Fluss, Wasser
Flusslauf mit natürlichem Uferbewuchs. Foto: LANUK

Zustand der Flüsse und Bäche in Nordrhein-Westfalen unter der Lupe

| zum Internationalen Tag der Flüsse:

Immer am vierten Sonntag im September ist der Internationale Tag der Flüsse. Fließgewässer sind Lebensadern der Landschaften. Sie prägen Ökosysteme, sichern Biodiversität und beeinflussen unser Klima. Aktuell sind aber nur rund zehn Prozent der Oberflächengewässer in NRW in einem guten ökologischen Zustand. Das geht aus den Untersuchungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima hervor, die im Rahmen der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie erforderlich sind.

In Nordrhein-Westfalen gibt es mehr als 12.000 Bäche sowie kleinere und große Flüsse mit einer Gesamtlänge von mehr als 46.000 Kilometern. Darin leben etwa 60 verschiedene Arten von Fischen, über 800 Arten wirbelloser Tiere, 260 verschiedene Wasserpflanzen und 1.700 Arten von Algen. In einem ökologisch intakten Fließgewässer ist ein großer Artenreichtum zu finden.

Regelmäßig werden deshalb alle Gewässer mit einem Einzugsgebiet von mehr als zehn Quadratkilometern vom LANUK untersucht. Von der Quelle bis zur Mündung verändert sich das Aussehen eines Fließgewässers kontinuierlich. Unterschiede hinsichtlich Strömung, Sauerstoffgehalt, Wassertemperatur, Nährstoffangebot, Lichtverhältnissen und vielen weiteren Faktoren lassen eine Vielzahl von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen entstehen. Das LANUK untersucht ihre Besiedlung mit Algen, Wasserpflanzen, tierischen Kleinstlebewesen und Fischen.

Zusätzlich werden Wasserproben entnommen und im Labor chemisch analysiert. Dabei wird nach Stoffen geschaut, die ein Gewässer belasten können. An 1.684 Fließwasserkörpern werden so im Zeitraum von drei Jahren mehrere Hunderttausend Einzelmesswerte erhoben und ausgewertet. Ebenso wichtig sind die Struktur eines Gewässers und die möglichst naturnahe Entwicklung von Ufern, Sohlen und Auen. All das beeinflusst, welche Tier- und Pflanzenarten vorkommen und ob Fische und andere Organismen ohne Hindernisse im Gewässer wandern können.

Der Gewässerschutz muss heute mehr denn je alle Informationen integral betrachten. Das LANUK-Monitoring umfasst deshalb chemische, ökologische sowie hydromorphologische Qualitätskomponenten eines Gewässers. Die vernetzten Daten werden beim LANUK fachlich bewertet und fließen in Planungen und Instrumente ein, die vor Ort praktisch anwendbar sind. So können gezielte Maßnahmen entwickelt werden, um die Gewässer in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu bringen.

Öffentlich verfügbare wasserwirtschaftliche Daten stellt das Land Nordrhein-Westfalen unter anderem über das Fachinformationssystem ELWAS-WEB und weitere Open-Data-Angebote bereit. Genutzt werden sie von Behörden, Universitäten, Wasserverbänden, Planungsbüros, Kommunen und der interessierten Öffentlichkeit bei der Einordnung des Gewässerzustands und der Planung von Maßnahmen.

Infoblätter

zur biologischen Gewässeruntersuchung beim LANUK:

https://www.lanuk.nrw.de/publikationen/publikation/biologische-gewaesseruntersuchungen-in-nrw

zu Messstellen und Daten der chemischen Gewässerüberwachung beim LANUK:

https://www.lanuk.nrw.de/publikationen/publikation/gewaesseruntersuchung-in-nordrhein-westfalen-messstellen-und-daten

Zur Datenbank ELWAS – Web:

https://www.elwasweb.nrw.de/elwas-web/index.xhtml

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