Hydrologischer Status NRW zum 30.04.2026

06. Mai 2026

Deutlich unterdurchschnittliche Niederschläge im April 2026

  • Im April 2026 sind in NRW im Gebietsmittel rd. 26 mm Niederschlag gefallen. Dies entspricht weniger als der Hälfte (rd. -54 %) des langjährigen Mittelwerts für diesen Monat (Betrachtungszeitraum: 1881-heute).
  • Die Niederschläge konzentrierten sich hauptsächlich auf die Monatsmitte. Die dritte Monatsdekade war nahezu niederschlagsfrei. 
  • Die Niederschläge hatten im Wesentlichen eine leichte Intensität.
  • Das abgeschlossene hydrologische Winterhalbjahr (Nov. 2025 bis April 2026) weist ein deutliches Defizit auf und liegt auf Rang 16 der trockensten Winterhalbjahre seit 1881. 
  • Mit Ausnahme der überdurchschnittlichen Monate September und Oktober 2025 sowie Februar 2026 lagen die monatlichen Niederschlagssummen in den letzten 12 Monaten stets unterhalb des langjährigen Mittels. Im August und Dezember 2025 sowie im April 2026 wurden sogar weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmengen gemessen. Als Folge des trockenen Aprils ist das Niederschlagsdefizit der letzten 12 Monate nochmals deutlich angestiegen und liegt bei rd. rd. -150 mm (rd. -18 %), was Rang 17 der trockensten Jahre innerhalb dieses Zeitraums entspricht. 
  • Die Abweichungen der letzten Jahre für den Zeitraum Mai bis April betrugen zum Vergleich:
    • Mai 2018 - April 2019    -179,8 mm (-21,2 %)
    • Mai 2019 – April 2020   -17,1 mm (-2,0 %)
    • Mai 2020 – April 2021    -137,5 mm (-16,2 %)
    • Mai 2021 – April 2022    +4,8 mm (+0,6 %)
    • Mai 2022 – April 2023    -64,1 mm (-7,6 %)
    • Mai 2023 – April 2024     +357,9 mm (+42,3 %)
    • Mai 2024 – April 2025     +43 mm (+5,1 %)
    • Mai 2025 – April 2026    -156,4 mm (-18,5 %)

Übersicht über die Monatsniederschläge der letzten 12 Monate

(Datenquellen: DWD, LANUK; Stand: 06.05.26)
grün: Niederschlag überdurchschnittlich, rosa: unterdurchschnittlich, weiß: durchschnittlich, ocker: langjähriger Durchschnitt



Mai 25Jun 25Jul 25Aug 25Sep 25Okt 25Nov 25Dez 25Jan 26Feb 26Mrz 26Apr 26
Monatlicher Niederschlagmm47,757,282,838,471,195,143,834,757,375,960,425,6
summiertmm47,7104,9187,7226,1297,2392,3436,1470,8528,1604,0664,4690,0
Mittel 1881-heutemm63,974,586,680,967,469,971,980,074,960,960,555,2
summiertmm63,9138,4225,0305,8373,2443,1514,9595,0669,8730,7791,2846,4

Überschuss / Defizit
pro Monat

mm-16,2-17,3-3,8-42,5+3,7+25,2-28,1-45,3-17,6+15,0-0,1-29,6
%-25,3%-23,2%-4,4%-52,5%+5,5%+36,1%-39,1%-56,6%-23,5%+24,6%-0,2%-53,6%

Überschuss / Defizit
der letzten 12 Monate

mm-16,2-33,5-37,3-79,7-76,0-50,8-78,8-124,2-141,7-126,7-126,8-156,4
%-25,3%-24,2%-16,6%-26,1%-20,4%-11,5%-15,3%-20,9%-21,2%-17,3%-16,0%-18,5%

Die regionale Verteilung der Niederschläge über die letzten zwölf Monate lässt sich im Vergleich zum langjährigen Mittel wie folgt einordnen:

  • Im letzten Monat war es nahezu in ganz NRW etwas zu trocken. Im Nordwesten und Teilen im Südwesten war es noch trockener (mäßig zu trocken).  
  • Aufgrund des nassen Februars liegt die Einordnung der Niederschläge für das letzte Quartal hauptsächlich im Normalbereich (fast normal).  
  • Beim Blick auf das letzte Halbjahr machen sich zusätzlich die sehr trockenen Monate November, Dezember (jeweils 2025) und Januar 2026 bemerkbar. Die Niederschlagsverhältnisse für NRW sind im Wesentlichen mäßig bis deutlich zu trocken. Im Bereich Sauer- und Siegerland, der Eifel sowie in Teilen des Bergischen Landes war es teils extrem zu trocken. In Teilen der Niederrheinischen Bucht fällt die Trockenheit dagegen etwas geringer als im übrigen NRW aus. 
  • Bezogen auf die letzten 12 Monate war es nahezu in ganz NRW mäßig bis deutlich zu trocken, vereinzelt auch extrem zu trocken. Lediglich in Teilen der Niederrheinischen Bucht und des Niederrheinischen Tieflandes sind die Niederschlagsverhältnisse hauptsächlich als normal einzuordnen.

Regionale Verteilung der Niederschläge in NRW 

(Datenquellen: DWD HYRAS-DE-PRE-v6, LANUK; (c) LANUK NRW, FZ Jülich IBG 3 Stand: 05.05.26)

Die Grafiken zeigen die relativen regionalen Niederschlagsüberschüsse und -defizite (Anomalien) im Vergleich zum langjährigen regionalen Durchschnitt (Betrachtungszeitraum: 1991 bis 2020). Die Darstellung erfolgt als Standardisierter Niederschlagsindex / Standardized Precipitation Index SPI (https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=102248&lv3=603324) für verschiedene Zeiträume vom letzten Monat bis zum letzten Jahr. 

Boden

Im April weiterhin in weiten Teilen von NRW für die Jahreszeit deutlich zu trockene Böden.

Die Bodenfeuchteverhältnisse in NRW lassen sich für Ende April (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) im Vergleich mit den langjährigen Bodenfeuchtegehalten wie folgt einordnen:

  • Im Vergleich zum Vormonat hat die Dürreintensität des Gesamt- und Oberbodens etwas abgenommen. Die relativ hohen Niederschlagsmengen Mitte April wirken sich hier noch positiv bei der Einordnung der Bodenfeuchte (gleitendes 14-tägiges Mittel) aus. 
  • Der Oberboden in NRW weist keine bis geringe Dürreverhältnisse (bis 5-Jährlichkeit) auf. 
  • Bei Betrachtung der gesamten Bodenschicht sind die Dürreausprägungen intensiver und unterschiedlicher ausgeprägt. Während in der Niederrheinischen Bucht und Teilen des Niederrheinischen Tieflands nahezu im Normalbereich liegen, sind die Dürreerscheinungen in großen Teilen von NRW hauptsächlich mittel bis stark ausgeprägt. Insbesondere im Bereich der Mittelgebirge weisen die Dürreausprägungen Jährlichkeiten zwischen 10 und 20 Jahren auf.

Das tagesaktuelle pflanzenverfügbare Wasser der Böden (bis 0,25 m Tiefe) in NRW, abgeleitet aus der nutzbaren Feldkapazität (=nFK in %), lässt sich für Ende April / Anfang Mai wie folgt beschreiben:

  • Aufgrund der tagesaktuellen Darstellung sind die Auswirkungen der nahezu niederschlagsfreien dritte Monatsdekade auf die Bodenfeuchtegehalte bereits deutlicher ausgeprägt. Die Bodenfeuchtegehalte haben im Vergleich zum Vormonat deutlich abgenommen und liegen liegen hauptsächlich zwischen rd. 40 % und rd. 90 % nFK. Somit stehen die Pflanzen bereits in einigen Regionen unter beginnendem Trockenstress. 

Die folgenden Grafiken zum Dürrezustand des Bodens zeigen die gemittelte Bodenfeuchte der letzten 14 Tage eingeordnet nach Jährlichkeiten für den Gesamtboden und den Oberboden. Die Grafik zum pflanzenverfügbaren Wasser beschreibt die tagesaktuelle Bodenfeuchte anhand der nutzbaren Feldkapazität (nFK in %). (Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (https://www.ufz.de/index.php?de=37937)).

Hinweis: Der UFZ-Dürremonitor vergleicht die aktuelle Bodenfeuchte (gleitender Mittelwert der letzten 14 Tage) mit den Werten im Vergleichszeitraum 1974-2023 und ordnet diese relativ ein.
Der UFZ-Dürremonitor trifft keine Aussage über das absolut im Boden verfügbare Wasser. Eine Aussage über die resultierende Grundwasserneubildung kann daraus nicht abgeleitet werden.

Grundwasser

Im April 2026 befinden sich die Grundwasserstände weiterhin auf einem niedrigen bis mittleren Niveau.

An etwa fast zwei Drittel der Grundwassermessstellen (GWM) in NRW sind im Vergleich zum Vormonat geringere Grundwasserstände (GW-Stände) gemessen worden.

Die Auswirkungen des seit Februar 2025 aufgebauten Niederschlagsdefizits sind weiterhin anhand der Einordnung der GW-Stände erkennbar. Unter Berücksichtigung der Jahreszeit befinden sich die GW-Stände verglichen mit langjährigen Mittelwerten auf einem insgesamt niedrigen bis mittleren Niveau.

Im Vergleich zu den langjährigen Beobachtungen für diesen Monat lassen sich die aktuellen GW-Stände im April - unverändert zum März - wie folgt einordnen: 

  • Über die Hälfte der GWM in NRW (rd. 59 %) weist GW-Stände im mittleren Bereich auf.
  • Die Anzahl der GWM mit sehr niedrigen bis niedrigen GW-Ständen ist ebenfalls unverändert bei rd. 35 %.
  • Die Anzahl der GWM mit sehr hohen bis hohen GW-Ständen ist ebenfalls unverändert bei rd. 6 %. 
  • Die Prozent-Zahlen entsprechen jeweils dem Vormonat.

m kommenden Monat sind die Bedingungen für Grundwasserneubildung aufgrund vorhandener Vegetation und steigender Temperaturen grundsätzlich weniger günstig. Die regionale Grundwasserstandsentwicklung hängt jedoch maßgeblich von den Witterungsverhältnissen und den hydrogeologischen Gegebenheiten ab. Weiterführende Informationen zur prognostizierten überregionalen Entwicklung der Grundwasserstände liefert die Fachanwendung GRUVO der Bundeanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (https://gruvo.bgr.de/website/index.php).

Hinweis: Im Zuge der Auswertung der Grundwasserstände wurden für jede Grundwassermessstelle die aktuellen Messwerte des Auswertemonats mit allen für die Messtelle zur Verfügung stehenden Messungen im Auswertemonat verglichen und klassifiziert. Bei den o.g. Auswertungen handelt es sich um eine rein statistische relative Bewertung. Sehr niedrige oder Minimalgrundwasserstände sind nicht gleichzusetzen mit einem Mangel der Ressource Grundwasser. 

Fließgewässer

Im April keine Hochwasserlage. Wasserstände Ende April hauptsächlich im Bereich des Mittelwassers.

  • An den Hochwassermeldepegeln in NRW wurde im April kein Informationswertüberschreitung beobachtet.
  • Ende April liegt an 35 von 125 ausgewerteten Pegeln in NRW eine Niedrigwassersituation vor. 
  • Die übrigen Gewässer befinden sich im Wesentlichen im Bereich etwas über mittlerem Niedrigwasser.

Talsperren

Die Talsperrenfüllstände befinden sich unter Berücksichtigung der Jahreszeit auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.

Im April haben sich die Füllstände leicht verringert (insbesondere im Bereich des Wuppereinzugsgebietes). Damit befinden sich die Füllstände Ende April unter Berücksichtigung der Jahreszeit weiterhin auf einem eher unterdurchschnittlichen Niveau.

Differenziert nach Einzugsgebieten stellt sich die Situation der Talsperrenfüllstände wie folgt dar (Stand: 30.04.2026):

  • Ruhr-Talsperren: Füllstand ca. 91 %, leicht steigende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (90 %)
  • Rur-Talsperren: Füllstand ca. 75 %, leicht sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (76 %)
  • Sieg-Talsperren: Füllstand ca. 74 %,  leicht sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (76 %)
  • Wupper-Talsperren: Füllstand ca. 73 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat  (76 %)

Aktuell (Stand: 30.04.2026) befinden sich die Talsperren wieder im Wesentlichen im Normalbetrieb gemäß des jahreszeitlichen Betriebsplans*. 

(*Im Frühjahr werden die Hochwasserrückhalteräume, welche wegen der im Winter erhöhten Hochwassergefahr vorgehalten werden mussten, an vielen Talsperren in NRW wieder schrittweise reduziert.)

Ausblick

Witterungsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes vom 04.05.2026 für den Zeitraum vom 11.05. bis 24.05.2026

Datenquellen

Deutscher Wetterdienst

UFZ-Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Wasserverbände NRW

LANUK NRW

Fachanwendung GRUVO der BGR

Bei den verwendeten Daten handelt es sich teilweise um automatisch validierte Messdaten. Sie entsprechen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Hydrologische und meteorologische Daten können sich aufgrund von neuen Erkenntnissen, erweiterten Prüfungen oder veränderten Berechnungsverfahren ändern.

Weiterführende Informationen des LANUK:

Hochwasserinformationen und Lageberichte bei Hochwassergefahr

ELWAS-Web (Elektronisches wasserwirtschaftliches Verbundsystem der Wasserwirtschaftsverwaltung NRW) mit umfassenden geprüften Fachdaten zu den Fachthemen Abwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer, Trinkwasser und zur Wasserrahmenrichtlinie

Klimaatlas NRW Klimaatlas NRW mit Daten des UFZ-Dürremonitors, des Wasserhaushalts- und Dürremonitors sowie weiteren, umfangreichen Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Nordrhein-Westfalen 

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