Hydrologischer Status NRW zum 31.03.2026

07. April 2026

Durchschnittliche Niederschläge im März 2026

  • Im März 2026 sind in NRW im Gebietsmittel rd. 60,4 mm Niederschlag gefallen. Dies entspricht ziemlich genau dem langjährigen Mittelwert (Betrachtungszeitraum: 1881-heute).
  • Die Niederschläge konzentrierten sich auf die Zeiträume zwischen dem 10.03. und 16.03. sowie zwischen dem 25.03. und 31.03. An den übrigen Tagen wurde kein signifikanter Niederschlag erfasst.
  • Die Niederschlagsgeschehen hatten meist eine leichte bis vereinzelt mäßige Intensität.
  • Das summarische Niederschlagsdefizit der letzten 12 Monate von rd. -124,0 mm (rd. -14,7 %) blieb im März unverändert.  In den Monaten April, September, Oktober 2025 und Februar 2026 waren die Niederschlagsmengen überdurchschnittlich, im März 2026 durchschnittlich. In den übrigen Monaten lagen die monatlichen Niederschlagssummen stets unterhalb des langjährigen Mittels. Im August und Dezember 2025 wurden sogar weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmengen gemessen.
  • Die Abweichungen der letzten Jahre für die jeweils letzten 12 Monate betrugen zum Vergleich:
    • April 2018 - März 2019    -163,4 mm (-19,3 %)
    • April 2019 – März 2020   -8,5 mm (-1,0 %)
    • April 2020 – März 2021    -158,9 mm (-18,8 %)
    • April 2021 – März 2022    -17,0 mm (-2,0 %)
    • April 2022 – März 2023    -64,6 mm (-7,6 %)
    • April 2023 – März 2024     +334,8 mm (+39,5 %)
    • April 2024 – März 2025     +70,6 mm (+8,3 %)
    • April 2025 – März 2026    -124,0 mm (-14,7 %)
  • Demnach liegt seit April 2018 ein Gesamt-Niederschlagsdefizit von -130,6 mm (-15,5 %) im Vergleich zum langjährigen Mittelwert vor.

Übersicht über die Monatsniederschläge der letzten 12 Monate

(Datenquellen: DWD, LANUK; Stand: 07.04.26)
grün: Niederschlag überdurchschnittlich, rosa: unterdurchschnittlich, weiß: durchschnittlich, ocker: langjähriger Durchschnitt



Apr 25Mai 25Jun 25Jul 25Aug 25Sep 25Okt 25Nov 25Dez 25Jan 26Feb 26Mrz 26
Monatlicher Niederschlagmm58,247,757,282,838,471,195,143,834,757,375,960,4
summiertmm58,2105,9163,1245,9284,3355,4450,5494,3529,0586,3662,2722,6
Mittel 1881-heutemm55,463,974,586,680,967,469,971,980,074,960,960,5
summiertmm55,4119,3193,8280,4361,2428,6498,5570,3650,4725,2786,1846,6

Überschuss / Defizit
pro Monat

mm+2,8-16,2-17,3-3,8-42,5+3,7+25,2-28,1-45,3-17,6+15,0-0,1
%+5,1%-25,3%-23,2%-4,4%-52,5%+5,5%+36,1%-39,1%-56,6%-23,5%+24,6%-0,2%

Überschuss / Defizit
der letzten 12 Monate

mm+2,8-13,4-30,7-34,5-76,9-73,2-48,0-76,0-121,4-138,9-123,9-124,0
%+5,1%-11,2%-15,8%-12,3%-21,3%-17,1%-9,6%-13,3%-18,7%-19,2%-15,8%-14,7%

Die regionale Verteilung der Niederschläge über die letzten zwölf Monate lässt sich im Vergleich zum langjährigen Mittel wie folgt einordnen:

  • Im letzten Monat war es hauptsächlich in kleinen Gebieten der Mittelgebirge etwas zu trocken. Im Ruhrgebiet und Münsterland waren einige kleine Gebiete etwas zu feucht. In den übrigen Regionen waren die Niederschlagsverhältnisse hauptsächlich im normalen Bereich.  
  • Hinsichtlich des letzten Quartals sind die Mittelgebirge etwas bis mäßig zu trocken. Dem gegenüber liegen im Bereich der Niederrheinische Bucht und des Niederrheinischen Tieflands fast normal bis etwas zu feuchte Verhältnisse vor. In den übrigen Regionen waren die Niederschlagsverhältnisse fast normal bis etwas zu trocken.  
  • Für das letzte Halbjahr betrachtet liegen im Bereich Niederrheinische Bucht und des Niederrheinischen Tieflands im Wesentlichen normale bis mäßig zu trockene Verhältnisse vor. Im Bereich Sauer- und Siegerland sowie in Teilen des Bergischen Landes war es hingegen mäßig bis teils deutlich zu trocken. In den übrigen Bereichen von NRW war es überwiegend etwas zu trocken. 
  • Bezogen auf die letzten 12 Monate war es nahezu in ganz NRW etwas bis mäßig zu trocken, vereinzelt deutlich zu trocken. Lediglich in Teilen der Niederrheinischen Bucht und des Niederrheinischen Tieflandes waren die Niederschlagsverhältnisse "normal". 

Regionale Verteilung der Niederschläge in NRW 

(Datenquellen: DWD HYRAS-DE-PRE-v6, LANUK; (c) LANUK NRW, FZ Jülich IBG 3 Stand: 07.04.26)

Die Grafiken zeigen die relativen regionalen Niederschlagsüberschüsse und -defizite (Anomalien) im Vergleich zum langjährigen regionalen Durchschnitt (Betrachtungszeitraum: 1991 bis 2020). Die Darstellung erfolgt als Standardisierter Niederschlagsindex / Standardized Precipitation Index SPI (https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=102248&lv3=603324) für verschiedene Zeiträume vom letzten Monat bis zum letzten Jahr. 

Boden

Im März weiterhin in weiten Teilen von NRW für die Jahreszeit deutlich zu trockene Böden.

Die Bodenfeuchteverhältnisse in NRW lassen sich für Ende März (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) im Vergleich mit den langjährigen Bodenfeuchtegehalten wie folgt einordnen:

  • Im März ist eine Zunahme der Dürreverhältnisse im Oberboden im Vergleich zum Vormonat erkennbar. Dies liegt u.a. in der ungleichmäßigen Niederschlagsverteilung in Verbindung mit relativ hohen Temperaturen, insbesondere während der ersten Monatsdekade, begründet. Die Dürreintensitäten in NRW liegen im Wesentlichen bei Jährlichkeiten von 3 bis 5 Jahren. Die stärksten Dürreausprägungen mit Jährlichkeiten von bis zu 20 und teils bis zu 50 Jahren liegen im Bereich von Sieger- und Sauerland, Eifel sowie in Teilen des Weserberglandes und der Westfälischen Bucht vor. 
  • Auch bei Betrachtung der gesamten Bodenschicht haben die Dürreverhältnisse in einigen Regionen im Vergleich zum Vormonat zugenommen. Vor allem in den Bereichen mit ohnehin bereits hoher Dürreausprägung hat sich die Dürreintensität nochmals verstärkt. Im Sieger- und Sauerland, sowie in Teilen der Eifel und des Weserberglandes liegen die Dürreintensitäten bei Jährlichkeiten von 20 bis 50 Jahren. Im Bereich der Westfälischen Bucht und des Bergischen Landes liegen die Jährlichkeiten hauptsächlich zwischen 5 und 10 Jahren. In weiten Teilen der Niederrheinischen Bucht und des Niederrheinischen Tieflands liegen die Bodenfeuchtegehalte im Normalbereich.

Das tagesaktuelle pflanzenverfügbare Wasser der Böden (bis 0,25 m Tiefe) in NRW, abgeleitet aus der nutzbaren Feldkapazität (=nFK in %), lässt sich für den 31. März wie folgt beschreiben:

  • Im Vergleich zum Vormonat haben die Bodenfeuchtegehalte etwas abgenommen und sind in weiten Teilen NRW's niedriger als zu dieser Jahreszeit üblich. Dennoch ist Wasser in ausreichendem Maße für die Vegetation verfügbar. 
  • Die Bodenfeuchtegehalte liegen hauptsächlich zwischen rd. 70 % und rd. 100 % nFK. In einigen Regionen der Westfälischen Bucht liegen die aktuellen Bodenfeuchtegehalte auch über 100 %.

Die folgenden Grafiken zum Dürrezustand des Bodens zeigen die gemittelte Bodenfeuchte der letzten 14 Tage eingeordnet nach Jährlichkeiten für den Gesamtboden und den Oberboden. Die Grafik zum pflanzenverfügbaren Wasser beschreibt die tagesaktuelle Bodenfeuchte anhand der nutzbaren Feldkapazität (nFK in %). (Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (https://www.ufz.de/index.php?de=37937)).

Hinweis: Der UFZ-Dürremonitor vergleicht die aktuelle Bodenfeuchte (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) mit den Werten im Vergleichszeitraum 1974-2023 und ordnet diese relativ ein.
Der UFZ-Dürremonitor trifft keine Aussage über das absolut im Boden verfügbare Wasser. Eine Aussage über die resultierende Grundwasserneubildung kann daraus nicht abgeleitet werden.

Grundwasser

Im März 2026 befinden sich die Grundwasserstände auf einem niedrigen bis mittleren Niveau.

In den Grundwassermessstellen (GWM) in NRW konnte im Vergleich zum Vormonat an etwa 70% der Messstellen ein Anstieg der Grundwasserstände (GW-Stände) beobachtet werden.

Die Auswirkungen des seit April 2025 aufgebauten Niederschlagsdefizits sind jedoch weiterhin anhand der Einordnung der GW-Stände erkennbar. Unter Berücksichtigung der Jahreszeit befinden sich die GW-Stände verglichen mit langjährigen Mittelwerten auf einem insgesamt mittleren bis niedrigem Niveau.

Im Vergleich zu den langjährigen Beobachtungen für diesen Monat lassen sich die aktuellen GW-Stände im März wie folgt einordnen: 

  • Über die Hälfte der GWM in NRW (rd. 59 %) weist GW-Stände im mittleren Bereich auf. Im Vergleich zum Vormonat (rd. 47 %) ist dieser Anteil deutlich gestiegen.
  • Die Anzahl der GWM mit sehr niedrigen bis niedrigen GW-Ständen ist dagegen deutlich gesunken und liegt bei rd. 35 % (Vormonat rd. 49 %).
  • Die Anzahl der GWM mit sehr hohen bis hohen GW-Ständen ist ebenfalls gestiegen und liegt bei rd. 6 % (Vormonat rd. 3%).

Im kommenden Monat sind die Bedingungen für Grundwasserneubildung im Vergleich zu den Vormonaten aufgrund einsetzender Vegetation und steigender Temperaturen weniger günstig. Weiterführende Informationen zur prognostizierten überregionalen Entwicklung der Grundwasserstände liefert die Fachanwendung GRUVO der Bundeanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (https://gruvo.bgr.de/website/index.php).

Hinweis: Im Zuge der Auswertung der Grundwasserstände wurden für jede Grundwassermessstelle die aktuellen Messwerte des Auswertemonats mit allen für die Messtelle zur Verfügung stehenden Messungen im Auswertemonat verglichen und klassifiziert. Bei den o.g. Auswertungen handelt es sich um eine rein statistische relative Bewertung. Sehr niedrige oder Minimalgrundwasserstände sind nicht gleichzusetzen mit einem Mangel der Ressource Grundwasser. 

Fließgewässer

Im März keine Hochwasserlage. Wasserstände Ende März hauptsächlich im Bereich des Mittelwassers.

  • An den Hochwassermeldepegeln in NRW wurde im März kein Informationswert überschritten.
  • Ende März liegt an 5 von 121 ausgewerteten Pegeln in NRW eine Niedrigwassersituation vor. 
  • Die übrigen Gewässer befinden sich im Wesentlichen im Bereich des Mittelwassers.

Talsperren

Die Talsperrenfüllstände befinden sich unter Berücksichtigung der Jahreszeit auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.

Im März haben sich die Füllstände weiter leicht erhöht (insbesondere im Bereich des Ruhreinzugsgebietes). Trotzdem befinden sich die Füllstände Ende März unter Berücksichtigung der Jahreszeit weiterhin auf einem eher unterdurchschnittlichen Niveau.

Differenziert nach Einzugsgebieten stellt sich die Situation der Talsperrenfüllstände wie folgt dar (Stand: 31.03.2026):

  • Ruhr-Talsperren: Füllstand ca. 90 %, steigende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (86 %)
  • Rur-Talsperren: Füllstand ca. 76 %, leicht steigende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (75 %)
  • Sieg-Talsperren: Füllstand ca. 76 %,  unverändert im Vergleich zum Vormonat (76 %)
  • Wupper-Talsperren: Füllstand ca. 76 %, leicht steigende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (75 %)

Aktuell (Stand: 07.04.2026) befinden sich die Talsperren wieder im Wesentlichen im Normalbetrieb gemäß des jahreszeitlichen Betriebsplans*. 

(*Zu Beginn des Frühjahrs werden die Hochwasserrückhalteräume, welche wegen der im Winter erhöhten Hochwassergefahr vorgehalten werden mussten, an vielen Talsperren in NRW wieder schrittweise reduziert.)

Ausblick

Witterungsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes vom 06.04.2026 für den Zeitraum vom 13.04. bis 10.05.2026

Datenquellen

Deutscher Wetterdienst

UFZ-Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Wasserverbände NRW

LANUK NRW

Fachanwendung GRUVO der BGR

Bei den verwendeten Daten handelt es sich teilweise um automatisch validierte Messdaten. Sie entsprechen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Hydrologische und meteorologische Daten können sich aufgrund von neuen Erkenntnissen, erweiterten Prüfungen oder veränderten Berechnungsverfahren ändern.

Weiterführende Informationen des LANUK:

Hochwasserinformationen und Lageberichte bei Hochwassergefahr

ELWAS-Web (Elektronisches wasserwirtschaftliches Verbundsystem der Wasserwirtschaftsverwaltung NRW) mit umfassenden geprüften Fachdaten zu den Fachthemen Abwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer, Trinkwasser und zur Wasserrahmenrichtlinie

Klimaatlas NRW Klimaatlas NRW mit Daten des UFZ-Dürremonitors, des Wasserhaushalts- und Dürremonitors sowie weiteren, umfangreichen Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Nordrhein-Westfalen 

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