Hohes Venn in der Eifel, Foto: fotolia, rcfotostock
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Großes Potenzial für Moore in NRW

| MoorAtlas.NRW zeigt 17.110 Hektar, auf denen Wiederherstellung von Mooren möglich ist

Nordrhein-Westfalen verfügt ab sofort über eine neue zentrale Datengrundlage für den Moorschutz: den MoorAtlas.NRW. Das digitale Angebot stellt erstmals landesweit gebündelte und aufbereitete Informationen zu bestehenden Moorflächen sowie zu Potenzialen für deren Wiederherstellung bereit und schafft damit eine wichtige Grundlage für Planung, Förderung und Umsetzung von Maßnahmen im Klima- und Naturschutz.

Derzeit gibt es noch 2.945 Hektar naturschutzfachlich bedeutsame Moorfläche in Nordrhein-Westfalen. Das ist deutlich weniger als ein Prozent der Landesfläche. Die Moorflächen befinden sich hauptsächlich an den Grenzen zu Niedersachsen und den Niederlanden. Beispiele sind das „Große Torfmoor“ und das „Alte Moor“ im Kreis Minden-Lübbecke, das „Amtsvenn und Hündfelder Moor“ im Kreis Borken oder das „Mettinger und Recker Moor“ im Kreis Steinfurt. Dem gegenüber besteht momentan auf einer Fläche von ca. 17.110 Hektar das Potenzial zur Wiedervernässung oder Wiederherstellung von Mooren. Zählt man weitere organische Böden hinzu, also vor allem stark degradierte Moorböden oder organische, grundwassergeprägte Böden, so lassen sich derzeit insgesamt ca. 37.830 Hektar identifizieren, auf denen eine Wiedervernässung und damit ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz möglich wäre.

"Intakte Moore und wiedervernässte Moorböden wichtig für den Klimaschutz. Mit dem MoorAtlas.NRW schaffen wir die nötige Transparenz, um Fördermittel von der EU, dem Bund und dem Land gezielt dorthin lenken zu können, wo sie die größte Wirkung entfalten. Das gilt besonders für das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, mit dem wir die Wiedervernässung vorantreiben wollen. Klar ist: Diese Vorhaben gelingen uns nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort und auf freiwilliger Basis“, erklärt Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW.

Moore speichern Kohlenstoff und Wasser und sind Lebensraum für seltene Pflanzen, wie Torfmoose, Sonnentau und Wollgras. Auch seltene Tiere sind in Mooren zu finden, zum Beispiel der Moorfrosch, Schmetterlinge wie der Hochmoorbläuling und die Hochmoor-Mosaikjungfer, eine seltene Libelle. Moore leisten damit wichtige Beiträge zum Schutz des Klimas und der Biodiversität.

Die Vizepräsidentin des LANUK, Dr. Barbara Köllner erklärte: „Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima hat untersucht, auf welchen Flächen im Land Moore potenziell wiederhergestellt werden können. Vorrangiges Ziel ist es dabei, die wenigen noch intakten Flächen vor Verschlechterung zu bewahren, Flächen zu renaturieren sowie die Freisetzung von Treibhausgasen aus trockengelegten Moorböden mithilfe der Wiedervernässung zu mindern.“ Ein wichtiger Baustein sei dabei das bundesweite „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK), welches durch entsprechende Förderrichtlinien und die Einrichtung eines Regionalbüros im LANUK den Moorschutz in NRW unterstützt, betonte Barbara Köllner.

Nach der NRW-Moorschutzkonferenz am 21.11.2024 hat das LANUK ein Naturschutz-Fachkonzept zur Wiederherstellung von Mooren veröffentlicht. Dabei wurden bestehende Moorlebensräume sowie theoretische Potenzialflächen zur Neuentwicklung und Wiederherstellung von Mooren ermittelt und in Karten dargestellt. Die Auswertungen konnten in Zusammenarbeit mit dem Geologischen Dienst NRW nun weiterentwickelt und konkretisiert werden. Dafür wurden aller verfügbaren Daten zu Mooren in NRW ausgewertet und die jeweils genauesten Datengrundlagen zugrunde gelegt. Die neu aufbereiteten Daten stehen ab sofort im MoorAtlas.NRW im Internet zur Verfügung. Als „lebendes Dokument“ werden sie fortlaufend aktualisiert, sobald neue Datengrundlagen vorliegen. Damit bietet der MoorAtlas.NRW eine vollständige und jederzeit aktuelle Planungsgrundlage für den Moorschutz in Nordrhein-Westfalen, insbesondere für Gemeinden, Kreise und kreisfreie Städte, Biologische Stationen  sowie Naturschutzverbände.

Im neuen MoorAtlas.NRW finden sich Informationen zu bestehenden Moorflächen und zu theoretischen Potenzialen in Form von Karten, Statistiken und Begleittexten. Auswertungen sind dabei sowohl für ganz Nordrhein-Westfalen als auch für Regierungsbezirke, Kreise, kreisfreie Städte und einzelne Gemeinden möglich.

Neben den Karten als zentrales Informationstool für den Moorschutz in NRW enthält der MoorAtlas.NRW Hintergrundinformationen z. B. zu unterschiedlichen Typen von Mooren, zur Bedeutung von Mooren, zu konkreten Projekten und zu Möglichkeiten der finanziellen Förderung.

Zum Mooratlas: https://mooratlas.nrw.de


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