Hydrologischer Status NRW zum 31.07.2026

05. August 2026

Trockenster Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnung

  • Im Juli 2026 sind in NRW im Gebietsmittel nur rd. 20 mm Niederschlag gefallen. Dies entspricht einem Niederschlagsdefizit von rd. -77 % im Vergleich zum langjährigen Mittelwert für diesen Monat (Betrachtungszeitraum: 1881-heute).
  • Somit war der Juli 2026 der trockenste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnung.
  • Die wenigen Niederschläge waren recht gleichmäßig über den Monat verteilt und hauptsächlich von leichter bis mäßiger Intensität. Starkregenereignisse traten nur punktuell auf.
  • In 8 der vergangenen 12 Monate lagen die monatlichen Niederschlagssummen unterhalb des langjährigen Mittels. Im August und Dezember 2025, im April 2026 sowie im Juli 2026 wurden sogar weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmengen gemessen. Infolge des deutlich zu trockenen Juli ist das kumulierte Niederschlagsdefizit der letzten 12 Monate nochmals deutlich auf rd. -153 mm (rd. -18 %) angewachsen, was Rang 21 der trockensten Jahre innerhalb dieses Zeitraums entspricht. 
  • Die Abweichungen der letzten Jahre für den Zeitraum August bis Juli betrugen zum Vergleich:
    • August 2018 - Juli 2019       -153,2 mm (-20,2 %)
    • August 2019 – Juli 2020      -15,9 mm (-3,2 %)
    • August 2020 – Juli 2021      +17,0 mm (-6,9 %)
    • August 2021 – Juli 2022      -159,4 mm (-8,3 %)
    • August 2022 – Juli 2023      +36,6 mm (-4,9 %)
    • August 2023 – Juli 2024     +412,0 mm (+52,1 %)
    • August 2024 – Juli 2025     -65,7 mm (-7,4 %)
    • August 2025 – Juli 2026    -153,0 mm (-10,7 %)

Übersicht über die Monatsniederschläge der letzten 12 Monate

(Datenquellen: DWD, LANUK; Stand: 03.08.26)
grün: Niederschlag überdurchschnittlich, rosa: unterdurchschnittlich, weiß: durchschnittlich, ocker: langjähriger Durchschnitt



Aug 25Sep 25Okt 25Nov 25Dez 25Jan 26Feb 26Mrz 26Apr 26Mai 26Jun 26Jul 26
Monatlicher Niederschlagmm38,471,195,143,834,757,375,960,425,6104,865,920,2
summiertmm38,4109,5204,6248,4283,1340,4416,3476,7502,3607,1673,0693,2
Mittel 1881-heutemm80,967,469,971,980,074,960,960,555,264,174,586,1
summiertmm80,9148,2218,1290,0370,0444,9505,8566,3621,5685,6760,1846,2

Überschuss / Defizit
pro Monat

mm-42,5+3,7+25,2-28,1-45,3-17,6+15,0-0,1-29,6+40,7-8,6-65,9
%-52,5%+5,5%+36,1%-39,1%-56,6%-23,5%+24,6%-0,2%-53,6%+63,4%-11,5%-76,5%

Überschuss / Defizit
der letzten 12 Monate

mm-42,5-38,7-13,5-41,6-86,9-104,5-89,5-89,6-119,2-78,5-87,1-153,0
%-52,5%-26,1%-6,2%-14,3%-23,5%-23,5%-17,7%-15,8%-19,2%-11,5%-11,5%-18,1%

Die regionale Verteilung der Niederschläge über die letzten zwölf Monate lässt sich im Vergleich zum langjährigen Mittel wie folgt einordnen:

  • Im letzten Monat war es in weiten Teilen NRW's extrem zu trocken. Im Nordosten von NRW war es mäßig bis deutlich zu trocken. 
  • Für das letzte Quartal betrachtet ist die Trockenheit aufgrund des deutlich zu nassen Mai deutlich weniger ausgeprägt. Für den Großteil von NRW sind die Niederschläge als etwas bis mäßig zu trocken einzuordnen. In Teilen der Eifel und im Süden der Niederrheinischen Bucht war es deutlich bis extrem zu trocken. Im Nordosten NRW's sind hingegen Niederschlagsüberschüsse (hauptsächlich etwas bis mäßig zu feucht) zu beobachten.  
  • Beim Blick auf das letzte Halbjahr sind die Niederschlagsverhältnisse in weiten Teilen NRW's etwas bis mäßig zu trocken. Im Nordosten NRW's hingegen sind die Niederschläge als normal bis etwas zu feucht einzuordnen.
  • Bezogen auf die letzten 12 Monate war in ganz NRW im Wesentlichen etwas bis mäßig zu trocken. In Teilen der Eifel und im Süden der Niederrheinischen Bucht sowie im Sieger- und Sauerland war es hauptsächlich deutlich zu trocken. 

Regionale Verteilung der Niederschläge in NRW 

(Datenquellen: DWD HYRAS-DE-PRE-v6, LANUK; (c) LANUK NRW, FZ Jülich IBG 3 Stand: 03.08.26)

Die Grafiken zeigen die relativen regionalen Niederschlagsüberschüsse und -defizite (Anomalien) im Vergleich zum langjährigen regionalen Durchschnitt (Betrachtungszeitraum: 1991 bis 2020). Die Darstellung erfolgt als Standardisierter Niederschlagsindex / Standardized Precipitation Index SPI (https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=102248&lv3=603324) für verschiedene Zeiträume vom letzten Monat bis zum letzten Jahr. 

Boden

Im Juli weisen die Böden in NRW deutliche Dürreerscheinungen mit Jährlichkeiten bis zu 20, teils 50 Jahren auf.

Die Bodenfeuchteverhältnisse in NRW sind Ende Juli (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) im Vergleich mit den langjährigen Bodenfeuchtegehalten zu dieser Jahreszeit wie folgt einzuordnen:

  • Die extrem geringen Niederschlagsmengen im Juli in Verbindung mit hohen Temperaturen haben zu deutlichen Dürreausprägungen in der gesamten betrachteten Bodenschicht geführt.  
  • Der Oberboden in NRW weist hauptsächlich deutlich ausgeprägte Dürreerscheinungen mit Jährlichkeiten von 10 bis zu 50 Jahren auf. Lediglich in Teilen des Weserberglandes liegen die Werte im Wesentlichen noch im Normalbereich. 
  • Auch bei Betrachtung der gesamten Bodenschicht sind bereits mittlere bis stärker ausgeprägte Dürren mit Jährlichkeiten von hauptsächlich 5 bis 20 Jahren erkennbar. Im Bereich der Eifel liegen sogar Dürreerscheinungen mit Jährlichkeiten bis zu 50 Jahren vor. In Teilen des Weserberglandes liegen die Werte hingegen noch im Normalbereich.

Das tagesaktuelle pflanzenverfügbare Wasser der Böden (bis 0,25 m Tiefe) in NRW, abgeleitet aus der nutzbaren Feldkapazität (=nFK in %), lässt sich für Ende Juli wie folgt beschreiben:

  • Die Bodenfeuchtegehalte haben im Vergleich zum Vormonat deutlich abgenommen und liegen in großen Teilen NRW's hauptsächlich unterhalb von rd. 20 % nFK. Somit stehen die Pflanzen in diesen Bereichen unter Trockenstress. Im Bereich der Mittelgebirge liegen die Bodenfeuchtegehalte mit rd. 30 bis 60 % nFK noch etwas höher. 

Die folgenden Grafiken zum Dürrezustand des Bodens zeigen die gemittelte Bodenfeuchte der letzten 14 Tage eingeordnet nach Jährlichkeiten für den Gesamtboden und den Oberboden. Die Grafik zum pflanzenverfügbaren Wasser beschreibt die tagesaktuelle Bodenfeuchte anhand der nutzbaren Feldkapazität (nFK in %). (Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (https://www.ufz.de/index.php?de=37937)).

Hinweis: Der UFZ-Dürremonitor vergleicht die aktuelle Bodenfeuchte (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) mit den Werten im Vergleichszeitraum 1974-2023 und ordnet diese relativ ein.
Der UFZ-Dürremonitor trifft keine Aussage über das absolut im Boden verfügbare Wasser. Eine Aussage über die resultierende Grundwasserneubildung kann daraus nicht abgeleitet werden.

Grundwasser

Im Juli 2026 befinden sich die Grundwasserstände weiterhin auf einem niedrigen bis mittleren Niveau.

An nahezu allen (96 %) Grundwassermessstellen (GWM) in NRW sind im Vergleich zum Vormonat geringere Grundwasserstände (GW-Stände) gemessen worden.

Die Auswirkungen des seit Februar 2025 aufgebauten Niederschlagsdefizits sind weiterhin anhand der Einordnung der GW-Stände erkennbar. Unter Berücksichtigung der Jahreszeit befinden sich die GW-Stände verglichen mit langjährigen Mittelwerten auf einem insgesamt niedrigen bis mittleren Niveau. Mit Ausnahme geringer Schwankungen ist diese Situation seit den letzten 12 Monaten nahezu unverändert. Verglichen mit den Dürrejahren 2018, 2019 und 2022 ist der Anteil der Grundwassermessstellen mit niedrigen und sehr niedrigen Grundwasserständen jedoch noch nicht so stark ausgeprägt.

Im Vergleich zu den langjährigen Beobachtungen für diesen Monat lassen sich die aktuellen GW-Stände im Juli wie folgt einordnen: 

  • Über die Hälfte der GWM in NRW (rd. 50 %) weist GW-Stände im mittleren Bereich auf. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 51 %) nahezu unverändert.
  • Die Anzahl der GWM mit sehr niedrigen bis niedrigen GW-Ständen ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 35%) stark gestiegen auf rd. 46 %.  
  • Die Anzahl der GWM mit sehr hohen bis hohen GW-Ständen ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 14 %) stark gesunken auf rd. 4 %.

Im kommenden Monat sind die Bedingungen für Grundwasserneubildung aufgrund vorhandener Vegetation und steigender Temperaturen grundsätzlich weniger günstig. Die regionale Grundwasserstandsentwicklung hängt jedoch maßgeblich von den Witterungsverhältnissen und den hydrogeologischen Gegebenheiten ab. Weiterführende Informationen zur prognostizierten überregionalen Entwicklung der Grundwasserstände liefert die Fachanwendung GRUVO der Bundeanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (https://gruvo.bgr.de/website/index.php).

Hinweis: Im Zuge der Auswertung der Grundwasserstände wurden für jede Grundwassermessstelle die aktuellen Messwerte des Auswertemonats mit allen für die Messtelle zur Verfügung stehenden Messungen im Auswertemonat verglichen und klassifiziert. Bei den o.g. Auswertungen handelt es sich um eine rein statistische relative Bewertung. Sehr niedrige oder Minimalgrundwasserstände sind nicht gleichzusetzen mit einem Mangel der Ressource Grundwasser. 

Fließgewässer

Im Juli keine Hochwasserlage. Wasserstände Ende Juli hauptsächlich im Bereich zwischen mittlerem Niedrig- und Mittelwasser.

  • An den Hochwassermeldepegeln in NRW wurde im Juli keine Informationswertüberschreitung beobachtet.
  • Ende Juli liegt an 159 von 200 ausgewerteten Pegeln in NRW eine Niedrigwassersituation vor.
  • Die übrigen Gewässer befinden sich durchschnittlich im Bereich zwischen mittlerem Niedrigwasser und Mittelwasser.

Talsperren

Die Talsperrenfüllstände befinden sich unter Berücksichtigung der Jahreszeit unterhalb des durchschnittlichen Niveaus.

Im Juli haben sich die Füllstände weiterhin verringert. Damit befinden sich die Füllstände Ende Juli unter Berücksichtigung der Jahreszeit weiterhin auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.

Differenziert nach Einzugsgebieten stellt sich die Situation der Talsperrenfüllstände wie folgt dar (Stand: 31.07.2026)

  • Ruhr-Talsperren: Füllstand ca. 82 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (89 %)
  • Rur-Talsperren: Füllstand ca. 64 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (69 %)
  • Sieg-Talsperren: Füllstand ca. 63 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (68 %)
  • Wupper-Talsperren: Füllstand ca. 54 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (63 %)

Aktuell (Stand: 31.07.2026) befinden sich die Talsperren wieder im Wesentlichen im Normalbetrieb gemäß des jahreszeitlichen Betriebsplans*. 

(*Im Frühjahr wurden die Hochwasserrückhalteräume, welche wegen der im Winter erhöhten Hochwassergefahr vorgehalten werden mussten, an vielen Talsperren in NRW wieder schrittweise reduziert. So können potenziell zusätzliche Wasservorräte aufgebaut werden, die im Zuge des erhöhten Wasserbedarfs während des hydrologischen Sommerhalbjahres benötigt werden.)

Ausblick

Witterungsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes vom 28.07.2026 für den Zeitraum vom 03.08. bis 30.08.2026

Datenquellen

Deutscher Wetterdienst

UFZ-Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Wasserverbände NRW

LANUK NRW

Fachanwendung GRUVO der BGR

Bei den verwendeten Daten handelt es sich teilweise um automatisch validierte Messdaten. Sie entsprechen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Hydrologische und meteorologische Daten können sich aufgrund von neuen Erkenntnissen, erweiterten Prüfungen oder veränderten Berechnungsverfahren ändern.

Weiterführende Informationen des LANUK:

Hochwasserinformationen und Lageberichte bei Hochwassergefahr

ELWAS-Web (Elektronisches wasserwirtschaftliches Verbundsystem der Wasserwirtschaftsverwaltung NRW) mit umfassenden geprüften Fachdaten zu den Fachthemen Abwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer, Trinkwasser und zur Wasserrahmenrichtlinie

Klimaatlas NRW Klimaatlas NRW mit Daten des UFZ-Dürremonitors, des Wasserhaushalts- und Dürremonitors sowie weiteren, umfangreichen Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Nordrhein-Westfalen 

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