Messung, Luft
Luftverunreinigung messen. Bild: Fachbericht. ©LANUK

Pflanzenschutzmittel und Biodiversität

| Fachtagung im LANUK fördert Forschung, Vernetzung und Austausch

Pflanzenschutzmittel werden auch in entfernten terrestrischen Lebensräumen nachgewiesen. Am 28. und 29. April 2026 sprachen Fachleute unterschiedlicher Sparten beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima über mögliche Auswirkungen auf die Biodiversität.

LANUK-Präsidentin Elke Reichert erklärte: „Wir suchen aktiv den Austausch von Wissen und Forschungsergebnissen. Genauso wichtig ist die Vernetzung von Akteuren aus der Landwirtschaft, dem Natur- und Umweltschutz sowie der Ökotoxikologie.“

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima betreibt ein Messnetz, mit dem seit 2021 landesweit verteilt Proben von Staubniederschlag und Regenwasser gesammelt werden, die anschließend im Labor auf Wirkstoffe und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht werden. „In fast allen Monaten haben wir Pflanzenschutzmittel in den Proben gefunden“, erklärte Elke Reichert, „auch an Messstationen fernab von landwirtschaftlichen Flächen.“ Neben den Einträgen im Frühjahr und Sommer, in denen Pflanzenschutzmittel hauptsächlich angewendet werden, habe man auch im Herbst und Winter an allen Messstationen Wirkstoffe nachgewiesen. „Mit dieser Untersuchung bestätigen wir eine landesweite Verteilung der Substanzen über einen atmosphärischen Transport und das auch über weite Strecken hinweg“, schließt Elke Reichert.

Verglichen mit den ausgebrachten Mengen werden zwar nur geringe Mengen von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden sowie deren Abbauprodukte nachgewiesen, sie verteilen sich jedoch über weite Strecken auch in Gebiete von Nordrhein-Westfalen, in denen keine oder nur sehr wenige Ackerflächen vorhanden sind. Welche Einflüsse diese Stoffeinträge auf die belebte Umwelt und damit auf die Biodiversität in den nachgewiesenen Konzentrationen außerhalb der Anwendungsflächen haben könnten, muss noch weiter erforscht werden.

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW und das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW haben deshalb den fachlichen Austausch angestoßen. Der Einladung sind über 70 Expertinnen und Experten aus Landes- und Bundesbehörden, Umwelt- und Naturschutzverbänden, Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Mitwirkende von Industrieverbänden, Planungsbüros und Unternehmen gefolgt.

 Fachbericht 165 des LANUK:

Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in landwirtschaftsfernen Gebieten in Nordrhein-Westfalen

 

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