Im Jahr 1985 wurde die Natur- und Umweltschutz-­Akademie NRW (NUA) als Naturschutzzentrum NRW gegründet. Mehr als 6.000 Veranstaltungen mit über 200.000 Teilnehmenden später hat sich die NUA zu einer der wichtigsten Bildungseinrichtungen für Naturschutz- und Umweltbildung sowie für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gemausert. Das hat die NUA in diesem Jahr mit einem Festakt, einer Fachtagung und einem Mitarbeitendenfest gefeiert. 

Höhepunkte der Jubiläumsfeierlichkeiten waren der Fest­­akt, zu dem die NUA im März nach Recklinghausen eingeladen hatte, und die Fachtagung, die im Juli unter dem Titel „Wissen säen, Zukunft ernten“ in Düsseldorf stattfand. Bei beiden Veranstaltungen wurde vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung ein politischer Schwerpunkt gesetzt. „Für die Zukunfts- und Transformationsfähigkeit der Gesellschaft ist das Thema Demokratiebildung und insbesondere die Bildung für nachhaltige Entwicklung, die bei der NUA über allem steht, ein ganz wichtiger Aspekt“, sagt NUA-Leiter Norbert Blumenroth. So habe auf dem Festakt der Germanwatch-Leiter des Bereichs „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ Stefan Rostock in seinem Impulsvortrag eindrücklich erklärt, warum ein wirksamer Natur- und Umweltschutz politische Bildung brauche. 

Auf der Fachtagung war ein Höhepunkt die Keynote von Prof. Dr. Gerhard de Haan, Leiter des „Institut Futur“ der FU Berlin. Der BNE-Experte führte aus, welche Wirkung BNE für eine nachhaltige Entwicklung und Transformation entfalten kann und welche Maßnahmen und Handlungsfelder sich als besonders effektiv erwiesen haben. Auch die Impulsvorträge zu außerschulischen Lernorten, zur Artenkenntnis und zum Thema Naturschutz gegen Rechtsextremismus kamen gut an. So schilderte beispielsweise der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Schroeder (Universität Kassel), wie rechtspopulistische und -extremistische Menschen versuchen, das Thema Naturschutz für den Umbau der Gesellschaft zu instrumentalisieren. „Durch die Verknüpfung mit dem Thema Heimatschutz versucht die neue Rechte vorzugeben, sie seien die wahren Naturschützerinnen und Naturschützer und die einzigen, die Heimat bewahren wollen“, sagt Norbert Blumenroth. „Existenzielle Bedrohungen wie der menschengemachte Klimawandel werden dabei schlicht ignoriert und ausgeklammert.“

Insgesamt habe die NUA auf den Veranstaltungen sehr viel positiven Rückenwind erhalten. So sei das be­währte Kooperationsmodell mit den anerkannten Naturschutzverbänden vielfach gelobt worden. „Dass wir BNE als Oberthema und zudem als Fachbereich des LANUK weiterhin auch einen starken Schwerpunkt im Bereich Umwelt- und Naturschutz haben sollen, war für uns eine wichtige Standortbestimmung“, sagt er.

Pädagogisches Konzept fest verankert

Das jährliche Bildungsprogramm der NUA wird durch die intensivierte Kooperation mit den Natur­schutz­verbänden weiter verbessert. Ab dem Jahr 2026 gibt es eine gemeinsame Programmentwicklung, bei der bestimmte Qualitätskriterien für eine Veranstaltung erfüllt sein müssen. Diese Kriterien, die auf dem im Jahr 2024 entwickelten pädagogischen Konzept basieren, sind in einer Veranstaltungscheckliste festge­halten. Dazu zählen etwa die Definition klarer Zielgruppen, geeignete Lerninhalte und Methoden, eindeutige Lernprozesse beziehungsweise Lernergebnisse und ein didaktisch durchdachter Ablauf. „Da die Veranstalter die Checkliste bereits bei der Anmeldung in einer Datenmaske ausfüllen müssen, erhoffen wir uns eine weitere Qualitätssteigerung der Veranstaltungen“, sagt Norbert Blumenroth. Auch die Evaluierung der Veranstaltungen wurde überarbeitet. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können diese künftig digital vornehmen.

Titelbild: Simon Skrzypczak/NUA

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