tool II). Der vorliegende Artikel erläutert die rechtlichen Grundlagen, die methodische Funktionsweise sowie die Ergebnisse dieser Tools.
Ein Konzept zur Sicherung, Zusammenführung und Auswertung von Vegetationsaufnahmen im Rahmen der Regionalen Biodiversitätsstrategie Ruhrgebiet
Corinne Buch, Michael Wachsmann, Peter Keil, Eveline Düker, Frank Bothmann
Im Ruhrgebiet liegen zahlreiche Vegetationsaufnahmen aus Forschung, Naturschutzpraxis und Planung vor. Bislang werden diese Daten jedoch meist dezentral verwaltet und nur selten übergreifend ausgewertet. Ein im Rahmen der Regionalen Biodiversitätsstrategie Ruhrgebiet entwickeltes Konzept der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet soll die langfristige Sicherung, Zusammenführung und Auswertung dieser Daten ermöglichen. So können Veränderungen der Vegetation erkannt, Naturschutzmaßnahmen bewertet und Datenlücken gezielt geschlossen werden.
Der Feldhase prägt die offene Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalens, hat jedoch durch die Intensivierung der Landwirtschaft zunehmend strukturreichen Lebensraum verloren. Nach deutlichen Rückgängen scheinen sich die Bestände seit einigen Jahren zu stabilisieren. Seit 2024 beeinflusst jedoch die in Deutschland erstmals in Nordrhein-Westfalen aufgetretene Viruserkrankung Myxomatose regional das Populationsgeschehen des Feldhasen. Monitoringprojekte und Befragungen liefern wichtige Grundlagen, um diese Entwicklungen einzuordnen.
Naturbasierte Hochwasserrückhaltebecken an der Emscher
Ergebnisse einer 24-stündigen Artenerfassung unterstreichen die Lebensraumfunktion für eine auentypische Flora und Fauna
Carla Große-Kreul, Maren Deuster, Corinne Buch, Andrea Burfeid-Castellanos, Fabian Büttgen, Tom Eberhard, Bernhard Jacobi, Kathrin Januschke, Alexander Koreneef, Ingo Koslowski, Klaus-Bernhard Kühnapfel, Armin Lorenz, Sylvia Mählmann, Svenja Storm
Der ökologische Emscher-Umbau umfasst die Entwicklung multifunktionaler „Ökologischer Schwerpunkte“. Wo es die Standortbedingungen erlauben, werden Sekundärauen für Hochwasserretention, Biodiversität und Naherholung geschaffen. Im Juni 2025 wurde die biologische Vielfalt eines dieser ökologischen Schwerpunkte, ein Hochwasserrückhaltebecken in Dortmund-Mengede, durch ein regionales Netzwerk aus Expertinnen und Experten erfasst. Der vorliegende Beitrag stellt die wichtigsten Erkenntnisse aus der Artenerfassung zur Bedeutung solcher Entwicklungsräume für eine auentypische Flora und Fauna vor.
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