Hydrologischer Status NRW zum 30.06.2026

06. Juli 2026

Unterdurchschnittliche Niederschläge im Juni 2026

  • Im Juni 2026 sind in NRW im Gebietsmittel rd. 66 mm Niederschlag gefallen. Dies entspricht einem Niederschlagsdefizit von rd. -12 % im Vergleich zum langjährigen Mittelwert für diesen Monat (Betrachtungszeitraum: 1881-heute).
  • Der Niederschlagsschwerpunkt lag auf der ersten Monatshälfte mit Niederschlägen leichter bis mäßiger Intensität. Die zweite Monatshälfte war geprägt von vereinzelten Starkregenereignissen an wenigen Tagen. 
  • In 8 der vergangenen 12 Monate lagen die monatlichen Niederschlagssummen unterhalb des langjährigen Mittels. Im August und Dezember 2025 sowie im April 2026 wurden sogar weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmengen gemessen. Infolge des etwas zu trockenen Juni ist das kumulierte Niederschlagsdefizit der letzten 12 Monate auf rd. rd. -91 mm (rd. -11 %), was Rang 30 der trockensten Jahre innerhalb dieses Zeitraums entspricht. 
  • Die Abweichungen der letzten Jahre für den Zeitraum Juli bis Juni betrugen zum Vergleich:
    • Juli 2018 - Juni 2019       -171,0 mm (-20,2 %)
    • Juli 2019 – Juni 2020      -27,0 mm (-3,2 %)
    • Juli 2020 – Juni 2021      -58,3 mm (-6,9 %)
    • Juli 2021 – Juni 2022      -69,9 mm (-8,3 %)
    • Juli 2022 – Juni 2023      -41,3 mm (-4,9 %)
    • Juli 2023 – Juni 2024     +440,9 mm (+52,1 %)
    • Juli 2024 – Juni 2025     -62,8 mm (-7,4 %)
    • Juli 2025 – Juni 2026    -90,9 mm (-11,8 %)

Demzufolge weisen 7 der letzten 8 Jahre unterdurchschnittliche Niederschlagssummen auf. Im Zeitraum Juli 2023 bis Juni 2024 ist hingegen ein extremer Niederschlagsüberschuss zu beobachten. 

Übersicht über die Monatsniederschläge der letzten 12 Monate

(Datenquellen: DWD, LANUK; Stand: 02.07.26)
grün: Niederschlag überdurchschnittlich, rosa: unterdurchschnittlich, weiß: durchschnittlich, ocker: langjähriger Durchschnitt



Jul 25Aug 25Sep 25Okt 25Nov 25Dez 25Jan 26Feb 26Mrz 26Apr 26Mai 26Jun 26
Monatlicher Niederschlagmm82,838,471,195,143,834,757,375,960,425,6104,865,9
summiertmm82,8121,2192,3287,4331,2365,9423,2499,1559,5585,1689,9755,8
Mittel 1881-heutemm86,680,967,469,971,980,074,960,960,555,264,174,5
summiertmm86,6167,4234,8304,7376,6456,6531,5592,4652,9708,1772,2846,7

Überschuss / Defizit
pro Monat

mm-3,8-42,5+3,7+25,2-28,1-45,3-17,6+15,0-0,1-29,6+40,7-8,6
%-4,4%-52,5%+5,5%+36,1%-39,1%-56,6%-23,5%+24,6%-0,2%-53,6%+63,4%-11,5%

Überschuss / Defizit
der letzten 12 Monate

mm-3,8-46,2-42,5-17,3-45,4-90,7-108,3-93,3-93,4-123,0-82,3-90,9
%-4,4%-27,6%-18,1%-5,7%-12,0%-19,9%-20,4%-15,7%-14,3%-17,4%-10,7%-10,7%

Die regionale Verteilung der Niederschläge über die letzten zwölf Monate lässt sich im Vergleich zum langjährigen Mittel wie folgt einordnen:

  • In der Eifel und im Süden der Niederrheinischen Bucht  war es etwas bis deutlich zu trocken, während Ruhrgebiet, südliches Münsterland und der westliche Teil des Mindener Landes etwas zu trocken waren; im östlichen Weserbergland war es mäßig bis deutlich zu feucht, in den übrigen Teilen von NRW war es etwas zu trocken bis etwas zu feucht. 
  • Aufgrund des deutlichen zu nassen Mai sind auch für das letzte Quartal, insbesondere im Nordosten NRW's Niederschlagsüberschüsse (hauptsächlich etwas bis deutlich zu feucht) zu beobachten.In der Eifel und im Süden der Niederrheinischen Bucht war es mäßig bis deutlich zu trocken. In den übrigen Teilen von NRW sind die Niederschläge zwischen etwas zu trocken bis etwas zu feucht einzuordnen.  
  • Beim Blick auf das letzte Halbjahr sind die Niederschlagsverhältnisse in weiten Teilen NRW's etwas bis mäßig, in der Eifel, dem Bergischen Land und im Sauer- und Siegerland teils deutlich, zu trocken. Lediglich im Nordosten von NRW liegen die Niederschläge, auch aufgrund des nassen Mai, hauptsächlich im Bereich zwischen etwas bis deutlich zu feucht.
  • Bezogen auf die letzten 12 Monate war es mit Ausnahme von Teilen der Niederrheinischen Bucht (Normalbereich) nahezu in ganz NRW etwas bis mäßig zu trocken. Insbesondere im Bereich Sieger- und Sauerland war es teils deutlich zu trocken.

Regionale Verteilung der Niederschläge in NRW 

(Datenquellen: DWD HYRAS-DE-PRE-v6, LANUK; (c) LANUK NRW, FZ Jülich IBG 3 Stand: 06.07.26)

Die Grafiken zeigen die relativen regionalen Niederschlagsüberschüsse und -defizite (Anomalien) im Vergleich zum langjährigen regionalen Durchschnitt (Betrachtungszeitraum: 1991 bis 2020). Die Darstellung erfolgt als Standardisierter Niederschlagsindex / Standardized Precipitation Index SPI (https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=102248&lv3=603324) für verschiedene Zeiträume vom letzten Monat bis zum letzten Jahr. 

Boden

Im Juni sind die Bodenfeuchteverhältnisse in NRW hauptsächlich im Normalbereich.

Die Bodenfeuchteverhältnisse in NRW sind Ende Juni (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) im Vergleich mit den langjährigen Bodenfeuchtegehalten zu dieser Jahreszeit wie folgt einordnen:

  • Die relativen hohen Niederschlagsmengen im Mai und in der ersten Junihälfte wirken sich weiterhin positiv bei der Einordnung der Bodenfeuchte aus. Als Folge der relativ niederschlagsarmen letzten 14 Tage in Verbindung mit teils extremer Hitze ist insbesondere im Oberboden ein Trend in Richtung trockenere Bodenverhältnisse erkennbar.  
  • Der Oberboden in NRW weist keine signifikanten Dürreausprägungen auf und liegt hauptsächlich im Normalbereich. Im Bereich der Eifel liegen jedoch mittlere bis starke Dürreausprägungen vor (Jährlichkeiten bis zu 20 Jahre). 
  • Auch bei Betrachtung der gesamten Bodenschicht sind die Böden im Wesentlichen dem Normalbereich zuzuordnen. In vereinzelten Bereichen, insbesondere in der Eifel und im Westfälischen Tiefland, sind jedoch Dürreausprägungen mittlerer Intensität erkennbar.

Das tagesaktuelle pflanzenverfügbare Wasser der Böden (bis 0,25 m Tiefe) in NRW, abgeleitet aus der nutzbaren Feldkapazität (=nFK in %), lässt sich für Ende Juni wie folgt beschreiben:

  • Die Bodenfeuchtegehalte haben im Vergleich zum Vormonat deutlich abgenommen und liegen in großen Teilen NRW's hauptsächlich zwischen rd. 20 % und rd. 50 % nFK. Somit stehen die Pflanzen in diesen Bereichen unter (beginnendem) Trockenstress. Im Bereich der Mittelgebirge liegen die Bodenfeuchtegehalte mit rd. 60 bis 90 % deutlich höher. 

Die folgenden Grafiken zum Dürrezustand des Bodens zeigen die gemittelte Bodenfeuchte der letzten 14 Tage eingeordnet nach Jährlichkeiten für den Gesamtboden und den Oberboden. Die Grafik zum pflanzenverfügbaren Wasser beschreibt die tagesaktuelle Bodenfeuchte anhand der nutzbaren Feldkapazität (nFK in %). (Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (https://www.ufz.de/index.php?de=37937)).

Hinweis: Der UFZ-Dürremonitor vergleicht die aktuelle Bodenfeuchte (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) mit den Werten im Vergleichszeitraum 1974-2023 und ordnet diese relativ ein.
Der UFZ-Dürremonitor trifft keine Aussage über das absolut im Boden verfügbare Wasser. Eine Aussage über die resultierende Grundwasserneubildung kann daraus nicht abgeleitet werden.

Grundwasser

Im Juni 2026 befinden sich die Grundwasserstände weiterhin auf einem niedrigen bis mittleren Niveau.

An etwa 60 % der Grundwassermessstellen (GWM) in NRW sind im Vergleich zum Vormonat geringere Grundwasserstände (GW-Stände) gemessen worden.

Die Auswirkungen des seit Februar 2025 aufgebauten Niederschlagsdefizits sind weiterhin anhand der Einordnung der GW-Stände erkennbar. Unter Berücksichtigung der Jahreszeit befinden sich die GW-Stände verglichen mit langjährigen Mittelwerten auf einem insgesamt niedrigen bis mittleren Niveau.

Im Vergleich zu den langjährigen Beobachtungen für diesen Monat lassen sich die aktuellen GW-Stände im Juni wie folgt einordnen: 

  • Über die Hälfte der GWM in NRW (rd. 51 %) weist GW-Stände im mittleren Bereich auf. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 53 %) leicht gesunken.
  • Die Anzahl der GWM mit sehr niedrigen bis niedrigen GW-Ständen ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 42%) gesunken auf rd. 35 %.  
  • Die Anzahl der GWM mit sehr hohen bis hohen GW-Ständen ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 5%) stark gestiegen auf rd. 14 %.

Im kommenden Monat sind die Bedingungen für Grundwasserneubildung aufgrund vorhandener Vegetation und steigender Temperaturen grundsätzlich weniger günstig. Die regionale Grundwasserstandsentwicklung hängt jedoch maßgeblich von den Witterungsverhältnissen und den hydrogeologischen Gegebenheiten ab. Weiterführende Informationen zur prognostizierten überregionalen Entwicklung der Grundwasserstände liefert die Fachanwendung GRUVO der Bundeanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (https://gruvo.bgr.de/website/index.php).

Hinweis: Im Zuge der Auswertung der Grundwasserstände wurden für jede Grundwassermessstelle die aktuellen Messwerte des Auswertemonats mit allen für die Messtelle zur Verfügung stehenden Messungen im Auswertemonat verglichen und klassifiziert. Bei den o.g. Auswertungen handelt es sich um eine rein statistische relative Bewertung. Sehr niedrige oder Minimalgrundwasserstände sind nicht gleichzusetzen mit einem Mangel der Ressource Grundwasser. 

Fließgewässer

Im Juni keine Hochwasserlage. Wasserstände Ende Juni hauptsächlich im Bereich zwischen mittlerem Niedrig- und Mittelwasser.

  • An den Hochwassermeldepegeln in NRW wurde im Juni keine Informationswertüberschreitung beobachtet.
  • Ende Juni liegt an 107 von 200 ausgewerteten Pegeln in NRW eine Niedrigwassersituation vor.
  • Die übrigen Gewässer befinden sich durchschnittlich im Bereich zwischen mittlerem Niedrigwasser und Mittelwasser.

Talsperren

Die Talsperrenfüllstände befinden sich unter Berücksichtigung der Jahreszeit leicht unterhalb des durchschnittlichen Niveaus.

Im Juni haben sich die Füllstände verringert. Damit befinden sich die Füllstände Ende Juni unter Berücksichtigung der Jahreszeit weiterhin auf einem leicht unterdurchschnittlichen Niveau.

Differenziert nach Einzugsgebieten stellt sich die Situation der Talsperrenfüllstände wie folgt dar (Stand: 30.06.2026):

  • Ruhr-Talsperren: Füllstand ca. 89 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (92 %)
  • Rur-Talsperren: Füllstand ca. 69 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (72 %)
  • Sieg-Talsperren: Füllstand ca. 68 %,  sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (71 %)
  • Wupper-Talsperren: Füllstand ca. 63 %, stark sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (69 %)

Aktuell (Stand: 30.06.2026) befinden sich die Talsperren wieder im Wesentlichen im Normalbetrieb gemäß des jahreszeitlichen Betriebsplans*. 

(*Im Frühjahr wurden die Hochwasserrückhalteräume, welche wegen der im Winter erhöhten Hochwassergefahr vorgehalten werden mussten, an vielen Talsperren in NRW wieder schrittweise reduziert. So können potenziell zusätzliche Wasservorräte aufgebaut werden, die im Zuge des erhöhten Wasserbedarfs während des hydrologischen Sommerhalbjahres benötigt werden.)

Ausblick

Witterungsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes vom 30.06.2026 für den Zeitraum vom 06.07. bis 02.08.2026

Datenquellen

Deutscher Wetterdienst

UFZ-Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Wasserverbände NRW

LANUK NRW

Fachanwendung GRUVO der BGR

Bei den verwendeten Daten handelt es sich teilweise um automatisch validierte Messdaten. Sie entsprechen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Hydrologische und meteorologische Daten können sich aufgrund von neuen Erkenntnissen, erweiterten Prüfungen oder veränderten Berechnungsverfahren ändern.

Weiterführende Informationen des LANUK:

Hochwasserinformationen und Lageberichte bei Hochwassergefahr

ELWAS-Web (Elektronisches wasserwirtschaftliches Verbundsystem der Wasserwirtschaftsverwaltung NRW) mit umfassenden geprüften Fachdaten zu den Fachthemen Abwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer, Trinkwasser und zur Wasserrahmenrichtlinie

Klimaatlas NRW Klimaatlas NRW mit Daten des UFZ-Dürremonitors, des Wasserhaushalts- und Dürremonitors sowie weiteren, umfangreichen Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Nordrhein-Westfalen 

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