Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) hat einen Nachweis eines Luchses im Sauerland bestätigt. Eine Fotofalle löste am 30. Oktober 2025 in Kreis Olpe aus und zeichnete das Tier auf. Nur wenige Tage später, am 3. November, wurde derselbe Luchs erneut im Märkischen Kreis fotografiert.
Nach Einschätzung von Fachleuten aus den angrenzenden Bundesländern handelt es sich um ein männliches Jungtier aus dem hessischen Reinhardswald. Seine Mutter ist ein Luchsweibchen, das aus dem Solling und Reinhardswald bekannt ist.
Um die Identität eines Luchses zu bestimmen oder mehrere Beobachtungen zuzuordnen, sind nicht zwingend DNA-Proben erforderlich. Jeder Luchs besitzt eine einzigartige Fleckenzeichnung, die Rückschlüsse auf das Individuum erlaubt. Hochwertige Fotofallenaufnahmen, insbesondere von der Seite und möglichst von beiden Körperseiten, reichen oft aus, um ein Tier eindeutig wiederzuerkennen.
Die Nachweise sind nicht die ersten seit der offiziellen Ausrottung des Luchses in Nordrhein-Westfalen im 18. Jahrhundert. Immer wieder gingen beim Landesamt Meldungen über einzelne Tiere ein, teils auch ohne Bildmaterial. Der letzte zweifelsfreie Nachweis eines Luchses in NRW stammt aus dem Jahr 2021.
Luchse tun sich grundsätzlich schwer damit, neue Lebensräume zu besiedeln. Weibchen bleiben meist in der Nähe ihrer Herkunftsreviere, während männliche Tiere – sogenannte Kuder – mitunter weite Strecken von mehreren hundert Kilometern zurücklegen. Ob sich der aktuell nachgewiesene Luchs dauerhaft in NRW niederlässt, lässt sich derzeit nicht absehen. Weitere Aufnahmen könnten helfen, den Weg des Tieres nachzuvollziehen.
Hinweise und Nachweise zu Luchsen in Nordrhein-Westfalen nimmt das LANUK unter luchs_nrw(at)lanuk.nrw.de entgegen.
Grundlegende Informationen zum Eurasischen Luchs (Lynx lynx) stehen im Fachinformationssystem „Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen“ des LANUK zur Verfügung.
Foto: Aufnahme des Luchses im Kreis Olpe (Wildkamera)
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