Hydrologischer Status NRW zum 31.08.2026

04. September 2026

Unterdurchschnittlicher Niederschlag im August

  • Im August 2026 sind in NRW im Gebietsmittel rd. 63 mm Niederschlag gefallen. Dies entspricht einem Niederschlagsdefizit von rd. -23 % im Vergleich zum langjährigen Mittelwert für diesen Monat (Betrachtungszeitraum: 1881-heute).
  • Der Niederschlagsschwerpunkt lag deutlich im Bereich der zweiten Monatshälfte bei hauptsächlich leichter bis mäßiger Intensität aber auch jahreszeittypischem Starkregenereignissen mit teils heftigem Starkregen bis zu rd. 50 mm in 6 Stunden.
  • Die vergangenen drei Sommermonate lagen durchgehend unterhalb des langjährigen Mittels. Der Juli 2026 war der trockenste Juli seit 1881. Der Sommer 2026 liegt auf Rang 13 der trockensten Sommer seit 1881.
  • In 8 der vergangenen 12 Monate lagen die monatlichen Niederschlagssummen unterhalb des langjährigen Mittels. Im Dezember 2025, im April 2026 sowie im Juli 2026 wurden sogar weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmengen gemessen. Infolge des zu trockenen August ist das kumulierte Niederschlagsdefizit der letzten 12 Monate weiterhin auf rd. -129 mm (rd. -15 %) angewachsen. 
  • Die Abweichungen der letzten Jahre für den Zeitraum September des Vorjahres bis August betrugen zum Vergleich:
    • September 2018 - August 2019       -137,9 mm (-16,3 %)
    • September 2019 – August 2020      -11,7 mm (-1,4 %)
    • September 2020 – August 2021      +35,6 mm (+4,2 %)
    • September 2021 – August 2022      -222,0 mm (-26,2 %)
    • September 2022 – August 2023      +151,6 mm (+17,9 %)
    • September 2023 – August 2024     +358,7 mm (+42,4 %)
    • September 2024 – August 2025     -106,3 mm (-12,6 %)
    • September 2025 – August 2026    -128,7 mm (-15,2 %)

Übersicht über die Monatsniederschläge der letzten 12 Monate

(Datenquellen: DWD, LANUK; Stand: 01.09.26)
grün: Niederschlag überdurchschnittlich, rosa: unterdurchschnittlich, weiß: durchschnittlich, ocker: langjähriger Durchschnitt



Sep 25Okt 25Nov 25Dez 25Jan 26Feb 26Mrz 26Apr 26Mai 26Jun 26Jul 26Aug 26
Monatlicher Niederschlagmm71,195,143,834,757,375,960,425,6104,865,920,262,6
summiertmm71,1166,2210,0244,7302,0377,9438,3463,9568,7634,6654,8717,4
Mittel 1881-heutemm67,469,971,980,074,960,960,555,264,174,586,180,7
summiertmm67,4137,2209,1289,2364,0424,9485,4540,6604,8679,2765,3846,1

Überschuss / Defizit
pro Monat

mm+3,7+25,2-28,1-45,3-17,6+15,0-0,1-29,6+40,7-8,6-65,9-18,1
%+5,5%+36,1%-39,1%-56,6%-23,5%+24,6%-0,2%-53,6%+63,4%-11,5%-76,5%-22,5%

Überschuss / Defizit
der letzten 12 Monate

mm+3,7+29,0+0,9-44,5-62,0-47,0-47,1-76,7-36,1-44,6-110,5-128,7
%+5,5%+21,1%+0,4%-15,4%-17,0%-11,1%-9,7%-14,2%-6,0%-6,6%-14,4%-15,2%

Die regionale Verteilung der Niederschläge über die letzten zwölf Monate lässt sich im Vergleich zum langjährigen Mittel wie folgt einordnen:

  • Im letzten Monat war es vor allem in der Nordhälfte NRW's etwas bis mäßig zu trocken. In der Südhälfte von NRW und in Teilen des Weserberglandes sowie der Westfälischen Bucht lagen die Niederschläge hingegen hauptsächlich im Normalbereich bzw. waren etwas zu feucht. 
  • Für das letzte Quartal betrachtet war es in weiten Teilen NRW's hauptsächlich mäßig bis deutlich zu trocken. Insbesondere im südwestlichen Teil der Westfälischen Bucht war die Trockenheit noch extremer ausgeprägt.  
  • Beim Blick auf das letzte Halbjahr liegen die Niederschlagsverhältnisse im Nordosten NRW's, hauptsächlich infolge des deutlich bis extrem zu feuchten Mai in dieser Region, im Wesentlichen im Normalbereich. Im übrigen Teil von NRW waren die Niederschläge mäßig bis deutlich zu trocken.
  • Bezogen auf die letzten 12 Monate war es in ganz NRW im Wesentlichen etwas bis mäßig zu trocken. In Teilen der Eifel, des Sieger- und Sauerlands sowie im Südwesten der Westfälischen Bucht war es hauptsächlich deutlich zu trocken. 

Regionale Verteilung der Niederschläge in NRW 

(Datenquellen: DWD HYRAS-DE-PRE-v6, LANUK; (c) LANUK NRW, FZ Jülich IBG 3 Stand: 04.09.26)

Die Grafiken zeigen die relativen regionalen Niederschlagsüberschüsse und -defizite (Anomalien) im Vergleich zum langjährigen regionalen Durchschnitt (Betrachtungszeitraum: 1991 bis 2020). Die Darstellung erfolgt als Standardisierter Niederschlagsindex / Standardized Precipitation Index SPI (https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=102248&lv3=603324) für verschiedene Zeiträume vom letzten Monat bis zum letzten Jahr. 

Boden

Im August weisen die Böden in NRW deutliche Dürreerscheinungen mit Jährlichkeiten zwischen 5 und 10, teils 20 Jahren auf.

Infolge der Niederschläge im August, insbesondere in den letzten 14 Tagen, ist in den Böden NRW's ein Rückgang der Dürreintensitäten im Verlauf des Monats erkennbar. Vor allem in den tieferen Bodenschichten treten jedoch noch deutliche Dürreerscheinungen auf.

Die Bodenfeuchteverhältnisse in NRW sind Ende August (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) im Vergleich mit den langjährigen Bodenfeuchtegehalten zu dieser Jahreszeit wie folgt einzuordnen:

  • Die Einordnung der Bodenfeuchtesituation des Oberbodens stellt sich in NRW sehr unterschiedlich dar. In rund der Hälfte der Flächen in NRW liegen die Dürreausprägungen bei Jährlichkeiten zwischen 3 und 10, vereinzelt 20 Jahren. Im Bereich der Niederrheinischen Bucht und in Teilen Westfälischen Bucht sowie des Weserberglandes befinden sich die Bodenfeuchtegehalte dagegen haupstächlich im Normalbereich.
  • Bei Betrachtung der gesamten Bodenschicht sind die Dürreerscheinungen stärker ausgeprägt. Die Jährlichkeiten liegen hauptsächlich zwischen 5 und 10 Jahren. Im Bereich der Eifel, des Westfälischen Tieflands und in Teilen der Westfälischen Bucht sowie des Sieger- und Sauerlands sind Dürreerscheinungen mit Jährlichkeiten von hauptsächlich 10 bis 20 Jahren stärker ausgeprägt.

Das tagesaktuelle pflanzenverfügbare Wasser der Böden (bis 0,25 m Tiefe) in NRW, abgeleitet aus der nutzbaren Feldkapazität (=nFK in %), lässt sich für Ende August wie folgt beschreiben:

  • Die Bodenfeuchtegehalte haben im Vergleich zu Ende Juli deutlich zugenommen. In der Südhälfte NRW's und insbesondere im Bereich der Mittelgebirge liegt die aktuelle Bodenfeuchte hauptsächlich zwischen rd. 40 % und 70 % nFK. In der Nordhälfte NRW's liegen die Bodenfeuchtegehalte zwischen 10 % und 30 %. Somit stehen die Pflanzen im Norden weiterhin unter Trockenstress.  

Die folgenden Grafiken zum Dürrezustand des Bodens zeigen die gemittelte Bodenfeuchte der letzten 14 Tage eingeordnet nach Jährlichkeiten für den Gesamtboden und den Oberboden. Die Grafik zum pflanzenverfügbaren Wasser beschreibt die tagesaktuelle Bodenfeuchte anhand der nutzbaren Feldkapazität (nFK in %). (Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (https://www.ufz.de/index.php?de=37937)).

Hinweis: Der UFZ-Dürremonitor vergleicht die aktuelle Bodenfeuchte (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) mit den Werten im Vergleichszeitraum 1974-2023 und ordnet diese relativ ein.
Der UFZ-Dürremonitor trifft keine Aussage über das absolut im Boden verfügbare Wasser. Eine Aussage über die resultierende Grundwasserneubildung kann daraus nicht abgeleitet werden.

Grundwasser

Im August 2026 befinden sich die Grundwasserstände auf einem sehr niedrigen bis niedrigen Niveau.

An nahezu allen (96 %) Grundwassermessstellen (GWM) in NRW sind im Vergleich zum Vormonat teils deutlich geringere Grundwasserstände (GW-Stände) gemessen worden.

Die Auswirkungen des seit Februar 2026 aufgebauten Niederschlagsdefizits sind weiterhin anhand der Einordnung der GW-Stände erkennbar. Unter Berücksichtigung der Jahreszeit befinden sich die GW-Stände verglichen mit langjährigen Mittelwerten auf einem insgesamt sehr niedrigen bis niedrigen Niveau. Verglichen mit den Dürrejahren 2018, 2019 und 2022 ist der Anteil der Grundwassermessstellen mit niedrigen und sehr niedrigen Grundwasserständen zwar noch nicht so stark ausgeprägt, liegt aber bereits in einer ähnlichen Größenordnung.

Im Vergleich zu den langjährigen Beobachtungen für diesen Monat lassen sich die aktuellen GW-Stände im August wie folgt einordnen: 

  • Ein hoher Anteil der GWM in NRW (rd. 70 %) weist GW-Stände im niedrigen bis sehr niedrigen Bereich auf. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 46 %) stark gestiegen.
  • Die Anzahl der GWM mit mittleren GW-Ständen ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 50 %) stark gesunken auf rd. 27 %.
  • Die Anzahl der GWM mit sehr hohen bis hohen GW-Ständen ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 4 %) nahezu unverändert bei rd. 3 %

Im kommenden Monat sind die Bedingungen für Grundwasserneubildung aufgrund der andauernden Vegetationsperiode grundsätzlich weniger günstig. Die regionale Grundwasserstandsentwicklung hängt jedoch maßgeblich von den Witterungsverhältnissen und den hydrogeologischen Gegebenheiten ab. Weiterführende Informationen zur prognostizierten überregionalen Entwicklung der Grundwasserstände liefert die Fachanwendung GRUVO der Bundeanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (https://gruvo.bgr.de/website/index.php).

Hinweis: Im Zuge der Auswertung der Grundwasserstände wurden für jede Grundwassermessstelle die aktuellen Messwerte des Auswertemonats mit allen für die Messtelle zur Verfügung stehenden Messungen im Auswertemonat verglichen und klassifiziert. Bei den o.g. Auswertungen handelt es sich um eine rein statistische relative Bewertung. Sehr niedrige oder Minimalgrundwasserstände sind nicht gleichzusetzen mit einem Mangel der Ressource Grundwasser. 

Fließgewässer

Im August keine Hochwasserlage im Einzugsgebiet der Erft. Wasserstände Ende August hauptsächlich im Bereich zwischen mittlerem Niedrig- und Mittelwasser.

  • Vom 21.8. bis 23.8. wurden im Einzugsgebiet der Erft kurzzeitige Überschreitungen von Informationswerten (hauptsächlich kleines Hochwasser) beobachtet.
  • Ende August liegt an 143 von 218 ausgewerteten Pegeln in NRW eine Niedrigwassersituation vor.
  • Die übrigen Gewässer befinden sich durchschnittlich im Bereich zwischen mittlerem Niedrigwasser und Mittelwasser.

Talsperren

Die Talsperrenfüllstände befinden sich unter Berücksichtigung der Jahreszeit deutlich unterhalb des durchschnittlichen Niveaus.

Im Juni haben sich die Füllstände weiterhin verringert. Damit befinden sich die Füllstände Ende August unter Berücksichtigung der Jahreszeit weiterhin auf einem deutlich unterdurchschnittlichen Niveau.

Differenziert nach Einzugsgebieten stellt sich die Situation der Talsperrenfüllstände wie folgt dar (Stand: 31.08.2026):

  • Ruhr-Talsperren: Füllstand ca. 74 %, stark sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (82 %)
  • Rur-Talsperren: Füllstand ca. 59 %, stark sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (64 %)
  • Sieg-Talsperren: Füllstand ca. 57 %, stark sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (63 %)
  • Wupper-Talsperren: Füllstand ca. 47 %, stark sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (54 %)

Aktuell (Stand: 31.08.2026) befinden sich die Talsperren teilweise im ereignisbezogenen Betrieb für Niedrigwasser.

Ausblick

Witterungsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes vom 31.08.2026 für den Zeitraum vom 07.09. bis 04.10.2026

Datenquellen

Deutscher Wetterdienst

UFZ-Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Wasserverbände NRW

LANUK NRW

Fachanwendung GRUVO der BGR

Bei den verwendeten Daten handelt es sich teilweise um automatisch validierte Messdaten. Sie entsprechen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Hydrologische und meteorologische Daten können sich aufgrund von neuen Erkenntnissen, erweiterten Prüfungen oder veränderten Berechnungsverfahren ändern.

Weiterführende Informationen des LANUK:

Hochwasserinformationen und Lageberichte bei Hochwassergefahr

ELWAS-Web (Elektronisches wasserwirtschaftliches Verbundsystem der Wasserwirtschaftsverwaltung NRW) mit umfassenden geprüften Fachdaten zu den Fachthemen Abwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer, Trinkwasser und zur Wasserrahmenrichtlinie

Klimaatlas NRW Klimaatlas NRW mit Daten des UFZ-Dürremonitors, des Wasserhaushalts- und Dürremonitors sowie weiteren, umfangreichen Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Nordrhein-Westfalen 

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