In der Wasserwirtschaft endet ein Jahr bereits mit dem Monat Oktober. Beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima wurde deshalb am 31. Oktober 2025 Bilanz über den Wasseraushalt in den zurückliegenden zwölf Monaten gezogen.
Der Wasserhaushalt wird entscheidend durch das Wetter beeinflusst. LANUK-Präsidentin Elke Reichert erklärte: „Im vergangenen Jahr traten immer wieder Unwetter mit Starkregen auf, bei denen in allen Teilen Nordrhein-Westfalens unterschiedlich starke Hochwasserereignisse entstanden sind. Trotzdem war das zurückliegende Wasserwirtschaftsjahr im Vergleich zum langjährigen Mittel zu trocken. Es gehört zu den 20 Prozent der trockensten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1881.“
In den vergangenen zwölf Monaten sind in der Summe rund 748 Millimeter Niederschlag gefallen. Das sind im Durchschnitt 100 Liter weniger pro Quadratmeter bzw. minus 12 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel. Nur in den Monaten Januar und Oktober 2025 gab es deutlich überdurchschnittliche Regenmengen. Vor allem im Februar und März, aber auch in den Monaten Mai bis August hat es dagegen zu wenig geregnet. Besonders trocken blieb dabei der östliche Teil Nordrhein-Westfalens.
Auch die Grundwasserstände zeigen die Auswirkungen der fehlenden Niederschläge. Etwa 45 Prozent der Grundwasserstände befinden sich in einem niedrigen bis sehr niedrigem Bereich. Nur an etwa sechs Prozent der Messstellen werden derzeit hohe bis sehr hohe Stände gemessen. Die vergleichsweise hohen Regenmengen im Oktober wurden zu großen Teilen durch die Böden gespeichert und haben sich somit nur geringfügig auf die Grundwasserstände ausgewirkt. . In den Talsperren hat der Regen im Oktober direkt zu einem Wiederanstieg der Füllstände geführt, nachdem sie besonders in den Monaten März bis August 2025 historisch niedrig waren.
Die Böden sind innerhalb Nordrhein-Westfalens derzeit sehr unterschiedlich durchfeuchtet. In einer Tiefe von 180 Zentimetern sind nur in der Eifel und am Rhein die Böden nass, während in den anderen Landesteilen moderate bis erhebliche Dürre in dieser Bodenschicht herrscht. Die deutlichsten Dürreerscheinungen gibt es derzeit in den Mittelgebirgslagen des Sauerlandes.
Silvester in der Wasserwirtschaft
Mit dem Monat Oktober endet in der Wasserwirtschaft der zwölfmonatige Zeitraum, über den eine jährliche Bilanz gezogen wird. Dabei werden Entwicklungen der Niederschläge und Grundwasserstände betrachtet, aber auch die Situation der Flüsse und Bäche, die Bodenfeuchte oder die Füllstände der Talsperren in Nordrhein-Westfalen.
Das neue hydrologische Jahr beginnt am 1. November. Niederschläge, die noch im Spätherbst und dem Frühwinter des alten Jahres fallen, sind zunächst im Grundwasser oder als Schnee und Eis in den Einzugsgebieten der Gewässer gespeichert. Für den Abfluss der Gewässer stehen diese Wassermengen meist erst im folgenden Frühjahr zur Verfügung. Durch die zeitliche Verschiebung des Jahres in der Wasserwirtschaft im Vergleich zum Kalenderjahr wird der Einfluss dieser Niederschläge auf die Gewässer in die Jahresbilanz einbezogen.
Weitere Informationen enthalten die hydrologischen Berichte:
https://www.lanuk.nrw.de/themen/wasser/hydrologische-messnetze/hydrologische-berichte
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