Sondereinsatz neu ausgestattet

Wenn bei Bränden gefährliche Stoffe in die Luft gelangen und Behälter mit unbekannten, eventuell schädlichen Stoffen gefunden werden, dann rückt in NRW der Sondereinsatz des LANUK an. Im Jahr 2025 war das so oft der Fall wie nie zuvor. Mit zwei neuen Einsatzwagen ist der Sondereinsatz für weitere Einsätze bestens gerüstet. 

Im Jahr 2025 wurden die fünf Mitarbeitenden aus dem Kernteam des Sondereinsatzes und die 20 Freiwilligen aus verschiedenen Bereichen des LANUK zu 79 Einsätzen gerufen – 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 41 dieser Einsätze waren Asbest-Untersuchungen. Ein möglicher Grund: „Die Feuerwehren sind durch Schulungen deutlich sensibler beim Thema Asbest geworden“, sagt Dr. Adrian Lux, Leiter des Sondereinsatzes. „Sie ziehen uns häufiger bei Bränden mit Asbestverdacht hinzu, da wir vor Ort Asbest nachweisen können.“ Bei Brand-Einsätzen wurden Wischproben genommen und im LANUK-Labor in Essen auf Dioxine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Außerdem wurden in Bottrop und in Oberhausen in zwei Fällen größere Mengen von Am­moniak freigesetzt. Der Sondereinsatz war dort und konnte durch Begleitmessungen sicherstellen, dass keine Gefahr für die Nachbarschaft bestand.

Bei mehr als zehn Einsätzen auf dem Gebiet der Umweltkrimi­nalität unterstützte der Sondereinsatz die Polizei und Staatsanwalt­schaft – eine deutliche Zunahme im Vergleich zu früher infolge der Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität (ZeUK) in NRW. Dabei handelte es sich vor allem um das gesetzeswidrige Ablagern von Bodenmaterial und Abfällen in der Umwelt sowie Drogenlabore und das Entsorgen von Abfallresten aus der Drogenproduktion. 

Wie in den Jahren zuvor hat der Sondereinsatz auch wieder zahlreiche Schulungen bei der Feuerwehr, beim BEW Bildungszentrum für die Ver- und Entsorgungswirtschaft gGmbH und anderen Landesbehörden wie etwa dem Landeskriminalamt durchgeführt.

Neuer Labor-LKW im Einsatz

Im Oktober 2025 wurde ein weiteres Sondereinsatz-Fahrzeug offiziell in Dienst gestellt. Neu ist der große Umweltmesswagen, der seinen ersten Einsatz am 11. Oktober 2025 in Dörentrup beim Brand eines Recyclingunternehmens hatte. Der Labor-LKW fährt zum Beispiel zu Asbestverdachtsfällen und Bränden und hat viel Messtechnik an Bord, etwa ein Raster­elektronenmikroskop mit angeschlossener Röntgen­mikro­sonde (REM-EDX) und ein gekoppeltes Gaschromatograph-Massenspektrometer, um unter anderem Asbestfasern nachzuweisen sowie unbekannte Stoffe zu untersuchen und zu identifizieren. Zudem ermöglicht er mit verschiedenen Messgeräten eine kontinuierliche Überwachung der Luftschadstoffe und unterstützt das Einsatzteam, Großbrände zu bewerten. Neu ist ein Sicherheitsarbeitsplatz, mit dem das Team unter hohem Schutz in einer Glove-Box unbekannte Stoffe untersuchen kann. Eine kabelgebundene Kite-Drohne, die auf dem LKW-Dach montiert ist, sorgt zudem für aktuelle Lagebilder. 

Neu designt wurde im Jahr 2025 das auf einem Mercedes Sprinter basierende Probenahme- und Führungsfahrzeug, das bereits seit 2024 unterwegs ist. Einsatzleitung und erster technischer Dienst kommen so, falls notwendig auch mit Blaulicht, schnell zum Einsatzort. Ausgestattet ist das Fahrzeug mit mobiler Messtechnik und einem kompletten Satz Probenahme­ausrüstung, sodass am Schadensort erste Proben ge­sichert werden können. Um die neuen Fahrzeuge und die sensible Messtechnik vor niedrigen Wintertemperaturen und Schnee zu schützen, sind sie seit Dezember 2025 provisorisch in einer neuen Halle in Essen untergebracht. Der Bau samt Umkleide- und Sanitärbereich wurde im September begonnen. Im ersten Halbjahr 2026 soll der Bau vollendet werden. 

Titelbild: Oberhäuser

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