Hydrologischer Status NRW zum 31.05.2026

06. Juni 2026

Deutlich überdurchschnittliche Niederschläge im Mai 2026

  • Im Mai 2026 sind in NRW im Gebietsmittel rd. 105 mm Niederschlag gefallen. Dies entspricht einem Niederschlagsüberschuss von rd. +63 % im Vergleich zum langjährigen Mittelwert für diesen Monat (Betrachtungszeitraum: 1881-heute). Somit liegt der Mai 2026 auf Rang 11 der nassesten Mai-Monate innerhalb des Beobachtungszeitraums.
  • Mit Ausnahme einer nahezu niederschlagsfreien Woche vom 21.5. bis zum 28.5. waren die Niederschläge auf den gesamten Monat verteilt. 
  • Die Niederschläge hatten im Wesentlichen eine leichte bis mäßige Intensität. Am Monatsende hingegen war das Niederschlagsgeschehen geprägt durch jahreszeittyppische Gewitter mit starker Niederschlagsintensität.
  • In 8 der vergangenen 12 Monate lagen die monatlichen Niederschlagssummen unterhalb des langjährigen Mittels. Im August und Dezember 2025 sowie im April 2026 wurden sogar weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmengen gemessen. Als Folge des deutlich zu nassen Mai ist das kumulierte Niederschlagsdefizit der letzten 12 Monate zwar deutlich gesunken, es liegt aber dennoch bei rd. rd. -100 mm (rd. -12 %), was Rang 32 der trockensten Jahre innerhalb dieses Zeitraums entspricht. 
  • Die Abweichungen der letzten Jahre für den Zeitraum Juni bis Mai betrugen zum Vergleich:
    • Juni 2018 - Mai 2019    -169,8 mm (-20,1 %)
    • Juni 2019 – Mai 2020   -61,8 mm (-7,3 %)
    • Juni 2020 – Mai 2021    -66,3 mm (-7,8 %)
    • Juni 2021 – Mai 2022    -38,1 mm (-4,5 %)
    • Juni 2022 – Mai 2023    -46,4 mm (-5,5 %)
    • Juni 2023 – Mai 2024     +415,3 mm (+49,0 %)
    • Juni 2024 – Mai 2025     -32,5 mm (-3,8 %)
    • Juni 2025 – Mai 2026    -99,6 mm (-11,8 %)

Übersicht über die Monatsniederschläge der letzten 12 Monate

(Datenquellen: DWD, LANUK; Stand: 03.06.26)
grün: Niederschlag überdurchschnittlich, rosa: unterdurchschnittlich, weiß: durchschnittlich, ocker: langjähriger Durchschnitt



Jun 25Jul 25Aug 25Sep 25Okt 25Nov 25Dez 25Jan 26Feb 26Mrz 26Apr 26Mai 26
Monatlicher Niederschlagmm57,282,838,471,195,143,834,757,375,960,425,6104,8
summiertmm57,2140,0178,4249,5344,6388,4423,1480,4556,3616,7642,3747,1
Mittel 1881-heutemm74,586,680,967,469,971,980,074,960,960,555,264,1
summiertmm74,5161,1242,0309,3379,2451,1531,1606,0666,9727,4782,6846,7

Überschuss / Defizit
pro Monat

mm-17,3-3,8-42,5+3,7+25,2-28,1-45,3-17,6+15,0-0,1-29,6+40,7
%-23,2%-4,4%-52,5%+5,5%+36,1%-39,1%-56,6%-23,5%+24,6%-0,2%-53,6%+63,4%

Überschuss / Defizit
der letzten 12 Monate

mm-17,3-21,1-63,6-59,8-34,6-62,7-108,0-125,6-110,6-110,7-140,3-99,6
%-23,2%-13,1%-26,3%-19,3%-9,1%-13,9%-20,3%-20,7%-16,6%-15,2%-17,9%-11,8%

Die regionale Verteilung der Niederschläge über die letzten zwölf Monate lässt sich im Vergleich zum langjährigen Mittel wie folgt einordnen:

  • Im letzten Monat war es nahezu in ganz NRW etwas bis mäßig zu feucht. Im Nordosten NRW's war es noch feuchter (deutlich bis extrem zu feucht).  
  • Aufgrund des deutlichen zu nassen Mai sind auch für das letzte Quartal, insbesondere im Nordosten NRW's Niederschlagsüberschüsse (hauptsächlich etwas bis mäßig zu fecht) zu beobachten. In den übrigen Teilen von NRW sind die Niederschläge zwischen etwas zu trocken bis etwas zu feucht einzuordnen.  
  • Beim Blick auf das letzte Halbjahr machen sich weiterhin vor allem die sehr trockenen Monate Dezember 2025 sowie Januar und April 2026 bemerkbar. In weiten Teilen NRW's sind die Niederschlagsverhältnisse etwas bis mäßig, in der Eifel teils deutlich, zu trocken. Lediglich im Nordosten von NRW und in Teilen der Niederrheinischen Bucht liegen die Niederschläge, auch aufgrund des nassen Mai, hauptsächlich im Normalbereich.
  • Bezogen auf die letzten 12 Monate war es mit Ausnahme von Teilen der Niederrheinischen Bucht (Normalbereich) nahezu in ganz NRW etwas bis mäßig zu trocken. Insbesondere im Bereich Sieger- und Sauerland war es teils deutlich zu trocken.

Regionale Verteilung der Niederschläge in NRW 

(Datenquellen: DWD HYRAS-DE-PRE-v6, LANUK; (c) LANUK NRW, FZ Jülich IBG 3 Stand: 05.06.26)

Die Grafiken zeigen die relativen regionalen Niederschlagsüberschüsse und -defizite (Anomalien) im Vergleich zum langjährigen regionalen Durchschnitt (Betrachtungszeitraum: 1991 bis 2020). Die Darstellung erfolgt als Standardisierter Niederschlagsindex / Standardized Precipitation Index SPI (https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=102248&lv3=603324) für verschiedene Zeiträume vom letzten Monat bis zum letzten Jahr. 

Boden

Im Mai liegt die Bodenfeuchte in NRW im Wesentlichen im Normalbereich.

Die Bodenfeuchteverhältnisse in NRW sind Ende Mai (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) im Vergleich mit den langjährigen Bodenfeuchtegehalten zu dieser Jahreszeit wie folgt einordnen:

  • Die hohen Niederschlagsmengen im Mai wirken sich positiv bei der Einordnung der Bodenfeuchte aus. Im Vergleich zum Vormonat haben sich die Bodenfeuchtegehalte von Dürrenintensitäten mit haupstächlich mittlerer Ausprägung in Richtung Normalbereich verschoben.  
  • Der Oberboden in NRW weist keine signifikanten Dürreausprägungen mehr auf und liegt im Normalbereich. Mit Schwerpunkt im Osten der Westfälischen Bucht liegen sogar außergewöhnlich nasse Böden (Jährlichkeiten bis zu 5 Jahre) vor. 
  • Bei Betrachtung der gesamten Bodenschicht sind in vereinzelten Regionen vor allem im Sieger- und Sauerland, in der Eifel sowie im Westfälischen Tiefland noch Dürreausprägungen mittlerer Intensität erkennbar. In großen Teilen von NRW liegen die Bodenfeuchtegehalte jedoch im Normalbereich.

Das tagesaktuelle pflanzenverfügbare Wasser der Böden (bis 0,25 m Tiefe) in NRW, abgeleitet aus der nutzbaren Feldkapazität (=nFK in %), lässt sich für Ende Mai wie folgt beschreiben:

  • Die Bodenfeuchtegehalte sind im Vergleich zum Vormonat nahezu konstant geblieben und liegen hauptsächlich zwischen rd. 40 % und rd. 90 % nFK. Somit stehen die Pflanzen in einigen Regionen unter beginnendem Trockenstress. 

Die folgenden Grafiken zum Dürrezustand des Bodens zeigen die gemittelte Bodenfeuchte der letzten 14 Tage eingeordnet nach Jährlichkeiten für den Gesamtboden und den Oberboden. Die Grafik zum pflanzenverfügbaren Wasser beschreibt die tagesaktuelle Bodenfeuchte anhand der nutzbaren Feldkapazität (nFK in %). (Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (https://www.ufz.de/index.php?de=37937)).

Hinweis: Der UFZ-Dürremonitor vergleicht die aktuelle Bodenfeuchte (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) mit den Werten im Vergleichszeitraum 1974-2023 und ordnet diese relativ ein.
Der UFZ-Dürremonitor trifft keine Aussage über das absolut im Boden verfügbare Wasser. Eine Aussage über die resultierende Grundwasserneubildung kann daraus nicht abgeleitet werden.

Grundwasser

Im Mai 2026 befinden sich die Grundwasserstände weiterhin auf einem niedrigen bis mittleren Niveau.

An etwa 85% der Grundwassermessstellen (GWM) in NRW sind im Vergleich zum Vormonat geringere Grundwasserstände (GW-Stände) gemessen worden.

Die Auswirkungen des seit Februar 2025 aufgebauten Niederschlagsdefizits sind weiterhin anhand der Einordnung der GW-Stände erkennbar. Unter Berücksichtigung der Jahreszeit befinden sich die GW-Stände verglichen mit langjährigen Mittelwerten auf einem insgesamt niedrigen bis mittleren Niveau.

Im Vergleich zu den langjährigen Beobachtungen für diesen Monat lassen sich die aktuellen GW-Stände im Mai wie folgt einordnen:  

  • Über die Hälfte der GWM in NRW (rd. 53 %) weist GW-Stände im mittleren Bereich auf. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 59 %) gesunken.
  • Die Anzahl der GWM mit sehr niedrigen bis niedrigen GW-Ständen ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 35%) deutlich angestiegen auf rd. 42 %.  
  • Die Anzahl der GWM mit sehr hohen bis hohen GW-Ständen ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 6%) leicht gesunken auf rd. 5 %.

Im kommenden Monat sind die Bedingungen für Grundwasserneubildung aufgrund vorhandener Vegetation und steigender Temperaturen grundsätzlich weniger günstig. Die regionale Grundwasserstandsentwicklung hängt jedoch maßgeblich von den Witterungsverhältnissen und den hydrogeologischen Gegebenheiten ab. Weiterführende Informationen zur prognostizierten überregionalen Entwicklung der Grundwasserstände liefert die Fachanwendung GRUVO der Bundeanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (https://gruvo.bgr.de/website/index.php).

Hinweis: Im Zuge der Auswertung der Grundwasserstände wurden für jede Grundwassermessstelle die aktuellen Messwerte des Auswertemonats mit allen für die Messtelle zur Verfügung stehenden Messungen im Auswertemonat verglichen und klassifiziert. Bei den o.g. Auswertungen handelt es sich um eine rein statistische relative Bewertung. Sehr niedrige oder Minimalgrundwasserstände sind nicht gleichzusetzen mit einem Mangel der Ressource Grundwasser. 

Fließgewässer

Im Mai keine Hochwasserlage. Wasserstände Ende Mai hauptsächlich im Bereich des Mittelwassers.

  • An den Hochwassermeldepegeln in NRW wurde im Mai keine Informationswertüberschreitung beobachtet.
  • Ende Mai liegt an 13 von 126 ausgewerteten Pegeln in NRW eine Niedrigwassersituation vor. 
  • Die übrigen Gewässer befinden sich durchschnittlich im Bereich zwischen mittlerem Niedrigwasser und Mittelwasser.

Talsperren

Die Talsperrenfüllstände befinden sich unter Berücksichtigung der Jahreszeit auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.

Im Mai haben sich die Füllstände verringert. Damit befinden sich die Füllstände Ende Mai unter Berücksichtigung der Jahreszeit weiterhin auf einem eher unterdurchschnittlichen Niveau.

Differenziert nach Einzugsgebieten stellt sich die Situation der Talsperrenfüllstände wie folgt dar (Stand: 31.05.2026):

  • Ruhr-Talsperren: Füllstand ca. 92 %, leicht steigende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (91 %)
  • Rur-Talsperren: Füllstand ca. 72 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (75 %)
  • Sieg-Talsperren: Füllstand ca. 71 %,  sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (74 %)
  • Wupper-Talsperren: Füllstand ca. 69 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (73 %)

Aktuell (Stand: 31.05.2026) befinden sich die Talsperren wieder im Wesentlichen im Normalbetrieb gemäß des jahreszeitlichen Betriebsplans*. 

(*Im Frühjahr wurden die Hochwasserrückhalteräume, welche wegen der im Winter erhöhten Hochwassergefahr vorgehalten werden mussten, an vielen Talsperren in NRW wieder schrittweise reduziert. So können potenziell zusätzliche Wasservorräte aufgebaut werden, die im Zuge des erhöhten Wasserbedarfs während des hydrologischen Sommerhalbjahres benötigt werden.)

Ausblick

Witterungsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes vom 02.06.2026 für den Zeitraum vom 08.06. bis 05.07.2026

Datenquellen

Deutscher Wetterdienst

UFZ-Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Wasserverbände NRW

LANUK NRW

Fachanwendung GRUVO der BGR

Bei den verwendeten Daten handelt es sich teilweise um automatisch validierte Messdaten. Sie entsprechen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Hydrologische und meteorologische Daten können sich aufgrund von neuen Erkenntnissen, erweiterten Prüfungen oder veränderten Berechnungsverfahren ändern.

Weiterführende Informationen des LANUK:

Hochwasserinformationen und Lageberichte bei Hochwassergefahr

ELWAS-Web (Elektronisches wasserwirtschaftliches Verbundsystem der Wasserwirtschaftsverwaltung NRW) mit umfassenden geprüften Fachdaten zu den Fachthemen Abwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer, Trinkwasser und zur Wasserrahmenrichtlinie

Klimaatlas NRW Klimaatlas NRW mit Daten des UFZ-Dürremonitors, des Wasserhaushalts- und Dürremonitors sowie weiteren, umfangreichen Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Nordrhein-Westfalen 

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